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Tchibo-Handys: Wenn der Kaffeeröster zweimal klingelt

Die Bohne ist nicht mehr genug: Auf dem Weg zum Konsumgüterkonzern bietet Kaffeeröster Tchibo auch Handys an - neben Dinkelspelzkissen und Spargeltöpfen. Und wieder setzt Tchibo auf seine Stärken: einfach und günstig.

Der Kaffeeröster verkauft in seinen Filialen längst nicht mehr nur die braune Bohne, sondern bietet eine breite Palette von Gebrauchsgütern - von Schmuck über Kochtöpfe bis zu Bekleidung - sowie Finanzdienstleistungen und Reisen an. Außerdem kommt noch der traditionelle gastronomische Bereich mit Kaffee-Ausschank hinzu. Die ständige Erweiterung im Non-Food-Bereich ist lukrativ: Mit seinen Handelswaren erlöst Tchibo das Gros des Umsatzes von zuletzt über drei Milliarden Euro.

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft

Zeitlich passend, um das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft mitzunehmen, steigt Tchibo jetzt auch in das lukrative Geschäft mit Handys ein. Die Mobilfunkbranche biete für Tchibo ein großes Potenzial, hieß es, daher soll das Angebot in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden. Damit wäre Tchibo der erste so genannte virtuelle Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland. Solche Anbieter kaufen Gesprächsminuten von Betreibern mit eigenem Funknetz und vermarkten diese dann mit eigenen Verträgen, Diensten und Tarifen. In anderen europäischen Ländern sind virtuelle Netzbetreiber schon länger auf dem Handymarkt und haben dort den Wettbewerb angeheizt.

Für Tchibo ist der Einstieg in die Mobilfunksparte nach Auskunft eines Sprechers ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Konsumgüterkonzern. Zwar sei das Kaffeegeschäft weiterhin "sehr wichtig". Aber auch mit Versicherungen, Reisen und sonstigen Dienstleistungen und Waren sei man sehr erfolgreich. Bereits 1999 hatte sich Tchibo als Mobilfunkhändler versucht, konnte jedoch damals keine eigenen Verträge anbieten.

Der Kleinste ist der Partner

Der technische Partner von Tchibo ist o2 Germany, Deutschlands kleinster Netzbetreiber. Allerdings sind die Kaffeeröster-Verträge nicht identisch mit einem "normalen" o2-Vertrag, bestimmte Features wie eine E-Mail-Adresse bei o2 sind für Tchibo-Kunden nicht möglich. Außerhalb von Ballungsräumen nutzen die Tchibo-Handys das T-Mobile-Netz, weil o2 besonders auf dem Lande nur eine schwache Abdeckung erreicht.

Einfach zu durchschauen - aber nur Prepaid

Das Tchibo-Tarifsystem ist sehr einfach zu durchschauen: In Deutschland kostet jeder Anruf 35 Cent pro Minute - egal in welches Fest- oder Mobilfunknetz. Das ist besonders für netzübergreifende Handy-zu-Handy-Telefonate ein echtes Schnäppchen: Je nach Zeit und Netz werden bei der Konkurrenz zwischen 49 und 79 Cent pro Minute fällig.

"Tchibofonieren" gibt es zurzeit nur als Prepaid-Angebot, das Gebühren-Guthaben lässt sich per Dauerauftrag, im Internet unter www.tchibo.de oder in den Tchibo-Fillialen aufladen.

Die Tchibo-Handys verfügen - wie bei den meisten Prepaid-Handys üblich - über einen so genannten SIM-Lock, d. h. sie sind nicht ohne weiteres mit Nicht-Tchibo-Karten zu nutzen. Immerhin bietet Tchibo an, seine Handys auch für andere Mobilfunkanbieter freizuschalten – allerdings wird innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Erwerb eine einmalige Gebühr von 49 Euro fällig. Die Tchibo-SIM-Karte wiederum kann in jedem x-beliebigen Dual- oder Triband-Handy genutzt, vorausgesetzt, dieses ist nicht ebenfalls mit einem SIM-Lock eines anderen Anbieters versehen.

Der Clou: die kostenlose Mailbox

Neben dem übersichtlichen Tarifmodell ist der zweite Trumpf im Ärmel von Tchibo die kostenlose Mailbox. Nachrichten können ohne Zusatzkosten abgefragt werden. Die für o2-Kunden bestehende Möglichkeit, zwischen Mailboxen Nachrichten hin und her zu schicken, ist bei Tchibo allerdings deaktiviert. Der Grund ist offensichtlich: Wenn die Mailbox nichts kostet, könnte man sich komplett auf diese Nulltarif-Kommunikation zurückziehen.

Die Handymodelle

Die Hamburger Kaffeeröster halten auch die Palette mit Handymodellen übersichtlich, drei Geräte in drei Preisklassen - das muss reichen. Verzichtet wird auch - typisch Tchibo - auf jede Form einer eleganten Typenbezeichnung: Hier heißen die Handys, wie sie sind.

Das Einsteigermodell zum Beispiel nennt sich "Kompakt-Handy" und kostet 39,95 inkl. zehn Euro Startguthaben. Dafür erhält der Käufer ein graues Telefon mit dem unvermeidlichen Tchibo-Markenlabel "TCM", dahinter verbirgt sich das Alcatel XG1. Für diesen Preis gibt es ein Gerät, das kaum mehr tut, als zu telefonieren. Es bietet 15 Klingeltöne und die Möglichkeit, sein Telefonbuch in Anrufergruppen zu unterteilen. SMS zu verschicken, ist auch möglich, allerdings ohne die Eingabehilfe T9.

Was das besondere am "Klapp-Handy" ist, lässt sich angesichts des Namens nicht schwer erraten. Für 79,95 Euro gibt es ein als TCM-Produkt getarntes Philips 330 mit polyphonen Klingeltönen, dem SMS-Helfer T9 und einem WAP-Browser.

Von BenQ hergestellt wird Tchibos Vorstoß in die Handyoberklasse: Das "Photo-Handy" verfügt über eine Digitalkamera mit einer Auflösung von 352x288 Pixel, ein Display (128x128 Pixel) mit 65.000 Farben. Als Triband-Telefon kann es auch in den USA eingesetzt werden.

Karin Spitra/Ralf Sander
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.