Airbus A380 Abheben zur Bruchlandung


Mit mehr als 470 Menschen an Bord ist die A380 zum ersten von mehreren Passagiertestflügen gestartet. Die Versuchspersonen sollten die Einrichtung und den Flugkomfort beurteilen. Für Lieferverzögerungen führten dann jedoch Probleme, die nicht von den Testpassagieren bemerkt wurden.

Beim ersten Praxistest des Super-Airbus A380 haben 474 Passagiere das größte Verkehrsflugzeug aller Zeiten auf Herz und Nieren geprüft. Darunter waren neben knapp 30 Experten für Kabinentechnik auch hunderte Freiwillige, die unter den 15.000 Airbus-Mitarbeitern ausgelost worden waren.

Die Testpassagiere sollten alle Schwächen und Stärken des A380 bei Komfort und Ergonomie aufdecken, um vor dem Ersteinsatz noch Korrekturen zu ermöglichen. Das geht von der Bequemlichkeit der Sitze über die Funktion der Klimaanlagen und Toiletten bis hin zu Beleuchtung, Vibration der Wandverkleidung und Beschallung.

Drei weitere Flüge in dieser Woche

Die Testmaschine hob kurz vor 10.00 Uhr in Toulouse zu ihrem siebenstündigen Langstreckenflug ab. Das Flugzeug der Seriennummer MSN002 war in Hamburg mit einer Standardkabine für 474 Passagiere ausgerüstet worden. Bis Freitag sollen drei weitere Passagier-Testflüge ("Early Long Flights") von zehn, zwölf und 15 Stunden Dauer folgen, darunter ein Nachtflug. Man decke dabei alle Flugbedingungen ab, teilte Airbus in Toulouse mit. Für kürzere Testflüge wurden auch Strecken in Deutschland und Spanien ausgewählt; die längeren Flüge finden auf Routen nach Norwegen und den Kanarischen Inseln statt. Die insgesamt vier Testflugzeuge haben bisher fast 2000 Flugstunden absolviert.

Der Passagierjet mit 555 Sitzen in der Standardversion sollte eigentlich Ende 2006 bei Singapore Airlines erstmals in Liniendienst gehen. Doch Ende September musste Airbus wegen Problemen bei der Verkabelung Verzögerungen bei der Auslieferung eingestehen. Die Krise führte zur Entlassung von einem der beiden EADS-Konzernchefs, Noel Forgeard, sowie von Airbus-Chef Gustav Humbert. Anfang September musste Charles Champion, der bei Airbus für die A380-Produktion zuständig war, seinen Hut nehmen.

Der A380 für 555 Passagiere in der Standardversion sollte zum Goldesel von Airbus werden. Durch die Verzögerungen ging ein Verlust an eingeplanten Erträgen von insgesamt zwei Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren einher, weswegen der Aktienkurs der Airbus-Mutter EADS kräftig eingebrochen ist.

DPA DPA

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