DeCSS Freigesprochener DVD-Hacker will Schadenersatz


Nach seinem Freispruch im Prozess um die Entschlüsselung des DVD-Sicherheitscodes verlangt der norwegische Computerexperte Jon Lech Johansen Schadenersatz. Die Ermittlungen gegen ihn hätten ihn "sehr belastet".

Nach seinem Freispruch im Prozess um die Entschlüsselung des DVD-Sicherheitscodes verlangt der norwegische Computerexperte Jon Lech Johansen jetzt Schadenersatz. Nach Angaben seines Anwalt Halvor Manshaus waren die vierjährigen Ermittlungen für den jungen Mann eine schwere Belastung, für die er von der zuständigen Polizeibehörde für Wirtschaftsstrafsachen 150.000 Kronen (rund 17.200 Euro) fordert. Diese Summe soll auch die Gerichts- und Anwaltskosten abdecken.

Der heute 20-jährige Johansen war auf Betreiben der US-Filmindustrie angeklagt worden. Er hatte als 15-Jähriger eine Software zum Entschlüsseln und Kopieren von DVD-Filmen entwickelt (DeCSS) und diese auch im Internet verbreitet. Johansen entwickelte die Software nach eigenen Angaben, um DVD-Filme auf seinem Linux-Computer anschauen zu können. Dafür gab es damals noch kein Programm. Inzwischen gibt es zahlreiche ähnliche Programme im Internet.

Mehrfach freigesprochen

Johansen wurde sowohl in der ersten Instanz als auch in der Berufungsverhandlung freigesprochen. Er könne nicht dafür verurteilt werden, dass er den Schutz von DVDs gebrochen habe, die er legal erworben habe, befand das Gericht. Auch sei ihm nicht vorzuwerfen, dass andere sein Programm zu illegalen Zwecken missbraucht hätten. Staatsanwältin Inge Marie Sunde verzichtete überraschend auf eine weitere Berufung, die den Fall vor das oberste Gericht gebracht hätte.

DPA

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