Entwicklung Robbie rennt


Die Universität Jena hat ein Lauflabor für Roboter eingerichtet und erforscht biomechanische Vorgänge und Bewegungsabläufe. Ziel ist die Weiterentwicklung künstlicher Beine, die zu besseren Prothesen führen sollen.

Sportwissenschaftler der Universität Jena wollen Roboter auf Trab bringen und haben dazu nach eigenen Angaben das weltweit erste Lauflabor für Roboter eingerichtet. Die Einrichtung des neuen Labors sei mit etwa 70.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert worden, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Es soll helfen, verschiedene am Computer entwickelte Bewegungsmodelle mechanisch an Robotern umzusetzen. "Irgendwann werden unsere Erkenntnisse auch dabei helfen, die perfekten Beinprothesen zu bauen", sagte der Jenaer Sportwissenschaftler Andre Seyfarth.

Stabiles Laufen als Ziel

Einige "Trainingsmärsche" absolvierte der Roboter "JenaWalker 3" bereits auf einem Endlosband im Lauflabor der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ein Entwicklungsingenieur muss der kleinen Maschine noch leichte Starthilfe geben, da sie erst vor wenigen Wochen das Laufen erlernt hat. Das Lauflabor am Institut für Sportwissenschaften war vor fünf Jahren eingerichtet worden, mit kleinen Laufmaschinen erforscht eine Gruppe junger Nachwuchswissenschaftler biomechanische Vorgänge und Bewegungscharakteristiken bei der Fortbewegung des Menschen. Die Weiterentwicklung solcher künstlichen Beine, die von selbst stabil laufen, könnte zum Beispiel zu besseren Beinprothesen führen. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) unterstützt.

"Unser Ziel ist es, die menschliche Fortbewegung bis ins kleinste Detail zu verstehen", erläuterte Seyfarth. Daher werde bei Untersuchungen im Lauflabor jede einzelne Bewegung von Menschen und Tieren mittels zahlreicher Sensoren gemessen, und anhand dieser Daten würden Modelle für Roboter entwickelt und getestet. Dafür sei das neue Labor Voraussetzung.

Hüpfende Roboter

So wird etwa an der Stabilität von Robotern bei schnellem Laufen geforscht. In einem Modell sei diese Stabilität bereits bei Geschwindigkeiten von mehr als 25 Kilometern pro Stunde erreicht worden, hieß es. In dem Hochschullabor werde neben dem Laufverhalten unter anderem das Hüpfen und der Einfluss verschiedener Beinmuskeln erforscht. "Wir betreiben hier Grundlagenforschung, denn nur, wenn wir die biologischen Grundlagen eindeutig verstehen, können wir sie in effektive technische Systeme übernehmen", sagte Seyfarth.

dpa,ts DPA

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