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Passwort-Manager im Test: Warentest empfiehlt: Diese Programme retten Sie aus dem Passwort-Chaos

Mindestens zwölf Zeichen, Sonderzeichen und Zahlen - und dann noch für jeden Dienst ein anderes: Die Anforderungen für Passwörter lassen viele Menschen verzweifeln. Stiftung Warentest hat nun Passwort-Manager getestet - und empfiehlt sogar einen kostenlosen.

Passwort beliebt sicher

Sich für jeden Passwort ein eigenes Passwort zu merken, ist nahezu unmöglich

Für E-Mails, die Bank, den Instagram-Account und natürlich für Dutzende Online-Shops: Der moderne Mensch jongliert im Alltag unzählige Accounts - und soll sich trotzdem für jeden ein sicheres Passwort merken. Ohne Hilfe ist das eigentlich unmöglich. Wie gut, dass es mit Passwort-Managern die passende Software-Unterstützung gibt. Stiftung Warentest hat nun 11 Programme getestet.

Auch wenn sich die grundsätzliche Funktion natürlich gleicht - alle Programme speichern Log-In-Daten und synchronisieren sie über mehrere Geräte hinweg - fand Warentest teils erhebliche Unterschiede. Manche Programme sind schwerer einzurichten, andere erlauben viel zu leichte Passwörter, wieder andere bieten nette Zusatzfunktionen wie das Abriegeln per Fingerabdruck. Aber: Viele der Programme gehen schlampig mit den Nutzerdaten um.

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Für meine Passwörter interessiert sich doch niemand  Bei Hackern denkt man oft an staatliche Großangriffe. Dabei sind die meisten einfache Kriminelle. Auch Arno Wacker warnt: "Jedes Passwort ist von Interesse. Es geht nicht darum wie interessant jemand ist, sondern was ein Krimineller mit dem Passwort alles tun kann." Sei es, das Konto zu plündern, auf Kosten des Opfers zu shoppen oder schlicht Spam zu versenden. Im Zweifel werden die Daten einfach verkauft.

Für meine Passwörter interessiert sich doch niemand

Bei Hackern denkt man oft an staatliche Großangriffe. Dabei sind die meisten einfache Kriminelle. Auch Arno Wacker warnt: "Jedes Passwort ist von Interesse. Es geht nicht darum wie interessant jemand ist, sondern was ein Krimineller mit dem Passwort alles tun kann." Sei es, das Konto zu plündern, auf Kosten des Opfers zu shoppen oder schlicht Spam zu versenden. Im Zweifel werden die Daten einfach verkauft.

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Eins der Top-Programme ist kostenlos

Echte Empfehlungen gibt es nur für "Keeper Security", "1Passwort", "Keepass" und "Dashlane". Vor allem die beiden Erstgenannten können bei den Sicherheitsfunktionen voll punkten. Sie erlauben keine zu einfachen Masterpasswörter, generieren für den Nutzer sehr sichere Passwörter und haben ein überzeugendes Sicherheitskonzept. Leider patzen beide etwas bei der Gebrauchsanleitung.

Hier könnte auch "Keepass" dringend eine Überarbeitung gebrauchen. Als einzige der Empfehlungen ist das Programm kostenlos. Dafür erfordert es aber umso mehr Arbeit vom Nutzer. Der muss beispielsweise die Synchronisation des Programms zwischen Geräten selbst einrichten. Dazu lädt man die verschlüsselte Datenbank auf einen Server, der dann von allen Geräten abgerufen werden kann - wenn die entsprechend eingerichtet wurden. Warentest empfiehlt "Keepass" daher eher für erfahrene Nutzer.

Für Anfänger bietet sich daher "Dashlane" an: Es hat die einfachste Bedienung im Test. Sowohl die Einrichtung als auch die Nutzung im Alltag überzeugten die Tester, eine klare Abwertung gab es allerdings für den Umgang mit den Nutzerdaten und die Datenschutzerklärung. Bis auf "Keepass" kosten die empfohlenen Programme zwischen 30 und 40 Euro im Jahr.

So nutzen Sie Passwort-Manager richtig

Hat man sich für einen Passwort-Manager entschieden, empfiehlt Warentest, ein sicheres Passwort mit mindestens 20 Zeichen zu wählen, die nicht über ein Muster zu erraten sind. Zwar bieten einige der Programme die Möglichkeit, ein verlorenes Masterpasswort wieder zu retten, bei vielen sind in einem solchen Falle aber alle Passwörter verloren. Warentest rät daher dazu, das Master-Passwort aufzuschreiben und es an einem sicheren Ort wie einem Safe aufzubewahren.

Zudem ist es wichtig, das Masterpasswort besonders zu schützen - und es etwa nie auf einem nicht vertrauenswürdigen Rechner einzugeben. Der einfache Grund: Stiehlt eine Spionage-Software das Passwort, hat sie auch Zugang zu allen anderen Accounts.

Die kostenlose Variante der in Browsern wie Google Chrome oder Firefox gespeicherten Passwörter erwähnt Warentest zwar, bewertet sie aber nicht abschließend. Der einfache Grund: Die Funktionen von Passwort-Manager und Browser lassen sich nicht ohne weiteres trennen. Die beste Teilnote bei der Sicherheit vergibt Warentest an Apples Browser Safari.

Den vollständigen Test lesen Sie gegen Gebühr bei test.de


mma