Webradios MP3-Nachschub für lau


"Und jetzt: Die tollsten Hits aus den 80ern, 90ern und ..." - leidgeprüfte Radiohörer kennen das: Die meisten Programme dudeln das Immergleiche. Mehr Abwechslung bieten Webradios - inklusive legalem MP3-Nachschub.

Am Computer sind Webradios von rund um den Globus zu empfangen. "Webradios eignen sich für alle Musikbegeisterten, die sich Vielfalt wünschen, spezielle Geschmäcker haben oder ihre Urlaubserinnerungen mit exotischen Klängen wiederaufleben lassen wollen", sagt Uwe Roselius aus Hepstedt bei Bremen. Auf seiner Webseite www.surfmusik.de hat er einige tausend Sender aufgelistet, von Chart-Hits über hippen Szene-Sound bis zur Weltmusik.

Radioprogramm als Online-Stream

Insgesamt rund 12.000 professionelle Stationen und Freizeitsender schicken weltweit Musik ausschließlich über das Internet, schätzt Uwe Roselius. Dazu kommen die herkömmlichen Radiostationen, die ihr Programm auch als Online-Stream anbieten: "In Deutschland macht das inzwischen fast jeder Sender."

Um die Sender via Internet zu empfangen, reicht selbst ein betagter PC mit Soundkarte und Webbrowser. Häufig wird auch ein Medien-Player benötigt, um die Audio-Streams abzuspielen. Webradio-Experte Uwe Roselius empfiehlt die kostenlosen Programme "Real Player", "Windows Media Player" oder "Winamp". Eine ISDN-Verbindung zum Internet ist mindestens nötig, mehr Hörgenuss verspricht DSL.

Lauter Hits zum Mitschneiden

Pfiffige Musikfans belassen es nicht nur beim Hören, sondern nutzen Webradios auch als kostenlose Quelle für Nachschub an MP3-Dateien. "Mit passender Software wählt man den Sender aus, schneidet das Musikstück mit und speichert es auf der Festplatte ab", erklärt Rüdiger Pein von der Zeitschrift "PC Professionell". Weiterer Vorteil: Die Dateien haben keinen DRM-Kopierschutz und sind prinzipiell auf jedem MP3-Player abspielbar.

Webradio-Mitschnitte sind eine Alternative zu kostenpflichtigen Online-Musikshops und illegalem Filesharing. "Musik vom Webradio zum Privatgebrauch aufzunehmen verstößt nicht gegen das Urheberrecht, so lange die Radiostation über die nötigen Senderechte verfügt", erklärt Nils Schumacher-Deutzmann, Rechtsanwalt aus Düsseldorf. Die Dateien zu verbreiten, etwa über Tauschbörsen, ist allerdings nicht erlaubt.

Die besten Online-Sender

Bei vielen Programmen sind Musiksender schon voreingestellt. Computerexperte Rüdiger Pein hat einige unter die Lupe genommen (PC Professionell, Ausgabe 10/2005). Testsieger war der "Hit Recorder", mit dem sich Titel gut bearbeiten und verwalten lassen. Er kann bis zu 20 Radio-Streams parallel aufnehmen. Auf einen USB-Stick installierbar, sei das Programm sogar "nomadisch" nutzbar.

Die Programme "onlineTV 2", "Webradio deluxe" und "AudioJack 2" schnitten ebenfalls gut ab. Neben Kaufsoftware zwischen rund 10 und 40 Euro sind auch einige Gratis-Programme erhältlich wie "StreamRipper", "ClipInc" oder "No23 Recorder".

Wer Musik mitschneiden möchte, sollte auch auf die Übertragungsqualität achten, rät "Surfmusik.de"-Betreiber Uwe Roselius. CD-Qualität entsprechen etwa 128 Kilobit pro Sekunde, besser sind 192 Kilobit pro Sekunde. Wichtig ist laut Pein auch, dass die Internetverbindung nicht unterbrochen werden darf. Außerdem wird häufig noch eine Nachbearbeitung fällig - denn die Rekorder-Programme schneiden die Titel teilweise unpräzise.

DPA DPA

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