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Zehn Jahre Ebay Deutschland: "Wir haben einen Nerv getroffen"

Vor zehn Jahren bekam Jörg Rheinboldt einen Anruf, der sein Leben veränderte: Ein Freund bot ihm an, bei einem Internet-Auktionshaus mitzumachen. Aus ihrem Start-up Alando wurde bald Ebay Deutschland. Ein Gespräch über plötzlichen Reichtum, harte Arbeit und den Unterschied zwischen Deutschen und Amerikanern.

Herr Rheinboldt, wer hatte denn die Idee mit dem Ferrari?

Das weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube, es war mein Kollege Max.

Als Alando im April 1999 gestartet ist, haben sie am ersten Tag gleich einen Ferrari für eine Mark angeboten …

Wir hatten einen Bekannten dazu überredet, seinen Ferrari bei uns anzubieten. Wir haben überall Anzeigen geschaltet: Ferrari ab 1 Mark. Das konnte sich damals keiner vorstellen. Dann ging die Auktion los - und wir haben beobachtet, wie sich der Preis für den Ferrari entwickelt, wie sich die Leute anmelden und wie sie auch andere Sachen kaufen. Als die Auktion zur Hälfte vorbei war, stand der Ferrari bei 20.000 Mark. Wir fingen langsam an, uns Sorgen zu machen, dass der Ferrari zu billig weggeht. Aber kurz vor Schluss ist dann passiert, was fast immer bei Online- Auktionen passiert - aber damals war uns das nicht klar: Der Preis ist hochgegangen bis auf 75.000 Mark.

Können Sie sich noch erinnern, wann Sie das erste Mal überhaupt von Online-Auktionen gehört haben?

Das war 1996 oder 1997. Allerdings nur, weil ich Freunde in Amerika hatte, die mir davon erzählt haben. Ich habe mir das angeschaut, aber nicht daran gedacht, dass ich damit irgendetwas machen könnte. Das erste Mal darüber nachgedacht, das selbst zu machen, habe ich im Januar 1999. Mein Freund Oli Samwer rief mich an und meinte: "Hey, kennst du Online-Auktionen - sollen wir so etwas nicht machen?"

Wollten Sie Ebay zuvorkommen, das damals in den USA schon erfolgreich war? Dachten Sie, dass Ebay auch nach Deutschland kommt?

Nein, gar nicht. Wir wussten, dass ein paar Leute daran arbeiteten, einen Privat-zu-privat-Marktplatz in Deutschland zu starten. Deshalb wollten wir schnell sein. Das hat auch geklappt. Wir waren zügig am Markt und kurz nach uns kamen dann die ersten echten direkten Wettbewerber.

Was heißt schnell?

Unser Gespräch war Ende Januar 1999. Alando gegründet haben wir Mitte Februar. Und öffentlich gestartet ist die Webseite am 1. März.

Es gab ja neben Oliver Samwer und seinen beiden Brüdern noch drei andere Gründer. Was waren Ihre Aufgaben bei Alando?

Alles Mögliche. Eine Sache, die ich intensiv gemacht habe, war, das Produkt zu bauen. Es zu designen und zu überlegen: Wie muss es funktionieren?

Wie lange hat es gedauert, bis Sie Alando an Ebay verkauft haben?

Nur ein halbes Jahr, im Juni 1999. Das war aber ursprünglich gar nicht unser Plan. Wir hatten überlegt, dass wir eine erste Finanzierungsrunde machen, mit der wir wohl durch das Jahr 1999 kommen würden, und Anfang 2000 eine neue Finanzrunde. Später wollten wir an die Börse.

Wie war das, als die erste Auktion begann? Gab es Champagner für alle?

Wir sind nie gut gewesen im Feiern. Als unsere Seite online ging, haben wir das mit Freude zur Kenntnis genommen. Aber uns war klar: Jetzt geht die Arbeit erst richtig los.

Woher kamen denn die ersten Auktionen? Haben Sie die selbst eingestellt?

Als Erstes haben wir eine Anmeldeseite und eine Artikeleinstellseite gebaut. Dann haben wir unseren Freunden und Verwandten gesagt: "Ihr müsst bitte, bitte alle eure alten Sachen da einstellen. Was genau das ist, verraten wir euch nicht, aber es wird wirklich spannend, wenn es fertig ist." Das haben zum Glück viele gemacht, sodass wir zirka 5500 Artikel hatten, als wir live gegangen sind.

Wann hatten Sie das Gefühl, dass der Marktplatz von alleine läuft?

Das haben wir nie gedacht. Wir haben aber gemerkt, dass wir einen Nerv getroffen haben. Die Anmeldezahlen stiegen und stiegen. Das ging los mit 200 Leuten, die sich am Tag registriert haben, dann waren es 2000 und dann irgendwann 20.000. Da waren wir uns sicher, dass Alando erfolgreich sein wird.

Hat die Technik immer funktioniert bei diesem Ansturm? Bei Ebay in den USA war das zu Beginn nicht immer der Fall.

Wir wussten sehr genau, was unsere Technik kann und dass sie wahrscheinlich gut laufen wird. Am Anfang gab es trotzdem immer wieder kleine Auszeiten. Ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, die Fehlermeldungen so zu formulieren, dass sie wenigstens etwas Vergnügen bereiten. Da stand dann: "Lieber Alando-Nutzer, Alando wird zurzeit von einem anderen Mitglied benutzt - bitte versuchen Sie es später noch einmal." Oder: "Sie versuchen, uns außerhalb unserer Kernöffnungszeiten zu erreichen."

Der Sitz von Alando war in Berlin, obwohl keiner der Gründer aus Berlin war. Wieso eigentlich?

Genau deshalb. Weil keiner von uns aus Berlin kam. Wir haben gesagt, wir machen das irgendwo, wo wir keinen kennen, damit uns keiner stört. Die Abmachung war: Von Montag bis Freitag gründen wir und haben unsere Firma. Am Wochenende kann jeder machen, was er will. Und das haben wir sehr hart durchgezogen.

Wie muss man sich das vorstellen?

Ich war jeden Tag von 7 bis 23 Uhr im Büro und danach noch was trinken mit den Kollegen. Die ersten Monate waren heftig. Dann haben wir gesagt: Jetzt müssen wir in den Marathon-Modus umschalten. Wir waren damals aber auch alle in der Situation, das machen zu können. Wir hatten keine Kinder. Meine Freundin war erst in Köln und ist dann nach Paris gezogen. Unter der Woche habe ich bei der Arbeit Gas gegeben, am Wochenende habe ich meine Freundin getroffen.

Was war das für ein Gefühl, als klar war, dass Ebay Ihre Firma Alando aufkauft - und Sie reich werden? Angeblich haben Sie zusammen 50 Millionen Dollar bekommen ...

Es war ein entspanntes Gefühl. Aber wir haben gar nicht so darüber nachgedacht, wie viel Geld wir verdienen. Klar hat man das zur Kenntnis genommen. Und hat gesagt: Super! Ist ein Schritt mehr zur Unabhängigkeit. Aber wir haben gesagt: Jeder kann eine Quatschsache machen - der Rest wird konservativ angelegt.

Und was haben Sie mit dem Geld gemacht?

Meine Quatschsache war ein Porsche, weil ich mir schon immer einen gewünscht hatte. Max' Quatschsache war auch ein Porsche. Ich glaube, Oli hat eine Insel gekauft, irgendwo vor Stockholm. Ich weiß gar nicht, ob er die noch hat. Alex und Marc haben einen großen Urlaub gemacht und Karel meinte: Ich kaufe mir einen neuen Opel Vectra.

Hat einer von Ihnen gesagt: Ich arbeite nie mehr?

Nein.

Aber eigentlich wäre es nicht mehr nötig, oder?

Doch. Es kommt immer darauf an, was man unter einem glücklichen Leben versteht. Für mich ist ein glückliches Leben nicht, nur am Strand rumzuliegen, sondern in meine Firma zu gehen und neue Projekte zu entwickeln.

Sie sind noch bis 2004 bei Ebay geblieben, aber die anderen Gründer sind schnell ausgestiegen.

Oli, Marc und Alex haben Jamba gegründet, das mit Klingeltönen groß geworden ist. Max hatte Lust auf Urlaub und ist dann zu Jamba. Karel wollte nach München zu seiner Frau und dort etwas Neues starten.

Wie war das, nachdem Ebay die Firma übernommen hatte: Gab es Mentalitätsunterschiede zwischen Deutschen und Amerikanern?

Ja und nein. Ebay ist zwar ein US-Unternehmen, aber sehr international. Ich erinnere mich an meine erste Telefonkonferenz. Ich war etwas aufgeregt. Ich konnte natürlich aus der Schule und der Uni Englisch, aber ich war mir nicht sicher, wie das ist, mit zwölf Leuten gleichzeitig zu telefonieren. Dann ging es los - und es war ein einziger englischer Muttersprachler dabei, die anderen kamen von überallher. Das war sehr erfrischend.

Hat man die Unterschiede sonst noch gemerkt?

Die Kulturen sind manchmal schon aufeinandergeprallt. Einmal rief mich nachts um vier Uhr die Ebay-Personalchefin an. Sie sagte: Wir haben hier ein Problem. Zwei kalifornischen Mitarbeiterinnen haben sich beschwert über sexuelle Belästigung durch deutsche Mitarbeiter, die gerade in Amerika sind. Darauf erwiderte ich: "Was? Das kann nicht sein!" Dann stellte sich heraus, dass zwei meiner Kollegen eine Bemerkung gemacht hatten über Kleidung, die sie cool finden. Und dann zu oft die Tür aufgehalten haben. Und zwar nur den Frauen und nicht den Männern. Das kam nicht gut an. Das waren Kleinigkeiten, aber es ist schon witzig, wie das gehen kann, wenn man mit jemandem zusammenarbeitet, der eine andere Mentalität hat.

Wie war das damals - unter Internet-Auktionen konnten sich sicher viele nichts vorstellen?

Ja, das mussten wir erklären. Vor allem mussten wir erst einmal erklären, dass eine Auktion nichts Elitäres ist, sondern eigent lich nur eine Art, einen Preis zu finden, nämlich den besten für alle - für Käufer und Verkäufer.

Gab es auch Kunden, die das nicht verstanden haben und dachten, sie könnten bei einem Auktionshaus wie Alando vorbeikommen und etwas persönlich ersteigern?

Als wir unser Büro noch in Kreuzberg in einer Fabriketage hatten, klingelte es mehrmals die Woche - und draußen stand ein Käufer und wollte irgendetwas angucken. Einmal habe ich die Tür aufgemacht und da stand gleich eine ganze Familie - Papa, Mama, drei Kinder. Sie fragten: Wo sind denn die Beanie Babys? Das sind kleine Kuscheltiere, die damals bei Sammlern sehr beliebt waren. Als ich erklären musste, dass wir die gar nicht selbst haben, waren sie wirklich traurig. Dann haben wir Kaffee und Kakao getrunken und uns die Kuscheltiere im Internet angesehen.

Interview: Fabrice Braun
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(