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Neue Fernsehtechnik: Flacher geht's kaum noch

Mit dem ersten Fernseher aus organischen Leuchtdioden stößt Sony die Tür in eine neue Dimension auf. Die Bilder werden noch schärfer und das Gerät ist nur unglaubliche drei Millimeter tief.

LCD und Plasma waren gestern, jetzt kommt OLED – zumindest wenn's nach Sony geht. Der japanische Unterhaltungselektronikriese präsentierte in Tokio Bildschirmtechnik der nächsten Generation. Produziert wird das Bild dabei von organischen, licht-ausstrahlenden Dioden (OLED). Laut Sony ist OLED der bisherigen Technologie weit überlegen, weil es Bildsignale 1.000 Mal schneller verarbeitet als LCD und damit auch bei schnellen Bewegungen Unschärfen vermeidet.

Kleine Leinwand

Außerdem soll der Stromverbrauch um 40 Prozent zurückgehen. Vorgestellt wurde die neue Technik auf dem neuen, superflachen Fernseher XEL-1, der in Japan am 1. Dezember in den Handel kommt. Der drei Millimeter dicke Flachbildschirm mit einer Diagonale von nur 28 Zentimetern kostet umgerechnet 1.200 Euro und ist damit deutlich teurer als herkömmliche Flachbildfernseher. Ein weiterer Nachteil: Während es die LCD- und Plasma-Geräte auch in wohnzimmerfreundlichen Größen mit Diagonalen von 80 Zentimeter aufwärts gibt, ist der neue Kandidat bislang ein Winzling.

Zwar nutzt der XEL-1 nur 960 × 540 Pixel zur Darstellung. Trotz dieser vergleichsweise geringen Auflösung soll das OLED-TV auch 1080p-Signale (1920 × 1080 Bildpunkte) sowie 1080i, 720p entgegennehmen und skaliert wiedergeben können. Der nur drei Millimeter dicke organische Schirm ist mit einem beweglichen Arm an einer Grundplatte befestigt. Integriert im Fuß befinden sich HDMI-Eingang, USB-Port, der TV-Tuner für Satellitenempfang und einen LAN-Anschluss. Insgesamt zwei Kilogramm wiegen.

Volle Konzentration auf OLED

Seine Lebensspanne - rund zehn Jahre bei durchschnittlich acht Stunden Betriebszeit am Tag - ist auch nur halb so groß wie bei herkömmlichen Flachbildgeräten. Doch an beiden Punkten will Sony weiter arbeiten. Auch Konkurrenten wie Samsung arbeiten an der OLED-Technologie. Sony steckt große Hoffnung in die Technik. Aus dem Plasma-TV-Geschäft ist der Konzern längst ausgestiegen und hat das Feld dem Rivalen Matsushita (Panasonic) überlassen.

LCDs stellt Sony in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Wettbewerber Samsung her. Sony-Präsident Ryoji Chubachi, der normalerweise öffentliche Auftritte meidet, nutzte die Präsentation am Montag dafür, den Führungsanspruch seines Konzerns zu erneuern. "Der erste OLED-Fernseher der Welt ist ein Symbol für die Wiedergeburt von Sony mit seiner superben Technologie", sagte er. Sein Stellvertreter Katsumi Ihara betonte, die Bedeutung der neuen Geräte liege mehr in dem neuen Image für Sony als in den zunächst angepeilten tatsächlichen Verkaufszahlen.

dpa/ts / DPA
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