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Daten-Roaming: EU plant weitere Kostengrenzen beim Handysurfen

Die Kosten für die Internetnutzung im Ausland sollen im kommenden Jahr deutlich sinken. Die EU will großen Anbietern wie der Deutschen Telekom Preisobergrenzen vorschreiben - und die Netze für andere Unternehmen zugänglich machen.

Von Arndt Ohler und Mark Schrörs

EU-Kommissarin Neelie Kroes will das Surfen per Handy im europäischen Ausland deutlich preiswerter machen. Wie die "Financial Times Deutschland" aus EU-Kreisen erfuhr, sieht ein Entwurf der Kommissarin vor, Netzbetreibern wie Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica Preisobergrenzen für die Datenübertragung per Handy vorzuschreiben. Das Datengeschäft ist bislang wenig reguliert und ist für Mobilfunkunternehmen enorm lukrativ.

Laut Entwurf sollen ab Sommer 2012 noch maximal 90 Cent je Megabyte Daten fällig werden. 2014 soll der Preis auf 50 Cent absinken. Es handelt sich um Nettobeträge. Aktuell zahlen Nutzer im Schnitt laut EU 2,5 Euro je Megabyte. Kroes will ihren Plan wohl am 22. Juni vorstellen. Die bestehende EU-Regelung für das so genannte Roaming läuft im Sommer 2012 aus.

Heftiger Schlag für Provider

Setzt sich Kroes in Brüssel durch wäre dies ein weiterer heftiger Schlag für die Mobilfunkkonzerne in Europa. Das Geschäft mit Telefonaten und der Datenübertragung ihrer Kunden im Ausland hat in der Vergangenheit für satte Gewinne gesorgt. Angeheizt wir das Datengeschäft durch die Popularität von Smartphones wie Apples iPhone oder Samsungs Galaxy S. Diese Geräte benötigen für viele Funktionen eine Internetverbindung.

Die EU hatte 2007 mit der ersten Roamingverordnung erstmals Preisgrenzen festgelegt, und diese 2009 noch verschärft. Damit hat sich die EU-Kommission bei Geschäftsleuten und Urlaubern beliebt gemacht, die über hohe Handyrechnungen klagten. Die Mobilfunkbranche dagegen rechnete Einnahmeausfälle von bis zu 20 Mrd. Euro vor, die für den Netzausbau fehlen.

Beim Datenfunk gibt es derzeit keine festgelegten Endkundenpreise. Dort gilt lediglich, dass die Mobilfunkkonzerne untereinander maximal 80 Cent je Megabyte berechnen dürfen. Der tatsächliche Preis liegt laut EU derzeit bei 45 Cent bis 50 Cent. Ein deutlicher Abstand zu dem was Endkunden am Ende je Einheit zahlen.

Kommissarin Kroes kritisiert daher weiter die Preispolitik der Mobilfunkunternehmen. "Es frustriert mich zu sehen, dass es bei Roamingdiensten nicht zu einem echten Preiswettbewerb kommt", sagte die Niederländerin erst Ende vergangenen Jahres.

Die Großen haben schon reagiert

Große Anbieter wie Vodafone, Telefónica, Deutsche Telekom und E-Plus haben bereits auf den Druck aus Brüssel reagiert und die Preise für den Datenfunk gesenkt. Sie hoffen, die geplante härtere Regulierung doch noch vermeiden zu können. So kostet zum Beispiel bei Vodafone das Paket "Europa Plus" 5 Euro inklusive 50 Megabyte.

Deutsche-Telekom-Chef René Obermann nutzte seine Rede auf der Hauptversammlung vergangene Woche, um die Branche wachzurütteln: "Wenn wir als Industrie nicht noch günstigere und einfachere Angebote machen können, verärgern wir unsere Kunden", so der Manager. "Deshalb sind unsere Roamingpartner gut beraten, ihre Vorleistungspreise weiter abzusenken." Aus deutscher Sicht profitieren von den Roaminggebühren vor allem Anbieter, die in Länder aktiv sind, wo viele deutsche Touristen unterwegs sind, wie Telefónica aus Spanien.

Weitergehende Vorschläge

Um den Preiswettbewerb zusätzlich in Schwung zu bringen sieht der Entwurf vor, dass Netzbetreiber künftig Roamingkontingente an Unternehmen ohne eigenes Netz verkaufen müssen. Hoffnung ist, dass ähnlich den Angeboten von Aldi oder Tchibo hierzulande, Firmen Sprach- und Datenpakete für die Handy-Nutzung im Ausland anbieten werden. Zudem sollen Verbraucher das Recht erhalten, einen separaten Roamingvertrag im Ausland abzuschließen.

Auch die Roamingkosten für Handy-Gespräche will Kroes noch einmal kräftig herunterschrauben. Sie sollen in drei Stufen ab Juli 2012 sinken. In der letzten Stufe ab 2014 soll der Preis für Gespräche aus dem Ausland bei maximal 24 Cent pro Minute liegen. Derzeit sind es 39 Cent. Für angenommene Anrufe sollen dann maximal 10 Cent fällig sein. Im Moment liegt der Preis bei 15 Cent. Die Kosten für SMS sollen im Juli 2012 auf 10 Cent fallen - von derzeit 11 Cent.

FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.