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Thermomix-Woche: Teil 4: Eine Woche mit dem Thermomix. Das (Zwischen-) Fazit

Der Küchen-Alleskönner Thermomix erlebt momentan einen Hype. Warum eigentlich? Kochmuffel Heiner Walberg hat eine Woche lang den Selbsttest gemacht. Heute: Ein einfaches Abendbrot und der Sinn des Thermomix.

Unser Autor Heiner Walberg testet den Thermomix - und stolpert sich zum Abendessen

Unser Autor Heiner Walberg testet den Thermomix - und stolpert sich zum Abendessen

Wahrscheinlich kennt jeder, der einen Thermomix besitzt, oder über die Anschaffung nachdenkt, den Kommentar: "Ich habe keinen und kann trotzdem kochen, sowas braucht kein Mensch".

Haben ist besser als brauchen

Seit wann geht es in einer konsumorientierten Gesellschaft darum, was man braucht? Wer braucht ein Iphone, wozu braucht überhaupt irgendwer einen Porsche? Das ist nicht der Punkt. Ich hatte Lust, mir etwas zu gönnen, und habe es getan. Die 1109 Euro tun mir weh, aber das habe ich ausgeblendet. Bin ich damit jetzt noch mehr zum Snob abgestempelt als ein Porsche-Fahrer? Vielleicht schreibe ich nächste Woche eine neue Serie: "Wie der Thermomix bei den Frauen ankommt" – einen Versuch wäre es wert.

Was ich nach meiner ersten Woche mit dem Thermomix sagen kann: Es macht mir Spaß, damit zu kochen, vorher hat es mir keinen Spaß gemacht zu kochen. 

Ein Thermomix.


Einfach und gut

Gegessen wird heute aber auch noch. Ich habe nach mehreren Tagen der Völlerei eigentlich gar keinen Appetit und entscheide mich daher für ein einfaches Abendbrot. Frisches Brot, Aufschnitt – fertig. Die Thermomix-Feinde in meinem Freundeskreis haben mir gesagt: "Für einen Brotteig brauchst du nun wirklich kein Thermomix". Das kann schon sein, zumal auch hier der Backofen den Hauptteil der Arbeit macht. Ich zeige mich in diesem Punkt beratungsresistent und mache mich an die Arbeit. Die Zubereitung des Brots ist mit dem Thermomix einfach, kaum zu glauben, dass die Puristen so etwas ohne so ein Gerät schneller hinbekommen. Unter dem mir mittlerweile bekannten Höllenlärm schrote ich die Dinkelkörner, schmeiße Mehl, Sonnenblumkerne und Wasser dazu – das war es schon fast. Ich wundere mich allerdings über die Aufforderung, Joghurt und eine Banane in den Teig zu geben. Ich vertraue der Technik ein weiteres Mal. Danach noch gehen lassen, ab in den Backofen. Schmeckt schon wieder. Wer seinen Thermomix mit noch mehr Leidenschaft nutzt als ich, macht sich seinen Brotaufstrich ebenfalls selber. Aber da kommt der Kochmuffel in mir durch.

Ein einfaches Brot kann auch lecker sein.

Ein einfaches Brot kann auch lecker sein.


Ich bin zwar ein Kochmuffel, habe aber eine ausgeprägte Kaffee-Leidenschaft. Ich kaufe keinen industriell gerösteten Kaffee und mahle die Bohnen vor jeder Zubereitung. Auf Nespresso-Fans habe ich bisher so verächtlich heruntergeschaut, wie die Kochpuristen es jetzt mit mir tun. Wahrscheinlich habe ich die Häme also verdient. Was ich daraus lerne: Ein bisschen mehr Toleranz schadet auch in der Küche nicht.

Mein Lieblingsküchengerät bleibt übrigens die alte Kaffeemühle von Krups. Die Mühle hat bei Ebay 16 Euro gekostet – nicht alles, was gut ist, muss auch teuer sein.

Immer noch meine Lieblingsküchenmaschine

Immer noch meine Lieblingsküchenmaschine

Teil 5 fällt aus – morgen gehe ich zu meinem Lieblingsitaliener.

Heiner Walberg