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Motorola P30: Ist das ein iPhone? Motorola zeigt die frechste Smartphone-Kopie seit Jahren

Auf den ersten Blick erscheint wohl jedem das neue Motorola P30 als iPhone X. Auf den zweiten hat sich der chinesische Hersteller auch noch fleißig bei Huawei bedient. Dabei hat der Konzern das eigentlich gar nicht nötig.

Motorola P30 iPhone X

Das Motorola P30 (links) sieht dem iPhone X zum Verwechseln ähnlich

Lange Zeit war die chinesische Industrie vor allem für ihre Kopierfreude berüchtigt, der "China-Klon" wurde zum geflügelten Wort. In den letzten Jahren haben sich immer mehr chinesische Unternehmen mit innovativen Ideen und neuen Designs von diesem Vorsatz lösen können. Vor allem im Smartphone-Bereich gab es mit Huawei und anderen Konzernen viele positive Beispiele. Jetzt hat das mittlerweile zum chinesischen Konzern Lenovo gehörende Motorola sein neues P30 vorgestellt - und damit die dreisteste Smartphone-Kopie seit Jahren.

iPhone X trifft Huawei

Man muss schon sehr genau hinschauen, um das Gerät von einem iPhone X zu unterscheiden. Motorola kopiert den schlanken Displayrahmen von Apples Spitzenmodell inklusive der markanten abgerundeten Kanten. Auch die Notch genannte Aussparung im oberen Rand wird nahezu 1:1 übernommen - obwohl Motorola dort deutlich weniger Technik unterbringen muss als Apple mit den Face-ID-Sensoren. Lediglich den unteren Rand mit Motorola-Schriftzug hat Apple sich dann doch lieber gespart. Besonders frech: Selbst das typische bunte Hintergrund-Bild des iPhone X hat Motorola kurzerhand nachgebaut.

Auf der Rückseite gehen die "Ähnlichkeiten" weiter. Die Doppelkamera des P30 ist genauso geformt wie die des iPhones, statt einem Apple- prangt ein Motorola-Logo an exakt derselben Position. Einen Unterschied hat sich Motorola bei Huawei abgeschaut: Die Rückseite gibt es auch mit einem schicken Farb-Verlauf von Lila in ein Türkis-Blau - genauso wie es Huawei beim P20 Pro in der Farbe "Twilight" erstmals angeboten hat. Auch der Name erinnert vermutlich nicht zufällig an das Konkurrenz-Produkt.

Mittelklasse für den Heimatmarkt

Technisch kann das P30 nicht mal annähernd mit den edlen Konkurrenten mithalten, statt Highend bietet es nur Mittelklasse-Technik. Dafür ist es aber deutlich billiger: Gerade mal knappe 300 Euro verlangt Motorola für das Gerät. Das iPhone X kratzt selbst gute zehn Monate nach Erscheinen noch an der Tausender-Marke. Allerdings plant Motorola wohl ohnehin keinen Europa-Start: Das P30 wurde bislang nur für den chinesischen Markt angekündigt.

 

Und genau hier dürfte auch der Grund für die extreme Nähe zum iPhone liegen. Das ist in China - wie im Rest der Welt - enorm beliebt, im Vergleich zu den einheimischen Smartphones aber teuer. Und so kann Motorola wohl trotz der hierzulande als peinlich wahrgenommenen Kopierfreude vermutlich auf gute Verkäufe hoffen.

Nötig hätte der Konzern das eigentlich nicht. Seit Vorbesitzer Google das Unternehmen 2014 an Lenovo verkaufte, hatte der Konzern immer weiter eine eigene, sehr markante Design-Sprache entwickelt. Zudem hatte man kreative, eigene Ansätzen wie auf der Rückseite aufsteckbare Aufsätze, die das Smartphone mit mehr Akkuleistung, verbessertem Sound oder gar einer Hasselblad-Kamera aufrüsteten. Das P30 passt also eigentlich gar nicht zu den anderen Geräten.

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