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Er übersah ein Detail: O2-Kunde bekommt Handy-Rechnung über 1,6 Millionen Euro

Eigentlich wollte er nur mal im Internet surfen. Weil sein altes Handy das nicht konnte, steckte ein O2-Kunde seine Karte einfach in einen Surf-Stick. Nur ein kleines Detail hatte er nicht beachtet.

Ein Mann schaut erschrocken eine Rechnung an

Satte 1,6 Millionen standen auf der O2-Handyrechnung (Symbolbild)

Über Handy und Co. unterwegs ins Internet zu gehen, gehört für die meisten Menschen in Deutschland seit Jahren zum Alltag. Einen O2-Kunden aus Speyer hätte es nun fast ruiniert - obwohl er nicht mal ein Smartphone besitzt.

Eigentlich macht sich Hotelkaufmann Robert M. nicht viel aus Technik, schreibt "Bild", die als erstes über den Fall berichteten. Statt eines modernen Smartphones nutzt er immer noch sein uraltes Nokia 6210. Der Knochen kam bereits Jahr 2000 in den Handel. Aus demselben Jahr stammt auch sein Mobilfunk-Vertrag bei O2. Der wäre M. fast zum Verhängnis geworden.

Filme schauen im Akkord

Denn als er sich entschied, nun doch mal das Internet auszuprobieren, nutzte er dafür einfach seine Uralt-Sim-Karte. Weil das Handy nur über den veralteten WAP-Standard ins Netz konnte, steckte er die Karte in einen Surfstick für seinen Laptop. Dann fing er an, Filme im Internet zu schauen.

So retten sie ihr nasses Handy

Und allem Anschein nach hatte er mächtig Nachholbedarf: Satte 316 Gigabyte an Videos soll M. aus dem Netz geladen haben, im Zeitraum von zwei Wochen. Das wäre schon bei einem aktuellen Tarif sportlich. Seiner stammt aber vom April 2000 - und hatte entsprechend keine Internet-Flatrate. Stattdessen wird pro Megabyte abgerechnet. Und zwar saftige 5,12 Euro für jedes angefangene MB. M. hatte am Ende des Monats 323.584 MB verbraucht.

Als die Rechnung eintraf, dürften ihm entsprechend die Ohren geschlackert haben. 1.364.508,03 Euro an WAP-Gebühren forderte O2. Plus Mehrwertkosten. Dabei hatte M. vorher nie mehr als 15 Euro zu bezahlen. Millionenschulden hat M. nun aber trotzdem nicht.

Glück im Unglück

Bei O2 greift eine Bremse für Datennutzungskosten, sobald die 99 Euro überschreiten, erklärte ein O2-Sprecher gegenüber "Bild". Damit wolle man genau solchen Problemen mit Alttarifen zuvorkommen. "Der Kunde muss nur diese 99 Euro plus die monatlichen Fixkosten seines Vertrages zahlen. Aus Kulanz werden wir Herrn M. sogar den kompletten Rechnungsbetrag ausbuchen." Der Vertrag wird jetzt ebenfalls auf aktuelle Konditionen umgebucht. 

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