VG-Wort Pixel

iRobot Verkaufen Saugroboter-Hersteller bald unsere Wohnungspläne?

Diese Langzeitaufnahme zeigt die Pfade, die der Roboter in einem Raum abfährt. Normalerweise ohne Fäkalien zu verteilen.
Diese Langzeitaufnahme zeigt die Pfade, die der Roboter in einem Raum abfährt.
© Wikipdia
Saugroboter sammeln nicht nur jede Menge Dreck, sondern auch Daten. Der Hersteller iRobot möchte diese bald verkaufen - am liebsten an Unternehmen wie Apple, Google oder Amazon. Die würden davon enorm profitieren.

iRobot hat sich mittlerweile erneut zu dem Sachverhalt geäußert. Eine Stellungnahme des Konzerns finden Sie unter dem ursprünglichen Artikel.

Staubsaugen gehört ohne Zweifel zu den unbeliebtesten Haushaltstätigkeiten. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass der Markt der Saugroboter seit Jahren wächst. Einer der größten Hersteller ist das US-Unternehmen iRobot. Dessen Roomba-Roboter sammeln nicht nur Tierhaare und Staubflusen, sondern auch Daten über ihren Besitzer.

Während ältere Baureihen im Chaos-Prinzip durch die Wohnung rumpelten, mal in der einen Ecke saugten und dann in der anderen, kartographieren aktuelle Modelle (Roomba 980) die komplette Wohnung. Dadurch werden nicht nur unnötige Kollisionen und Hindernisse vermieden, sondern auch die Routen optimiert.

Verkauft iRobot bald die Kartendaten?

iRobot-Chef Colin Angle möchte diese Daten zukünftig verkaufen - am liebsten an Firmen wie Apple, Google oder Amazon. Die drei Unternehmen haben sich zu den Berichten nicht geäußert. Doch für die großen Technologiekonzerne sind die Raumpläne enorm wertvoll: Zwar halten immer mehr smarte Produkte wie fernsteuerbare Thermostate, vernetzte Lampen, Sprachlautsprecher oder Sicherheitskameras Einzug in die Wohnungen der Nutzer. Doch fast alle Produkte kennen ihren genauen Standort in den eigenen vier Wänden und ihre Umgebung dort nicht. Das ließe sich mit den Karten ein Stück weit ändern. Soundsysteme, Klimaanlagen und Beleuchtungen könnten von den Raumplänen deutlich profitieren, betont Angle.

Die Daten sollen nicht ohne Zustimmung der iRobot-Besitzer verkauft werden, stellte Angle klar. Doch dass die Kunden etwas dagegen haben könnten, bezweifelt der Saugroboter-Chef: "Die meisten würden ihre Zustimmung geben, um auf die Smart-Home-Funktionen zugreifen zu können", erklärte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Umkämpfter Markt

iRobot hat seit der Gründung im Jahr 1990 mehr als 15 Millionen Saugroboter weltweit verkauft. Mittlerweile mischen zahlreiche Unternehmen in dem Markt mit - darunter Samsung, Neato oder Vorwerk. Im vergangenen Jahr brachte selbst Staubsauger-Pionier Dyson ein eigenes Robotermodell in den Handel, den Dyson 360 Eye.

Reuters hat ein Zitat des iRobot-Chefs Colin Angle unbeabsichtigt fehlinterpretiert. Anbei eine Stellungnahme von Colin Angle, CEO iRobot vom 01. August 2017: "iRobot verkauft keine Daten, da unsere Kunden und ihre Interessen für uns immer an erster Stelle stehen. Wir werden niemals das Vertrauen unserer Kunden enttäuschen, indem wir Kundendaten – einschließlich Daten, die von unseren internetfähigen Produkten gesammelt werden – verkaufen oder missbrauchen. Derzeit befähigen die gesammelten Daten den Roomba, das Zuhause effektiv zu reinigen. Zusätzlich liefern sie Kunden Informationen über die Reinigungsleistung. iRobot glaubt, dass diese Informationen zukünftig noch stärkeren Nutzen für unsere Kunden bieten könnten, weil sie es dem Smart Home und den zugehörigen Geräten ermöglichen, besser zu arbeiten – ausschließlich bei ausdrücklicher Einwilligung der Kunden."


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker