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"Fake or No Fake" Republikaner will Obama mit dem Iran in Verbindung bringen – doch der Plan geht nach hinten los

Fake-Wirbel auf Twitter: Der US-Kongressabgeordnete Paul Gosar postet ein Bild von Barack Obama beim Handschlag mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani.


Dazu schreibt der Republikaner: "Die Welt ist ein besserer Ort ohne diese Typen an der Macht."


Doch der politisch aufgeladene Tweet hat einen entscheidenden Fehler.


Fakt ist: Bei dem Foto von Obama und Rouhani handelt es sich um einen Fake.


Das ursprüngliche Bild zeigt den Ex-US-Präsidenten beim Handschlag mit indiens ehemaligen Premierminister Manmohan Singh im November 2011.


CNN-Reporter Andrew Kaczynski weist Paul Gosar in den Kommentaren darauf hin, dass es sich um ein manipuliertes Foto handelt.


Der Republikaner rechtfertigt sich daraufhin mit weiteren Tweets:


"An die geistlosen Reporter: (...) Niemand hat behaupten, dass es nicht manipuliert sei (...) Niemand hat gesagt, dass Obama Rouhani persönlich getroffen hat. Der Tweet lautet: Die Welt ist ein besserer Ort ohne diese Typen an der Macht."


Auch wenn Gosar das manipulierte Foto postet – die Fälschung erstellt oder in Auftrag gegeben hat er höchstwahrscheinlich nicht.


Das Fake-Foto wird seit mindestens 2013 in zahlreichen Online-Artikeln verwendet.


Manipulierte oder aus dem Kontext gerissene Bilder werden in den sozialen Medien immer wieder für politische Stimmungsmache genutzt.


Ob Paul Gosar bereits vor dem Posten des Bildes wusste, dass es sich um ein manipuliertes Foto handelt, ist nicht bekannt.


Mit der Veröffentlichung des Obama-Rouhani-Fakes schlägt der US- Kongressabgeordnete im übertragenen Sinne zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn das manipulierte Bild zeigt einen innen- und einen außenpolitischen Gegner beim freundlichen Handschlag.


Doch auch wenn der Fake sich dazu eignet, um Gosars politische Botschaft zu untermauern, bleibt das manipulierte Bild das, was es ist – nämlich ein Fake.


Wie untersuchen wir in der Redaktion Videos auf Manipulation? Dabei ist ein Blick auf die Details wichtig. Die Einzelbilder eines Videos verraten oft, ob ein Video bearbeitet wurde. Wir schauen uns Bild für Bild genau an und vergrößern einzelne Ausschnitte. Indizien für einen Fake sind zum Beispiel: fehlende Bewegungsunschärfe, unnatürlicher Schattenwurf oder Schnittfehler. Beim stern gilt generell: Seriosität vor Schnelligkeit. Wir checken Fakten und Material immer gründlich gegen, bevor wir sie veröffentlichen. Dafür arbeiten wir mit dem redaktionsübergreifenden "Team Verifikation" zusammen mit RTL, NTV, RTL2, Radio NRW.
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Jeden Tag begegnen uns hunderte Videos im Internet – viele davon sind manipuliert, gefälscht oder aus dem Kontext gerissen. Das Format "Fake or No Fake" gibt einen Einblick in die Methoden der Fälscher.

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