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Mehr Betrugsfälle: BKA warnt vor manipulierten Geldautomaten

Vorsicht am Geldautomaten: Die Zahl der frisierten Geräte ist laut Bundeskriminalamt innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen, der Schaden hat sich fast verdoppelt. Wachsamkeit ist vor allem geboten, wenn man seine Geheimzahl zwei Mal eingeben soll.

Geldautomaten in Deutschland werden immer häufiger manipuliert. Die Zahl der Angriffe auf die Geräte sei um 77 Prozent auf rund 2400 gestiegen, der Schaden durch die kriminellen Machenschaften habe sich binnen Jahresfrist auf mehr als 40 Millionen Euro fast verdoppelt, teilte das Wiesbadener Bundeskriminalamt am Mittwoch mit.

Um dem Missbrauch der Geldautomaten, aber auch von Kartenlesegeräten im Handel vorzubeugen, seien mehr als 160.000 Bankkarten gesperrt worden, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Dadurch sei ein dreistelliger Millionenschaden verhindert worden, berichtete das BKA unter Berufung auf Schätzungen der Firma Euro-Kartensysteme, die das Kartengeschäft für die Banken abwickelt.

Die Methoden der Betrüger sind vielfältig. Einer ihrer Tricks ist ein Zusatzgerät, das die Täter am Eingang zu einem Geldautomaten anbringen - dort, wo auch der normale Türöffner ist. Wer versucht, die Eingangstüre mit seiner EC-Karte aufzumachen, wird von dem Gerät aufgefordert, die Geheimzahl einzutippen. Mit einer Kamera spähen die Betrüger diese aus. Gleichzeitig werden die anderen Daten auf der Karte kopiert, um eine gefälschte Karte zu erstellen. Die Täter heben damit dann hohe Beträge im Ausland ab, oft ohne dass der Kartenbesitzer das rechtzeitig merkt. Andere auf Zahlungskarten spezialisierte Banden brechen in Baumärkte oder Supermärkte ein, um die Daten der Kartenleser an den Kassen abzuschöpfen.

Betroffen von den Manipulationen waren vor allem Geräte in Nordrhein- Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch im Ausland wurden Deutsche Opfer dieser Betrugsmasche. Das BKA registrierte 514 manipulierte Geräte, rund 180 mehr als im Vorjahr, an denen deutsche Kartendaten abgegriffen wurden.

Reuters/DPA / DPA / Reuters
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