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Neues Samsung-Smartphone: Galaxy S8 ausprobiert: Mehr Bildschirm in weniger Handy

Wow, ist der Bildschirm groß: Samsung hat in New York das Galaxy S8 vorgestellt, das mit einem beinahe randlosen Display in einem kompakten Gehäuse glänzt. Das hat jedoch auch seine Schattenseiten. Der stern hat das neue Samsung-Flaggschiff bereits ausprobiert.

Samsung: 10 Dinge, die Sie über das Galaxy S8 wissen müssen

Es ist ein scheinbar unlösbares Dilemma: Einerseits erwarten die Kunden immer größere Displays bei ihren Smartphones, andererseits sollen die Geräte möglichst leicht und dünn sein. Keine leichte Aufgabe für die Hersteller. Nachdem im vergangenen Jahr ausgerechnet der chinesische Underdog Xiaomi den Trend zum beinahe randlosen Bildschirm lostrat, ziehen in diesem Jahr die Großen nach. LG zeigte auf dem Mobile World Congress das G6 mit seinem XXL-Screen, nun legt Samsung nach.

Und wie: Beim Galaxy S8 verbauen die Südkoreaner erstmals ein sogenanntes Infinity-Display und gehen damit an die Grenze des derzeit Möglichen. Doch wie fühlt sich das Smartphone an, wie liegt es in der Hand? Und was hat sich sonst noch geändert? Der stern konnte das Galaxy S8 in London bereits vor der offiziellen Präsentation ausprobieren.

Galaxy S8: Von Rand zu Rand

Das Herzstück der beiden Varianten des Galaxy S8 sind ganz klar die riesigen Bildschirme. Beim "kleinen" Standardmodell erstreckt sich der Screen über 5,8 Zoll, beim großen Plus-Modell sind es sogar 6,2 Zoll - das sind beinahe Tablet-Ausmaße. Der Clou: Das Gehäuse ist bei beiden Modellen kaum größer als beim Vorgänger. Dafür mussten die Ingenieure das traditionelle 16:9-Format auf 18,5:9 strecken. Das bedeutet: mehr Bild in gleich viel Handy.

Optisch hat uns das Galaxy S8 im ersten Check außerordentlich gut gefallen. Die Verarbeitung ist so hochwertig, wie man es von einem Premium-Gerät erwartet. Und wir haben gute Nachrichten für Menschen mit kleinen Händen (so wie den Autor dieser Zeilen): Das normale S8 ist kaum größer als das iPhone 7, hat aber einen größeren Bildschirm als das 7 Plus. Das muss Apple erstmal nachmachen.

Die Auflösung beträgt bei beiden Versionen 2960 x 1440 Pixel. Beim kleinen Modell entspricht das 570 Pixeln pro Inch (ppi), das ist schärfer als ein handelsüblicher 4K-Fernseher. Dementsprechend knackig wirken Fotos und Bilder. Erstmals unterstützt ein Samsung-Smartphone den Bildstandard HDR, der das Farbspektrum bei Bildern erweitert.

Samsung: Galaxy S8 in Bildern: Alle Details, alle Farben
In dem kompakten Gehäuse steckt ziemlich viel Bildschirm, wie dieses Foto beweist.

In dem kompakten Gehäuse steckt ziemlich viel Bildschirm, wie dieses Foto beweist.

Tschüss Home-Button, hallo Iris-Scanner

So viel Display hat natürlich seinen Preis. Dort, wo früher der für Samsung typische Home-Button unter dem Bildschirm prangte, befindet sich nun ein virtueller Button im Display. Wir waren zunächst skeptisch, doch schon nach wenigen Minuten hat man sich an den Software-Button gewöhnt. Der ist bei vielen Android-Geräten ja auch Standard.

Dagegen vermissen wir den alten Fingerabdruckscanner: Der wandert beim Galaxy S8 nämlich auf die Rückseite. Das kennt man auch von anderen Herstellern (etwa Huawei), doch Samsung platziert die fingernagelgroße Fläche direkt neben und nicht wie meist üblich unter der Kamera. Hier sind falsches Tippen und verschmierte Linsen in den ersten Wochen programmiert.

Gerüchten zufolge wollte Samsung den Fingerabdruckscanner direkt im Frontbildschirm verbauen, so wie es angeblich auch Apple beim iPhone 8 vorhat. Allerdings soll die Technik noch nicht so zuverlässig arbeiten wie erhofft, weshalb man sich in letzter Minute für die Lösung auf der Rückseite entschieden hat. Ob das stimmt, weiß nur Samsung. Eine Lösung im Bildschirm (oder auch nur im unteren Teil davon) hätten wir trotzdem besser gefunden, zumal man das Telefon dann auch auf dem Tisch liegend entsperren könnte.

Immerhin: Neben dem Fingerscanner verbaut Samsung zusätzlich einen Iris-Scanner. Der feierte seine Premiere im Note 7, das im vergangenen September wegen explodierenden Akkus vom Markt genommen werden musste. Dort funktionierte der Iris-Scan recht zuverlässig, dank Infrarot-Technik selbst im Dunkeln. Allerdings musste man das Smartphone ziemlich nah vor das eigene Gesicht halten - ob das beim Galaxy S8 besser funktioniert, muss ein ausführlicher Test zeigen.

Galaxy S8: Kaum Neues bei der Kamera

Während Apple, Huawei und LG voll und ganz auf Dualkameras setzen, verbaut Samsung im Galaxy S8 eine nahezu baugleiche Kamera wie im Vorgänger. Die knipst erneut mit 12 Megapixeln und hat mit einer 1.7er-Blende ein lichtstarkes Objektiv, sodass auch in schummrigen Umgebungen gute Fotos gelingen. Im direkten Vergleich mit dem iPhone 7 hatte Samsung schon im letzten Jahr hauchdünn die Nase vorn. Insofern ist Samsung auch für dieses Jahr gut gerüstet.

Dennoch ist es überraschend, dass die Koreaner sich auf ihren Lorbeeren ausruhen. Während die Konkurrenz mit optischen Zooms, hochauflösenden Schwarz-Weiß-Sensoren und speziellen Porträt-Modi experimentiert, spendiert Samsung der 2017er-Auflage nur eine nennenswerte Neuerung: Erkennt die Kamera sich schnell bewegende Motive (etwa einen Läufer), knipst sie automatisch drei Bilder. Eine Software soll anschließend das beste Bild identifizieren und die Informationen aus den übrigen beiden Bildern nutzen, um die Bewegungsunschärfe (Blur-Effekt) zu minimieren. Das ist nett, aber kein Killer-Feature. Man darf gespannt sein, ob das gegen die kommenden Flaggschiffe von Apple und Huawei (beide für Herbst erwartet) ausreicht.

Ein kleines Upgrade gibt es für die Frontkamera: Die fotografiert nun mit 8 statt 5 Megapixeln. Selfie-Fans wird's freuen.

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Gaalxy S7 vs. iPhone 6s: Helligkeit bei Fotos

Selbes Motiv, selbe Uhrzeit. Und doch wirken beide Fotos völlig unterschiedlich.

Rasend schneller Prozessor

Technisch bleiben beim Galaxy S8 ansonsten kaum Wünsche offen: Der verbaute Prozessor ist der weltweit erste 10-Nanometer-Chipsatz. Ersten Benchmarks zufolge ist er extrem schnell und soll sogar das iPhone 7 Plus hinter sich lassen. In unserem ersten Check entdeckten wir keine nervigen Ruckler, weder in Apps noch im Betriebssystem. Auch im Desktop-Betrieb (dazu später mehr) machte das S8 eine gute Figur. Endgültige Ergebnisse wird es aber erst nach dem offiziellen Release geben.

Wie auch der Vorgänger ist das Galaxy S8 staub- und wassergeschützt, man kann bei der nächsten Poolparty also ohne Probleme Unterwasserselfies knipsen. Der 64 Gigabyte große interne Speicher ist via microSD erweiterbar und das Gerät erlaubt mit dem passenden Zubehör auch Wireless Charging. Wer das Smartphone via USB-C-Strippe auflädt, darf sich immerhin über die verbaute Schnellladetechnik freuen, auch wenn Samsung bislang keine konkreten Angaben diesbezüglich gemacht hat.

In puncto Konnektivität hat Samsung alles verbaut, was State of the Art ist. Wlan wird bis zum aktuellen ac-Standard unterstützt, LTE Cat.16 erlaubt schnellere mobile Datenraten, als man derzeit in Deutschland buchen kann und Bluetooth 5.0 sowie NFC sind ebenfalls an Bord.

Bixby ist Samsungs-Siri

Softwareseitig gibt es ebenfalls eine spannende Neuerung: Apple hat Siri, Amazon Alexa, Google seinen Assistant - und Samsung hat nun ebenfalls einen smarten Assistenten. Der hört auf den etwas seltsam anmutenden Namen Bixby, wurde von den einstigen Siri-Erfindern erdacht und soll nicht nur stumpf Sprachbefehle abarbeiten wie die Konkurrenz, sondern "ein intelligentes Interface" sein. Damit man ihn sofort starten kann, hat er sogar einen eigenen Button am linken Gehäuserand. Nur: Deutsche Nutzer dürften den vermutlich kaum nutzen. Denn zum Start werden nur Korea und die USA unterstützt, Europa soll erst im Laufe des Jahres folgen.

Ohnehin ließ die Bixby-Demonstration noch viele Fragen offen. Zwar verstand die Software in der Demo alle Befehle ("Mache das Licht an", "Zeige Bilder, die in London aufgenommen wurden", "Wie ist das Wetter in Berlin?"), doch dabei handelte es sich weder um komplexe Anfragen noch echte Gespräche, wie es Samsung verspricht. Zum Start werden außerdem nur eine Handvoll Samsung-Apps unterstützt, weitere Anwendungen von Drittanbietern sollen folgen. Bixby ist somit bislang nicht mehr als ein vollmundiges Versprechen, und man darf gespannt sein, ob Samsung die damit geschürten Erwartungen erfüllen kann.

Als Betriebssystem läuft auf dem Galaxy S8 Android 7.0, das mit der TouchWiz-Oberfläche angepasst wurde. Diese ist aber nicht mehr ganz so aufdringlich wie in früheren Jahren, was der Übersicht zugute kommt.

Galaxy S8 DeX Dock

Nach ein paar Sekunden Wartezeit kann man anschließend wie an einem klassischen PC arbeiten. Hier parallel auf dem Monitor zu sehen: die Youtube-App, der Browser und Microsofts Office-Suite.

Vom Smartphone zum PC

Passend zum Galaxy S8 gibt es auch viel neues Zubehör. So kommt eine überarbeitete Version der Rundum-Kamera Gear 360 (jetzt mit 4K und Live-Streaming) und der VR-Brille Gear VR (neue Linsen) auf den Markt. Besonders bemerkenswert ist Samsung DeX: Dabei handelt es sich um ein Dock, das in etwa halb so groß ist wie eine Raviolidose und das Smartphone quasi zum PC macht. Dazu muss man das Telefon einfach in den USB-C-Port stecken, einen Monitor via HDMI anschließen - und schon kann man Android-Apps wie ein herkömmliches PC-Programm öffnen.

Samsung zufolge müssen die Apps nicht speziell für DeX angepasst werden. In einer kurzen Demo wurden etwa Microsofts Office-Suite, Youtube und der Browser parallel geöffnet. Allerdings kann nicht jede App maximiert dargestellt werden, sie bleiben dann einfach in dem Format des Mobiltelefons.

Fazit: Schick, schnell - aber muss sich erst noch beweisen

XXL-Bildschirm, schneller Prozessor, cleveres Zubehör: Mit dem Galaxy S8 bringt Samsung das derzeit wohl beste Smartphone auf den Markt. Trotz der riesigen Infinity-Displays liegen die Geräte gut in der Hand - dieser Spagat gelingt nicht vielen Herstellern. Das Design wirkt edel und durchdacht. Dass der Fingerabdruckscanner von der Vorder- auf die Rückseite gewandert ist, kann man verschmerzen, es wirkt allerdings wie eine Behelfslösung.

Die Kamera dürfte immer noch eine der besten am Markt sein, doch spektakuläre Neuerungen wie einen optischen Zoom oder einen Porträtmodus liefert Samsung nicht. Der smarte Assistent Bixby haute uns bei der ersten Demonstration noch nicht aus den Socken, stattdessen gab es viele Versprechen. Wann es den Dienst auf Deutsch gibt, ist noch unklar.

Das Galaxy S8 erscheint am 28. April in drei Farben (Schwarz, Silber, Grau) und kostet 799 Euro (UVP). Die Plus-Variante liegt bei 899 Euro. Genau hier liegt die Krux: Für knapp die Hälfte (derzeit 449 Euro) bekommt man bereits das Galaxy S7 Edge. Das hat zwar einen kleineren, nicht ganz so spektakulären Bildschirm und etwas weniger Power, muss sich bei den Features sonst aber nicht verstecken: Der Speicher ist ebenfalls erweiterbar, das Gehäuse wasserdicht und die Kamera macht auch gute Bilder. 

Technische Daten


Smartphone

Galaxy S8

Galaxy S8+

Galaxy S7 (zum Vergleich)

Maße

148,9 x 68,1 x 8,0 mm

159,5 x 73,4 x 8,1 mm

142,4 x 69,6 x 7,9 mm

Gewicht

155 Gramm

173 Gramm

152 Gramm

Display

5,8 Zoll (2960 x 1400 Pixel)

6,2 Zoll (2960 x 1400 Pixel)

 5,1 Zoll (2560 x 1440 Pixel)

Prozessor

2,3 Ghz Quad + 1,7 Ghz Quad

2,3 Ghz Quad + 1,7 Ghz Quad

2,3 Ghz Quad + 1,6 Ghz Quad

Speicher

64 GB (UFS 2.1), erweiterbar

64 GB (UFS 2.1), erweiterbar

32 GB (UFS 2.0), erweiterbar

Konnektivität

USB-C, 3,5mm-Klinke, Bluetooth 5.0, Wlan ac, NFC, LTE.Cat16

USB-C, 3,5mm-Klinke, Bluetooth 5.0, Wlan ac, LTE.Cat16

micro-USB 2.0, 3,5mm-Klinke, Bluetooth 4.2, Wlan ac, NFC, LTE Cat.9

Kameras

Haupt: 12 MP (f/1.7)

Front: 8 MP

Haupt: 12 MP (f/1.7)

Front: 8 MP

Haupt: 12 MP (f/1.7)

Front: 5 MP

Akku

3.000 mAh

3.500 mAh

3.000 mAh (3600 mAh beim S7 Edge)

Wasserschutz

IP68

IP68

IP68


Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.