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Smarte Möbel: Der Roboter-Schrank von Ori schafft Raum in kleinen Wohnungen

Nach dem Aufstehen lässt Ori Bett und Schlafzimmer verschwinden, rollt zur Seite und macht Platz für einen großen Wohnbereich. Das Möbel vom Massachusetts Institute of Technology nutzt teuren Wohnraum perfekt aus.

Ori verspricht eine flexible Nutzung des Wohnraums.

Ori verspricht eine flexible Nutzung des Wohnraums.

Wenn man nur ein kleines Ein-Zimmer-Appartement bewohnt, findet das ganze Leben in einem Raum statt. Greift man zu einem konventionellen Raumtrenner, schafft man zwar mehrere Sphären – aber um den Preis, dass die neuen Räume extrem klein sind. Wissenschaftler des Media Lab vom Massachusett Institute of Technology haben über diese Frage gegrübelt und mit Ori eine Lösung präsentiert, die Platz spart und mehrere Wohnwelten in einem Raum möglich macht.

Vollautomatisierter Raumtrenner von Ori

Das Roboter-Möbel Ori verwandelt die Wohnlandschaft. Es ist eine Mischung zwischen Kombi-Möbelwandel und mobilen Raumtrenner. Das Prinzip ist ganz einfach: In der Gestaltung des Wohnraums gibt es keine fixierte Wand. Der Raumtrenner kann sich bewegen. Tagsüber wird das Schlafzimmer meist nicht benutzt. Das in Ori integrierte Bett klappt automatisch hoch und das System rollt so zu Seite, dass das Schlafzimmer praktisch verschwindet. Entsprechend stärker vergrößert sich der Wohn- oder Arbeitsbereich. Derartige Versuche gab es schon öfter, doch Ori bietet mehr Hightech auf, als ältere Modelle. Wo man sich früher an Hebeln und Schiebern abarbeiten musste, geht nun alles von allein.

Das automatisierte System besteht aus einem Bett, einem Arbeitsplatz, Stauraum, einem Kleiderschrank und eine Ablage - die Queen-Version wird zudem mit einer Couch geliefert. Das System benötigt natürlich Strom. Das Möbel kann durch einen Schalter an der Seite des Geräts, eine App oder über Sprachbefehle mit Alexa gesteuert werden. Das Ori-System ist dabei leicht genug, dass es im Falle eines Stromausfalls auch manuell bewegt werden kann. Das Ganze ist in einem L-förmigen Ensemble untergebracht. Es bewegt sich auf Rädern und wird von installierte Bodenschienen auf einer Bahn fixiert.

Dynamische Nutzung des teuren Wohnraums

Die Ori-Designer sagen, ihre Leitidee sei, dass Wohnraum, insbesondere in hochverdichteten städtischen Zentren auf der ganzen Welt, zu teuer geworden ist, um statisch genutzt zu werden. Möbel wie Ori hingegen "schaffen dynamische Umgebungen, die so wirken und sich anfühlen, als wären sie wesentlich größer".

Erste Modelle wurden schon 2014 auf der Ausstellung MIT Cityhome vorgestellt. Nach einem Praxis-Test in Airbnb-Wohnungen begann die Serienfertigung, nun wird das Roboter-Möbelsystem in einer Wohnsiedlung in Manhattan tatsächlich installiert. Ori ist letztlich nur ein komplexes Möbelstück, das in einen bestehenden Raum installiert wird. Grundsätzlich wäre die Idee von flexiblen Möbeln und Wänden bestechend, wenn sie bereits beim Bau von Wohnungen berücksichtigt würde.

Einziger Nachteil ist der Preis: Ori ist in Kanada und den USA erhältlich und kostet 10.000 Dollar. Bei einer steigenden Nachfrage rechnen die Hersteller allerdings mit sinkenden Preisen.

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