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"Project Tango": Dieses Google-Handy scannt Ihr Wohnzimmer

Google entwickelt ein Smartphone, das seine Umgebung abtasten und 3D-Modelle davon anfertigen kann. Das klingt hilfreich, etwa zur Navigation oder als Blindenhelfer, ist aber auch irgendwie gruselig.

Von Timo Brücken

Während das Smartphone in der realen Welt mit seinem Träger die Stufen hinaufsteigt, wächst im Computer ein dreidimensionales Modell des Treppenhauses in die Höhe. Stück für Stück, jede Etage in einer anderen Farbe. So funktioniert "Project Tango", der neueste Prototyp von Google. Ein Smartphone, das seine Umgebung abtastet und in 3D nachzeichnet, während es sich in der Hand seines Besitzers durch die Welt bewegt.

Seit einem Jahr arbeitet Google an dem Projekt, das "Mobilgeräten ein Verständnis von Raum und Bewegung im menschlichen Maßstab" vermitteln soll, wie Teamleiter Johnny Chung Lee schreibt. Universitäten, Forschungslabore und Unternehmen aus neun verschiedenen Ländern helfen dabei mit. Software-Entwickler können sich bei Lee um einen der 200 Prototypen von "Project Tango" bewerben, um Apps für das Gerät zu entwickeln, das Google in einem Video vorstellt.

Mögliche Einsatzgebiete: vor dem Möbelkauf ganz bequem das Wohnzimmer ausmessen, sich auch in fremden Gebäuden sofort zurechtfinden, oder als Orientierungshilfe für Blinde. Auch Videospiele mit Leveln, die dem Raum nachempfunden sind, in dem man sich gerade befindet, sollen möglich sein. Klingt spannend. Der Gedanke, dass Google so vielleicht irgendwann ganz genau weiß, wie die eigene Wohnung von innen aussieht, hat aber auch etwas Gruseliges.

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