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"Send"-Button in der Testversion: Whatsapp zieht bei Facebook ein

Ein Jahr nach der Übernahme von Whatsapp baut Facebook den Messenger erstmals in seine App ein. In der aktuellen Testversion der Android-App findet sich ein entsprechender Button.

Vor knapp einem Jahr übernahm Facebook den in Deutschland sehr beliebten Messenger Whatsapp. Die Aufregung war groß, vielen gefiel der Gedanke nicht, ihre persönlichen Gespräche mit der Datenkrake Facebook verbunden zu wissen. Einige wechselten sogar den Messenger, Konkurrenten wie Threema konnten große Sprünge ihrer Nutzerzahlen feststellen. Facebook dementierte stets, die Dienste zusammenlegen zu wollen. Zuletzt hatte Whatsapp-Chef Jan Koum im Januar angekündigt, dass die beiden Dienste voneinander getrennt bleiben sollen. Damit ist nun wohl Schluss.

Wie der Tech-Blog "Geektime" berichtet, findet sich in der aktuellen Testversion der Facebook-App für Android erstmals ein Whatsapp-Button. Der heißt zwar schlicht "Send" (Senden), ist aber mit dem von Whatsapp bekannten Sprechblasen-Symbol bebildert. Öffnet man etwa ein Bild, das ein anderer Nutzer gepostet hat, kann man statt auf "Teilen" auf den Senden-Button tippen und das Bild so an einen Whatsapp-Kontakt schicken.

Zukunft ungewiss

Ob und wann das Feature in der offiziellen Android-App und auf dem iPhone auftaucht, ist noch unbekannt. Die bereits im Februar erstmals aufgetauchte Anruf-Funktion Whatsapp Calls landete auch erst in der vergangenen Woche in der Android-App, auf dem iPhone fehlt sie nach wie vor. Dementsprechend kann es durchaus auch noch Monate dauern, bis Whatsapp-Fans den Send-Button benutzen dürfen.

Sollte Facebook sein Versprechen nicht halten und Whatsapp vollständig in das soziale Netzwerk einverleiben, dürfte ein Teil der Nutzer dem Dienst den Rücken zuwenden. Allerdings hat Facebook bereits in der Vergangenheit unpopuläre Entscheidungen durchgedrückt, ohne dadurch massenhaft Nutzer zu verlieren. Ob der Konzern auch diesmal auf die Bequemlichkeit der Internetnutzer setzt oder sein Versprechen aus Angst vor einer Massenflucht hält, muss sich zeigen.

Malte Mansholt