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Gesichtserkennungs-Systeme: Die elektronischen Türsteher

Egal ob Fingerabdrücke oder Speicherung von Internet- und Telefondaten: In Sachen Überwachung wird massiv aufgerüstet. Künftig könnten künstliche Computeraugen sogar auf Verbrecherjagd gehen.

Von Matthias Lauerer

Sicherheits-Hersteller "Crossmatch" wirbt stolz mit den Worten: "Protecing Persons, Property and Privacy" für seine Produkte. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Gesichtserkennungs-Systeme. In den deutschen Dependancen des amerikanischen Konzerns in Jena und Bochum beschäftigt man sich schon seit 1994 mit der automatischen Erkennung von Gesichtern. In den Räumen des Technologie-Zentrums Ruhr (TZR) forschen Professor Thomas Zielke und sein Team an der Zutrittskontrolle der Zukunft. Geeignet ist sie für "sensitive Bereiche wie Flughäfen, Banken oder Kasinos." Zielke führt stern.de vor, wie eine solche Kontrolle schon heute aussehen kann.

Der Versuchsaufbau

In einem kleinen Versuchs-Raum ist dazu die Anlage "FaceCheck Verify" aufgebaut. In das Lese-Gerät, das auf der linken Tisch-Seite steht, wird jetzt der Pass-Prototyp aus dem Sicherheitsparadies Singapur eingelegt, der mittels Licht automatisch ausgelesen wird. Im Deckel des Passes ist ein schwarz-weißes Benutzer-Bild hinterlegt. Zur Sicherheit stellt dieser sich nun noch vor die aufgebaute Digital-Kamera und wird im Portrait fotografiert. Eine Software überprüft nun die Übereinstimmungen. Und ein TFT-Monitor zeigt dann das hinterlegte mit dem aktuellen Personenbild nebeneinander an. Stimmen sie überein? Das zeigt sich am grünen oder roten Balken zwischen den Bildern. Nach ein paar Sekunden ertönt ein lauter Ton. Der Balken auf dem Computer-Monitor färbt sich grün. Zielke wurde vom System erkannt. Und darf die Kontrolle passieren.

Besonders der Bereich zwischen Augen, Nase und Mund ist bei der Erkennung entscheidend. Hier zeigt sich die Individualität eines jeden Menschen. Zudem verfälschen unterschiedliche Haarfarben oder Kleidungsstücke wie Mützen nicht das Prüf-Ergebnis.

Immerhin entscheidet bei "FaceCheck" noch ein Zöllner über den Zutritt. Er kann Fehler vermeiden, die Maschinen häufig machen. Doch warum eignen sich eigentlich Gesichter besonders gut für die Erkennung? Der Grund dafür fanden Neurobiologen der amerikanischen Vanderbilt-Universität in Nashville in einer Studie heraus. Demnach speichert das menschliche Gehirn Gesichter besser im Kurzzeitgedächtnis ab, als beispielsweise Autos. Denn unser Gehirn trainiert sich im täglichen Umgang des Widererkennens stets selbst.

Die nächste Phase

Schon einen Erkennungs-Schritt weiter geht der "FaceSnap Recorder". Seine Datenbank wurde von Zielkes Mitarbeitern mit Tausenden Bildern gespeist. Derart vorbereitet filmt eine Kamera nun Thomas Zielke, als er schnellen Schrittes den Raum betritt. Automatisch vergleicht die Software diese automatisch mit der Datenbank. Bei Übereinstimmung wird dies auf dem Monitor visuell dargestellt.

Steht uns allen also eine zumindest unbehagliche Zukunft wie im 2001er Sci-Fi-Film "Minority Report" bevor? In diesem flüchtet Held Tom Cruise wegen Mordes vor den Behörden. Doch schon in der U-Bahn blickt er in eine Kamera, wird blitzschnell vom System erkannt und binnen weniger Sekunden weiß die Fahndung, wo er sich befindet und greift zu. Doch der Fachmann ist skeptisch: "Eine derartige Umsetzung kann ich mir nicht vorstellen", sagt Zielke. Und liefert die Erklärung gleich hinterher: "Jeder Mensch blickt in unterschiedliche Richtungen. Ein System kann dies nicht leisten."

Offene Fragen

Zielke lässt sich kein Wort darüber entlocken, ob er eine solche Überwachung überhaupt positiv bewertet. Und es wundert schon, dass der laute Aufschrei über solche Systeme ausbleibt. Denn hier ist jeder grundsätzlich verdächtig und das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung wird galant unterlaufen. Doch wollen wir ein Volk von potenziell Verdächtigen sein? Die Öffentlichkeit? Wurde mit jahrelanger Pro-Sicherheits-Propaganda weich geklopft. Und was versprechen sich die Sicherheitsbehörden davon? Lassen sich terroristische Anschläge so tatsächlich verhindern? Und so wachen wir eines Tages in einer Welt auf, die wir so vielleicht nicht wollten, die wir dann jedoch akzeptieren müssen.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.