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Go for Gold: Darum wollen alle goldene Smartphones

Goldene Smartphones waren lange ein Zeichen von Proleten und Neureichen. Jetzt boomen die Schmuckstücke auf einmal. Bloß - warum?

Huawei Mate S gold

Goldene Smartphones wie das iPhone 6s oder das Huawei Mate S (im Bild) sind stark im Kommen.

Goldene Telefone waren früher etwas, dass Bond-Schurken und andere Gangster benutzten, um die nächsten üblen Dinger zu planen. Auch goldene Handys waren eher Protz-Objekte als gesellschaftlich anerkannte Schmuckstücke. Und plötzlich drehte sich der Wind. Wohin man nun schaut: Überall surft, chattet und telefoniert die halbe Welt auf ihrem goldenen Smartphone. Ob als schicker Champagner-Ton oder im modernen Roségold: Gold ist ganz klar Trumpf. Was ist passiert?

Natürlich gab es nicht ein einzelnes Ereignis, dass die Kunden reihenweise goldene Smartphones kaufen lies. Ein bisschen allerdings schon. Denn erst als Apple beim iPhone 5s das erste Mal ein goldenes Smartphone vorstellte, brachen die Dämme. Goldene Handys gab es zwar bereits Jahre vorher, auch an goldene Smartphones hatten sich einige Hersteller schon getraut. Nur besonders gut verkauft hatten sie sich nicht. Das hatte einfache Gründe.

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iPhone 6s in Rosegold

Das derzeit vielleicht angesagteste Gold-Smartphone ist das iPhone 6s. Erstmals gibt es das Apple-Smartphone nämlich nicht mehr nur in gelbem Champagnerton, sondern auch im modernen Roségold.

Champagner statt Ludengold

Als erster Hersteller setzte Apple auf einen edlen, matten Champagnerton statt auf protzig glänzendes Gelbgold. Die älteren Goldmodelle und natürlich auch die vor allem bei reichen Russen und Chinesen beliebten Modelle mit nachträglich vergoldetem Gehäuse wirkten, als ob sie für den Gangster oder Rotlichtgrößen geschaffen worden wären. Während das Protzen im nahen und fernen Osten durchaus gesellschaftsfähig ist, gibt man sich im Westen gerne zurückhaltender. Dazu passt das schlichte, weniger ins Auge springende champagnerfarbene iPhone - und wurde prompt ein voller Erfolg. Kein Wunder, dass die Konkurrenten schnell nachzogen. Ob Samsung Galaxy S6, Sony Xperia Z5 oder Huawei Mate S: Mittlerweile kommt kaum noch ein Premium-Smartphone ohne Goldvariante auf den Markt.

Das Apple den Trend alleine gesetzt hat, kann man aber trotzdem nicht sagen. Auch beim Schmuck hatte Gold in den letzten Jahren ein Comeback. Gemeinsam mit dem Revival der Neunziger Jahre bei Mode und Musik kam auch der üppige Goldschmuck zurück. Ob bei der dicken Halskette oder der Digitaluhr: Gold ist wieder schick. Dieses Jahr vor allem bei der neuen Modefarbe Roségold. Das hat natürlich auch Apple bemerkt - und bot das neue iPhone 6s gleich in der neuen Farbvariante an. Die erinnert viele zwar eher an Pink-Metallic, dem Verkaufserfolg tut das aber keinen Abbruch, das Rosègoldene iPhone ist extrem erfolgreich

Doch nur für Angeber?

Vielleicht spielt neben der Modefarbe noch ein weiterer Faktor eine Rolle. Wie beim iPhone 5s und dem iPhone 5 unterscheidet sich auch das aktuelle iPhone 6s optisch kaum von seinem Vorgänger iPhone 6. Nur die neue Farbvariante verrät ganz klar, dass es sich um das neue Modell handelt. Das ist einigen Käufern durchaus immer noch sehr wichtig. Und so taugt das Gold dann doch wieder zum Angeben.

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Manchmal will man auch einfach mal richtig auffallen. Dabei dürfte diese diamantenbesetzte Goldhülle mit dem Antlitz des russischen Präsidenten Putin kaum zu schlagen sein. Mit gut 3900 Euro ist man dabei.

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