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Bio-Kunststoff: Nylon-Strumpfhosen aus Holzresten

Nicht nur bio, sondern auch aus Müll gemacht: Biotechnologen der Universität des Saarlandes wollen im großen Stil aus Holzabfällen Nylon herstellen. Haben Kunststoffe aus Erdöl bald ausgedient?

Wie lässt sich im großen Stil aus Holz Nylon herstellen? Experimente mit verschiedenen Bio-Substanzen sollen helfen, diese Frage zu beantworten.

Wie lässt sich im großen Stil aus Holz Nylon herstellen? Experimente mit verschiedenen Bio-Substanzen sollen helfen, diese Frage zu beantworten.

Nylon aus Holz fertigen - das hört sich schräg an, wird aber vielleicht in wenigen Jahren ganz normal sein. Chemiker der Universität des Saarlandes wollen das Bodenbakterium Pseudomonas putida zur Herstellung von Nylon nutzen. Dessen Stamm KT 2440 produziert aus dem Holzstoff Lignin eine Vorstufe der Adipinsäure. Diese wiederum ist der Grundstoff für hochwertiges Nylon.

"Die biotechnische Herstellung ist eine echte Alternative zur energiefressenden und Klimagas produzierenden Synthese aus Erdöl", sagt Professor Christoph Wittmann. Ein Patent auf das Verfahren haben sich Wittmann und sein Team schon gesichert. Seit April forschen sie an der Optimierung, damit das Verfahren zukünftig in der Industrie eingesetzt werden kann. Sind sie erfolgreich, lässt sich die neue Herstellungsweise vielfältig nutzen. Aus dem extrem langlebigen Nylon werden nicht nur Strumpfhosen, sondern auch zum Beispiel Autoteile oder Dübel hergestellt.

Steile Marktprognosen für Bio-Kunststoffe

Der Bedarf an Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen steigt rasant: Die Erdölreserven gehen allmählich zur Neige, gleichzeitig benötigt die wachsende Weltbevölkerung immer mehr Kunststoff. Weltweit arbeiten Biotechnologen an neuen Verfahren, die die Plastik-Produktion aus dem endlichen Stoff Erdöl ersetzen können. Trotzdem macht "weißer Kunststoff" bisher nicht einmal zwei Prozent der weltweiten Polymer-Produktion aus.

Das könnte sich nach Ansicht von Forschungsinstituten und Herstellerverbänden bald ändern. So rechnet der Branchenverband European Bioplastics 2017 mit einer Jahresproduktion von über 6000 Kilotonnen Bio-Kunststoff. Zum Vergleich: 2012 wurden knapp 1400 Kilotonnen des erdölfreien Materials produziert.

Abfall statt Nahrungspflanze

Einen großen Vorteil seiner Methode sieht Wittmann im Vergleich zur Produktion auf Erdölbasis in einem viel geringeren Energiebedarf. Zudem lasse sich die Adipinsäure aus einem Holzanteil herstellen, der heute als Abfall zumeist verbrannt wird, und nicht aus Nahrungspflanzen. "Angesichts der Diskussion 'Tank oder Teller' ist das wichtig", betont Wittmann. Die meisten bisher bekannten Biokunststoffe basieren auf Nahrungspflanzen wie Mais und Zuckerrüben.

Bis zur industriellen Anwendung müssen die saarländischen Wissenschaftler aber noch so manches Problem lösen. "Es gilt zu zeigen, dass die Produktqualität stimmt und sich das Biotech-Produkt genauso gut auf vorhandenen Anlagen verarbeiten lässt wie das petrochemische", erklärt Wittmann. Das wollen er und seine Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren bei ihrem Projekt beweisen, das vom Bundforschungsministerium mit 1,4 Millionen Euro gefördert wird. Letztlich dürfe die Adipinsäure zudem nicht teurer sein als bisher. Der Marktpreis liegt derzeit bei 1,70 Euro pro Kilogramm.

am/DPA/DPA

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