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Hurtigruten: Norwegen plant den ersten Schiffstunnel der Welt, doch das Projekt hat ein Problem

Ein spektakulärer Tunnel für Schiffe soll eine der gefährlichsten Passagen an Norwegens Küste sicherer machen. Doch ausgerechnet die Reederei mit den meisten Schiffen auf der Route will ihn nicht benutzen.

Auf dem Computerbild fährt noch ein Schiff der Hurtigruten durch den Tunnel.

Auf dem Computerbild fährt noch ein Schiff der Hurtigruten durch den Tunnel.

Seit Längerem berät man in Norwegen über ein aufsehenerregendes Projekt für die Schifffahrt. Auf der Stadhalbinsel soll ein Tunnel gebaut werden, groß genug für ausgewachsene Hochseeschiffe. Er soll die Halbinsel unterqueren, um so eine unsichere Schiffsroute zwischen Bergen und Kirkenes zu umgehen.

Abwegig ist der Grund nicht, Kanäle wurden schon immer gebaut, um Seewege kürzer und sicherer zu machen. Neu ist allerdings, die Schiffe eine Strecke über Land in einem Tunnel unter den 300 Meter hohen Felsen der Halbinsel fahren zu lassen. 56 Schiffe sollen auf der Route gesunken sein, andere gerieten in ernste Schwierigkeiten. Der Weg um die Fjorde herum gilt als eine der gefährlichsten Routen an der Küste Norwegens.

Gefahrlose Passage 

Schon im 19. Jahrhundert träumte man daher von einem Tunnel. Politisch wurde der Entschluss 2017 gefasst. 2022 sollte mit dem Bau begonnen werden. Der geplante Tunnel ist 36 Meter breit und 49 Meter hoch, davon entfallen 12 Meter für den Tiefgang, aber er muss nur 1,7 Kilometer lang sein. Das reicht für die Post- und Passagierschiffe der Hurtigruten, selbst kleine Containerschiffe passen hinein.

Schiffe müssten sich vorher für die Passage anmelden, denn der Tunnel wäre nicht breit genug für zwei sich begegnende Schiffe. Die reine Fahrzeit wird enorm verkürzt, sie beträgt im Tunnel nur zehn Minuten. 120 Schiffe sollen den Tunnel am Tag passieren können.

Der Tunnel ist eine einzelne Maßnahme in einem gigantischen Infrastruktur-Projekt mit dem Norwegen versucht, die Fahrzeiten entlang der zerklüfteten Küste zu verbessern. So hofft man in Oslo, die Abwanderung aus diesen Regionen zu stoppen.

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Ohne Nutzen für Hurtigruten

Geplant wurde der Tunnel auch, um die Route für die Schiffe der Hurtigruten sicherer zu machen. Die Reederei lässt elf Schiffe auf der Route zwischen Bergen und Kirkenes fahren. Doch diese Firma gefährdet inzwischen das ganze Projekt. Denn mittlerweile hat Hurtigruten erklärt, den Tunnel nicht nutzen zu wollen.

Die Reederei glaubt, dass der Tunnel keine Vorteile für den eigenen Schiffsverkehr bietet. Nur ein paar Mal im Jahr sei die alte Passage gesperrt gewesen. Im regulären Betrieb würde die Verkürzung der Reisedauer keinen Vorteil bringen, erklärte die Reederei. Die Streckenverkürzung reduziert die Fahrtzeit während der Nacht, eine frühere Ankunft ist für die Passagiere von geringem Wert. Die spektakuläre Durchfahrt fände so früh statt, dass sie nur Passagiere, die mitten in der Nacht aufständen, bewundern könnten.

Quellen: NRK Business Portal Norwegen

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