UKW-Sender iPod auf Sendung


MP3-Musik im Auto: Das geht am einfachsten mit einem FM-Transmitter. Jetzt sind die UKW-Sender fürs Handschuhfach endlich legal.
Von Ulf Schönert

Einen Radiosender stellt man sich gemeinhin anders vor. Als Funkturm vielleicht oder als Riesenantenne auf einem Hügel. FM-Transmitter hingegen sind klein wie ein Lippenstift, sie senden aus der Hand, aus der Hosentasche oder dem Handschuhfach. Wenn man sie anstelle eines Kopfhörers an einen MP3-Player anschließt, senden sie die Musik des Players wie ein Taschen-Rundfunksender ein paar Meter weit - weit genug, dass man sie mit jedem beliebigen Radio in der Nähe empfangen kann, wenn die passende Frequenz eingestellt wird.

FM-Transmitter statt Kopfhörer

Auf diese Weise kann man seinen digitalen Player elegant mit allen Empfängern verbinden, die keine Eingangsbuchse für ein Kabel haben: das Küchenradio etwa oder das alte Kofferradio auf der Werkbank im Keller. Am beliebtesten ist der Einsatz von FM-Transmittern aber in Autos. Denn im Gegensatz zu Stereoanlagen kann man die meisten Autoradios nicht per Kabel mit externen Musikspielern verbinden. Früher ließ sich dieses Problem mit den beliebten Adapterkassetten umgehen, die man ins Kassettenfach schiebt, um dann an das heraushängende Kabel den CD- oder MP3-Player anzuschließen. Bei neuen Autos geht das nicht mehr, weil die meist nur noch ein CD-Fach haben. Für autofahrende MP3-Fans gab es deshalb bislang nur zwei Möglichkeiten: Entweder mussten sie ihre Musik auf CD brennen oder das Gesetz brechen.

Unter all dem vielen MP3-Player-Zubehör, das inzwischen allerorten angeboten wird, galten FM-Transmitter nämlich schon lange als Geheimtipp. Geheim deshalb, weil bisher in Deutschland die Gesetze dagegen standen: UKW-Sender, und waren sie noch so klein, bedurften prinzipiell einer Sendelizenz. Hatten sie die nicht, mussten sie nach geltender Rechtsprechung behandelt werden wie Piratensender. Andererseits war die Wahrscheinlichkeit, mit einem FM-Transmitter beim Schwarzsenden erwischt zu werden, gering. Nicht zuletzt deshalb werden die kleinen Geräte seit Jahren zu Tausenden importiert. Im deutschen Ebay-Angebot gibt es Dutzende zu kaufen - oft mit dem Zusatz "Einsatz in Deutschland verboten".

Den Ruch des Illegalen haben FM-Transmitter jetzt aber verloren

Die für UKW-Funk zuständige Bundesnetzagentur hat inzwischen alle Geräte freigegeben, die nur eine geringe Sendekraft (bis 50 Nanowatt) haben und den Frequenzbereich zwischen 87,5 und 108 MHz nutzen. Die günstigsten Sender, die etwas taugen, bekommt man nun im normalen Handel ab etwa 30 Euro. Die Erlaubnis gilt aber ausdrücklich auch für ältere FM-Transmitter: "Wann und wo so ein Gerät gebaut oder gekauft wurde, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle", sagt Rudolf Boll von der Bundesnetzagentur.

Doch woher weiß man, dass die Sendeleistung so gering ist, dass sie dem Gesetz entspricht? Bei neuen Geräten steht das meist prominent auf der Packung, zum Beispiel beim Tunecast II von Belkin oder beim MusicFly von der Firma dnt. Auch der speziell für den iPod designte iTrip von Griffin wird jetzt ganz offiziell und legal in Deutschland verkauft. Bei älteren Geräten ist die Legalitätsprüfung schon schwieriger. Findet man im Internet oder auf der Packung keine Angabe über die Leistung, kann man sich an der Faustregel orientieren: Ein FM-Transmitter, der weiter als zehn Meter sendet, ist wahrscheinlich nicht erlaubt.

Die Schwachpunkte

Diese schwache Sendeleistung macht manchmal allerdings auch Probleme: Bei manchen Fahrzeugen durchdringt das Radiosignal die Außenhaut nur schlecht, was die Musik bisweilen dumpf oder abgehackt klingen lässt. Außerdem sind in Großstädten oft so viele Frequenzen vom normalen Rundfunk belegt, dass FM-Transmitter kaum dagegen ansenden können. Dann lohnt sich die Investition in eines der wenigen Autoradios, die es mit Eingangsbuchsen, Einschüben für USB-Sticks oder mit einem iPod-Adapter gibt. Bei denen kann man dann auch meist die Knöpfe des Radios zum Navigieren in der Musiksammlung benutzen. Außerdem merken sie, wenn Verkehrsmeldungen gesendet werden, und unterbrechen dann die MP3-Musik.

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