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USA: Die wohl längste Ehe eines Paares mit Down-Syndrom: Nun verstreute die Witwe seine Asche

25 Jahre lang waren sie verheiratet und jeder, der sie kannte, spricht mit Begeisterung von ihrer großen Liebe. Nachdem Paul im April verstorben war, hat seine Witwe nun seine Asche verstreut – an seinem Lieblingsort.

Eine Urne steht auf einem kleinen Tisch

Nach dem Tod ihres Mannes verstreute Kris einen Teil seiner Asche

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Kris and Paul Scharoun-DeForge, so glaubt Kris' Schwester Susan, waren vielleicht das am längsten verheiratete Paar mit Down-Syndrom. Am 13. August dieses Jahres wären es 26 Ehejahre gewesen. Doch Paul verstarb im April, im Alter von 56 Jahren, an den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung. 1988 lernten sich die beiden Amerikaner kennen und nachdem sie fünf Jahre ein Paar gewesen waren, hielt Kris um die Hand ihres Freundes an. "Ich flüsterte in sein Ohr: 'Willst du mich heiraten?'", zitiert "Unilad" die spätere Ehefrau. "Und er sah mit einem breiten, wunderschönen Lächeln zu mir auf, nickte mit dem Kopf und sagte: 'Ja!'"

Wer die beiden nicht kannte und aus der Ferne sah, so schrieb die "Washington Post" im April, hatte vielleicht Mitleid. Auf sie mögen Kris und Paul eher wie Kinder als wie ernstzunehmende Erwachsene gewirkt haben. Die anderen jedoch taten alles, um das Paar bei seinem Vorhaben zu unterstützen: Mit Down-Syndrom eine Ehe einzugehen, erforderte zunächst diverse Beratungsgespräche und Eheschließungskurse. Von dem Überwinden gesellschaftlicher Vorbehalte ganz zu schweigen. 

Für Paul und Kris gab es dennoch stets eine Gewissheit: Sie sind die glücklichsten Menschen der Welt. Die beiden verließen sich aufeinander und kümmerten sich umeinander. Und, ganz wichtig: "Er brachte mich zum Lachen", sagt Kris.

Wie ungewöhnlich die Verbindung der beiden war, belegt auch die Tatsache, wie ausführlich über sie berichtet worden ist. Ihr respektvoller Umgang miteinander und ihre große Zärtlichkeit füreinander beeindruckte viele Menschen. Und von Paul wird sogar gesagt, dass er trotz seiner Alzheimer-Erkrankung einen Menschen immer erkannte. "Wenn er Kris sah, sah er sie nur an und man wusste, dass er sie wiedererkannte", sagt Kris' Schwester.

Kris verstreute einen Teil von Pauls Asche an dem See, an dem er am liebsten angelte. Von dem Rest wünscht sie sich, dass er mit ihrer eigenen Asche zusammen begraben wird, wenn es so weit ist.

Quellen: "Washington Post", "Unilad", Twitter

bal

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