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Neues Smartphone vorgestellt: Pixel 4: Mit diesem iPhone-Klon will Google Apple das Fürchten lehren

Googles neues Smartphone Pixel 4 könnte auf den ersten Blick auch ein iPhone 11 sein. Doch mit dem was drin steckt, wird der Suchmaschinen-Gigant Apple mächtig unter Druck setzen. Und auch die anderen Neuvorstellungen können sich sehen lassen.

Google Pixel 4

Optisch erinnert das Google Pixel 4 extrem an das iPhone 11

stern-online

Die markante viereckige Kamera-Aussparung, die matte, sehr schlichte Glas-Rückseite: Wer Googles neues Pixel 4 nur für einen Moment sieht, wird es vermutlich spontan für ein iPhone 11 halten. Doch von der Zwillings-Optik des gerade vorgestellten Premium-Modells sollte man sich nicht den Blick verstellen lassen: Wie schon bei den Vorgängern stecken die echten Stärken des Pixels im Innern. 

Das heißt nicht, dass Google sich bei der Hardware keine Mühe gegeben hat. Das Pixel ist wieder hervorragend verarbeitet, der matte Metallrahmen und die bei zwei Farbvarianten ebenfalls matte Rückseite liegen toll in der Hand und fühlen sich edel an. Und: Zum ersten Mal verbaut Google auf der Rückseite eine zweite Kamera.

Smarte Knipse

Die ist auch eine der größten Stärken des Pixel 4. Während die anderen Hersteller sich ein Rennen um die größte Anzahl von Kameras lieferten, setzte Google bei seinen bisherigen Modellen lieber auf vielerlei Softwaretricks. Und konnte so selbst mit nur einer Knipse mit die besten Bilder auf dem Markt herausholen. Eine große Schwäche dieses Ansatzes war, dass die Berechnung erst nach der Aufnahme geschah. Vorschau und Ergebnis unterschieden sich dadurch deutlich. Dank der neuen Hardware ist nun erstmals eine Liveberechnung des Bildes möglich, man sieht tatsächlich schon vor dem Abdrücken, wie genau das Ergebnis wirkt.

Die neue Telephoto-Linse hilft dabei. Zum einen ermöglicht sie einen dreifachen optischen sowie einen laut Google verlustfreien 8x-Digitalzoom. Zum anderen werden die zusätzlichen Bild-Informationen auch zur Verbesserung nicht gezoomter Fotos genutzt.

Noch bessere Bilder bei wenig Licht

Gerade Aufnahmen bei schlechtem Licht - bei denen das Pixel 3 immer noch als eine der Referenzen gilt - will Google noch einmal deutlich verbessert haben. Das Pixel 4 soll etwa deutlich realistischere Nachthimmel erzielen. Zudem gibt es einen Sternenmodus, der 15 extreme Langzeitbelichtungen zu einem Foto vereint. Viel nützlicher im Alltag dürften die besseren Aufnahmen bei Gegenlicht sein. Dabei sollen nun sowohl die Lichtquelle als auch Personen und Gegenstände im Vordergrund natürlich eingefangen werden, der Effekt lässt sich per Regler verstellen. 

In einem ersten Ausprobieren konnte die Kamera durchaus beeindruckende Ergebnisse erzielen. Ob sie tatsächlich neue Maßstäbe setzen kann, wird erst ein ausführlicher Test zeigen.

Im recht breiten Rand des Displays verstecken sich die Sensoren für Gesichtserkennung und Gestensteuerung

Im recht breiten Rand des Displays verstecken sich die Sensoren für Gesichtserkennung und Gestensteuerung

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Steuerung per Wischen

Weitere Neuerungen gibt es auch auf der Front. Das tolle Display scrollt mit einer Wiederholrate von 90 Hertz extrem flüssig. Am oberen Rand verbergen sich neue Sensoren. Wie bei Apples FaceID setzt Google auf eine Kombination aus Kamera, Infrarotlichtsensoren und 3D-Scannern. Neben der vom iPhone bekannten, sehr sicheren Gesichtserkennung nutzt das Pixel 4 die auch für eine neuartige Gestensteuerung. So erkennt es, wenn sich die Hand nähert und macht sich dann schon bereit, das Gerät zu entsperren. Dann muss man es nur noch vor das Gesicht halten und es entsperrt sich sofort.

Die Gesten lassen sich auch zur Steuerung des Geräts nutzen. Wischt man über dem Gerät mit der Hand durch die Luft, wechselt man je nach App etwa den Song. Wie nützlich das im Alltag ist, wird sich zeigen.

Warten auf die Übersetzung

Viele weitere tolle Features des Pixel 4 wird es vorerst nicht in Deutschland geben. Der einfache Grund: Der Google Assistant, der die Grundlage für die meisten Neuerungen bietet, kann sie noch nicht auf Deutsch umsetzen. Was die englische Variante kann, ist aber beeindruckend. Der Assistent sucht nun etwa direkt per Sprachbefehl in Apps und springt in unter einer Sekunde auf eine per Sprache genannte Instagram-Seite. Rein technisch ebenfalls beeindruckend sind Live-Transkripte von Gesprächen, die sich im Nachhinein nach Worten und sogar Geräuschen durchsuchen lassen. Wann die Umsetzung des überarbeiteten deutschen Assistants beendet ist, konnte Google noch nicht verraten.

Die bis auf die Display-Diagonale von 5,7 (Pixel 4) und 6,3 Zoll (Pixel 4 XL) technisch identischen Smartphones kommen am 24. Oktober auf den Markt. Die Preise beginnen beim Pixel 4 bei 749 Euro, das Pixel 4 XL kostet ab 899 Euro. Beide Modelle sind in Schwarz und Weiß erhältlich, vom kleineren Modell gibt es zudem eine kleine Auflage in Orange.

Durch das runde Design sollen sich die Google-Router Nest Wifi noch besser in Wohnzimmer und Co. platzieren lassen

Durch das runde Design sollen sich die Google-Router Nest Wifi noch besser in Wohnzimmer und Co. platzieren lassen

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Weitere Neuerungen: Schickes Wlan und ein neuer Mini

Neben dem Pixel hat Google zudem seinen Sprachlautsprecher Home Mini überarbeitet. Das Gerät sieht zwar genauso aus, hört nun aber auf den Namen Nest Mini und bringt mehr Bass und Rechenleistung mit. In einem ersten Hören klang er für seine Größe sehr gut, eine richtige Box kann er aber immer noch nicht ersetzen. Da der Preis von 59 Euro gleich bleibt, gibt es keinen Grund, das alte Modell vorzuziehen.

Ebenfalls überarbeitet wurde Googles Mesh-Netzwerk Google Wifi, das nun auch unter der Nest-Marke läuft. Google teilt seine nun deutlich runderen Mesh-Geräte mit der Überarbeitung klar in Router und Zugangspunkt ein, vorher konnten alle Einheiten beides. Die Zugangspunkte bekommen einen vollwertigen Nest Mini verbaut. Gut: Wer ein altes Google Wifi im Einsatz hat, kann nur einen der neuen Zugangspunkte hinzukaufen, sie sind voll kompatibel. Mit mehr Antennen und Rechenleistung soll auch das Netzwerk selbst verbessert werden.