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Messenger Telegram ist der beliebteste Whatsapp-Ersatz - und führt bald kostenpflichtige Funktionen ein

Telegram ist einer der beliebtesten Messenger
Telegram ist einer der beliebtesten Messenger
© Sergei Konkov/TASS / DPA
Telegram hat weltweit fast 500 Millionen aktive Nutzer*innen. Damit der Dienst profitabel bleibt, werden im kommenden Jahr neue Funktionen eingeführt, für die man zur Kasse gebeten wird.

Whatsapp ist mit mehr als zwei Milliarden aktiven Nutzer*innen der populärste Messenger der westlichen Welt. Doch immer mehr Menschen wollen dem zu Facebook gehörenden Dienst den Rücken kehren. Davon hat in diesem Jahr keine Alternative so sehr profitiert wie Telegram. Mittlerweile nähere man sich der Marke von 500 Millionen Nutzer*innen, wie der Dienst am Mittwoch bekanntgab. Das ist insofern bemerkenswert, weil der Dienst erst im April die 400-Millionen-Marke bekanntgab. Telegram, so viel steht fest, ist einer der großen Gewinner der Corona-Pandemie.

Um das Geschäft am Laufen zu halten, plant Telegram-Gründer Pavel Durov im Jahr 2021 die Einführung von Bezahlfunktionen. Bislang habe er das sieben Jahre alte Start-up persönlich finanziert, aber da sein Unternehmen nun sehr schnell wachse, sucht er nach neuen Möglichkeiten, den Instant-Messenging-Dienst zu monetarisieren, wie er vor Kurzem auf seinem Telegram-Kanal bekanntgab. "Ein Projekt unserer Größe benötigt mindestens ein paar hundert Millionen Dollar pro Jahr, um am Laufen zu bleiben", schreibt er. Er stellt aber gleich klar: "Wir werden das Unternehmen nicht verkaufen wie die Gründer von Whatsapp."

Die beiden Whatsapp-Gründer Jan Koum und Brian Acton verkauften ihren Messenger 2013 an Facebook.

Das ändert sich bei Telegram

Alle Funktionen, die derzeit bei Telegram kostenlos seien, würden kostenlos bleiben, verspricht Durov. Sowohl normale Chats zwischen einzelnen Personen als auch die beliebten Gruppen-Chats bleiben demnach gratis und werbefrei. Die Mehrheit der Nutzer dürfte "praktisch keine Veränderung bemerken", erklärt der Telegram-Gründer.

"Wir werden einige neue Funktionen für Business-Teams oder Power-User hinzufügen. Einige dieser Funktionen werden mehr Ressourcen benötigen und von diesen Premium-Nutzern bezahlt werden", schreibt Durov.

Besonders beliebt seien die sogenannten One-to-Many-Kanäle, in denen etwa Medien, Plattformen oder Prominente Millionen Abonnenten haben können. Dort plane man die Einführung einer eigenen Werbeplattform "die benutzerfreundlich ist, die Privatsphäre respektiert und uns erlaubt, die Kosten für Server und Traffic zu decken." Eine weitere Möglichkeit, wie Telegram seinen Dienst monetarisieren könnte, seien Premium-Sticker mit "zusätzlichen expressiven Funktionen", schreibt er. Und Durov verspricht: "Die Künstler, die Sticker dieser neuen Art machen, werden auch einen Teil des Gewinns bekommen."

Telegram will "Milliarden neue Nutzer"

Durovs Ambitionen sind groß: "Wir werden unzählige neue Funktionen einführen und Milliarden neue Nutzer begrüßen", schreibt der 36-Jährige, der als russischer Mark Zuckerberg gilt. Vor Telegram sorgte er mit dem sozialen Netzwerk VKontakte für Aufsehen, das als russisches Pendant zu Facebook gilt.

Telegram hat den Ruf, eine besonders sichere Whatsapp-Alternative zu sein. Dabei kritisieren Datenschützer immer wieder, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation im Gegensatz zu Mitbewerbern wie Signal oder Threema nicht standardmäßig aktiviert ist. Eine Übersicht der populärsten Messenger finden Sie hier

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cf

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