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Wochenfehler: Week Overflow: Warum Millionen GPS-Geräte ab Samstag nicht mehr richtig funktionieren

Ohne GPS ist für viele das Autofahren nicht mehr denkbar. Viele Besitzer älterer Geräte werden sich ab Samstag nach einer Alternative umsehen müssen: Schuld ist ein Patzer bei der Entwicklung des Standards.

GPS-Navigation funktioniert ab Samstag nicht mehr bei jedem Gerät korrekt (Symbolbild)

GPS-Navigation funktioniert ab Samstag nicht mehr bei jedem Gerät korrekt (Symbolbild)

Getty Images

Am kommenden Samstag setzen sich viele GPS-Geräte wieder auf Null zurück. Zumindest in der Wochenanzeige: Weil die in einem 10-Bit-Format entwickelt wurde, kann sie nur 1024 Wochen abrechnen. Es ist ein bisschen wie beim berühmten Millennium-Problem bei der Jahrtausendwende. Die Folgen sind vielseitig, betroffen dürften Millionen älterer GPS-Geräte sein.

"Week Rollover" nennt man das Phänomen, wenn der Wochenzähler am Ende seiner Fähigkeiten ankommt. Letztes Mal war das am 21. August 1999 der Fall, genau 1024 Wochen nach dem GPS-Start im Januar 1980. Am 6. April um 23:59 Greenwich Zeit ist es wieder soweit. "Die Folgen werden heute viel größer sein, weil viel mehr Systeme GPS nutzen", sagte der Sicherheits-Experte Bill Malik der Tech-Seite "Toms Guide". "Hafenkräne, öffentliche Sicherheits- und Verkehrssysteme setzen Malik zufolge heute alle auf GPS. Er werde deshalb am Samstag lieber nicht in ein Flugzeug steigen.

Folgen schwer einschätzbar

Wie groß die Folgen wegen der zahlreichen GPS-Systeme genau ausfallen, ist aktuell kaum abzusehen. Viele GPS-Geräte wurden mit Updates für das Problem versorgt, ohnehin nutzen längst nicht alle Systeme den Wochenzähler für essenzielle Funktionen. Probleme im Flugverkehr sind entgegen Maliks Befürchtungen eher unwahrscheinlich. Schon letztes Jahr warnten etwa die US-Luftsicherheitsbehörde FAA und ihr EU-Pendant EASA sämtliche Airlines vor dem bevorstehenden Wechsel. Sie sollten alle verwendeten GPS-Geräte prüfen, beim Hersteller nachfragen und die Maschinen im Zweifelsfall stehen lassen, empfahl die Behörde.

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Ältere Navis betroffen

Für die meisten Konsumenten kommt es vor allem auf das Alter des genutzten Navis an: Auf neueren Geräten ist der Fehler ohnehin bereits behoben, die Mehrheit der älteren wurden mit entsprechenden Updates versorgt, erklärten die beiden größten Hersteller TomTom und Garmin dem stern auf Anfrage. Manche ältere Navis würden demnach aber kein Update erhalten. TomTom nannte Geräte älter als acht Jahre, also solche, die 2011 und früher gekauft wurden.

Besitzer von Modellen ohne Update haben ab Samstag ein Problem. Wegen der falschen Wochenanzeige können diese ab diesem Zeitpunkt die Uhrzeit nicht mehr mit den Satelliten abstimmen, die Zeitanzeige funktioniert dann schlicht nicht mehr. Auch der erwartete Ankunftszeitpunkt lässt sich so nicht mehr berechnen. Die Routenführung sowie die verbleibende Reisezeit sollen aber weiter funktionieren, versichern die Hersteller. 

Das sollten Kunden tun

Riesig sind diese Einschränkungen nicht, wer eines der älteren Navis benutzt, sollte zunächst prüfen, ob nicht doch ein Update möglich ist. Sollte man auf die fehlenden Funktionen nicht verzichten wollen, müsste man sich sonst um eine Alternative kümmern. TomTom bietet betroffenen Kunden etwa einen Rabatt auf neue Geräte. Laut Stiftung Warentest schneiden auch kostenlose Navigations-Lösungen für das Smartphone im Vergleich gut ab.  

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Die Luxus-Variante: Fest verbaute Navigationssysteme  In besser ausgestatteten Neuwagen jenseits der Mittelklasse ist das Navi oft schon eingebaut. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt keine nervigen Kabel, das Navi ist fest verbaut und arbeitet perfekt mit dem Rest des Entertainment-Systems zusammen, indem die Routenanweisungen auch Musik oder über das Auto getätigte Anrufe übertönen.

Die Luxus-Variante: Fest verbaute Navigationssysteme

In besser ausgestatteten Neuwagen jenseits der Mittelklasse ist das Navi oft schon eingebaut. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt keine nervigen Kabel, das Navi ist fest verbaut und arbeitet perfekt mit dem Rest des Entertainment-Systems zusammen, indem die Routenanweisungen auch Musik oder über das Auto getätigte Anrufe übertönen.

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Wie viele Kunden am Ende betroffen sein werden, könnte man nicht sagen. Tatsächlich dürften es Millionen Geräte weltweit sein: Bis 2011 waren die Hochzeiten der einzelnen Navi-Verkäufe, seitdem gingen auch wegen der günstigen Alternative über das Smartphone die Verkaufszahlen zurück.

Der nächste Wechsel dauert länger

Ganz vorbei ist die Gefahr nach dem 6. April aber noch nicht. Ein beliebter Trick der Hersteller sich vor solchen Problem schützen sei, ein erzwungenes Datum für den Wechsel zu programmieren, erklärte ein Experte der US-Navy gegenüber "Toms Guide". So würde der Fehler nur "auf einen unbekannten Termin in der Zukunft" verschoben. 

Eine gute Nachricht gibt es aber trotzdem: Um einen weiteren Rollover in 1024 Wochen zu verhindern, wurde die Zählung mittlerweile auf 13 Bit angepasst. Damit kann GPS nun 8192 Wochen zählen. Der nächste allgemeine Ausfall kommt also frühestens im Jahre 2137.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.