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Uni entwickelt neues Material: Nie wieder Spiderapp: Kaputte Smartphone-Displays heilen bald von selbst

Wenn das Smartphone aus der Hand rutscht, ist das Display schnell futsch. In Zukunft muss man sich darüber vielleicht keine Sorgen mehr machen - weil der kaputte Bildschirm einfach wieder zusammenwächst. Ein neues Material macht's möglich.

Ein Smartphone liegt mit gerissenem Display auf einem Holzboden

Ein Smartphone fällt schneller, als es einem lieb sein kann. Und schon ist das Display im Eimer.

Es ist einer der traurigsten Anblicke der Technik-Welt: Ein eigentlich tolles Smartphone - mit riesigen Rissen im Display. Gerne als "Spiderapp" veralbert, verdirbt der Anblick jedem, dem sein Smartphone aus der Hand gelitten ist, sofort den Tag. In Zukunft soll die Angst beim ersten Umdrehen des gefallenen Lieblings ein bisschen geringer ausfallen: Ein neues Material soll uns schon in wenigen Jahren selbstheilende Smartphone-Displays bescheren.

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Dieses vollmundige Versprechen macht zumindest der Chemiker Chao Wang gegenüber "Business Insider". Er hat gemeinsam mit seinem Team an der Universität von Kalifornien in Riverside an dem neuen Material getüftelt. Die Wissenschaftler stellten es im Dezember erstmals vor. Der neue, bisher nicht benannte Kunststoff ist nicht nur selbstheilend, sondern dabei auch transparent, dehnbar und - für die Nutzung in Touchscreen besonders wichtig - leitet Elektrizität. "Ein Material mit all diesen Eigenschaften zu kreieren, war eine jahrelange Herausfordung", so Wang auf der Universitätsseite. "Nun beginnen wir, die Einsatzmöglichkeiten zu erkunden."

Narben im Glas

Die sieht Wang etwa bei Robotern oder Batterien für Elektro-Autos. Für den Alltag viel spannender ist aber natürlich der Einsatz in Smartphone-Displays. Schon in drei Jahren könnte es soweit sein, sagte Wang gegenüber "Business Insider". Dann sollen kaputte Displays der Vergangenheit angehören, verspricht der Forscher. Sein günstig zu produzierendes, Gummi-ähnliches Material soll Risse und Kratzer in nur 24 Stunden bei Raumtemperatur selbst heilen.

Ob das im Alltag tatsächlich funktioniert, muss sich allerdings erst beweisen. LG hatte ein ähnliches Material für die Rückseite seines LG Flex benutzt. Kleinere Kratzer schaffte es, Wunder blieben aber aus. LG setzt seitdem auch selbst wieder auf andere Materialien. In einem Vorführ-Video von Wangs Forschungsgruppe schrumpft ein Kratzer auf dem Display zwar sichtbar, ganz verschwindet er aber nicht. Und hier handelt es sich um einen Kratzer, nicht um einen Riss. Wenn dort tatsächlich das Endergebnis gezeigt wird, haben Wang und Co. noch jede Menge zu tun, bis die Kunden sich wirklich über ein geheiltes Display freuen würden. Eine Art Narbe im Glas will man schließlich auch nicht haben.

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mma
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