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Der geheime Code der Liebe : Ich bin süchtig nach der Dating-App Tinder

Dating-Apps können eine große Hilfe bei der Partnersuche sein - aber sie können auch schaden. So wie bei Christiane, die inzwischen nicht mehr von Tinder und ihrem Handy loskommt. Julia Peirano sieht in der App-Sucht aber nur ein Zeichen eines ganz anderen Problems.

Liebe Frau Peirano,
ich (w, 28) bin seit 3 Jahren Single. Seit zwei Jahren suche ich nach einem neuen Partner, in letzter Zeit bin ich bei Tinder angemeldet. Am Anfang fand ich es sehr spannend, weil man in so kurzer Zeit so viele Männer vorgeschlagen bekommt. Ich habe mich mit 10 Männern getroffen, mit zweien hatte ich eine kurze Romanze (ohne Sex). Ich habe dann immer häufiger bei Tinder geguckt, jetzt komme ich nicht mehr von Tinder los. Bei der Arbeit gucke ich öfter auf mein Handy, und abends nach der Arbeit bin dauernd online und chatte mit Männern.
Vor den Weihnachtstagen graut es mir. Meine Freundinnen sind fast alle in festen Beziehungen, und meine Eltern werde ich dieses Jahr nicht besuchen. Ich werde das erste Mal ganz alleine sein (bis auf eine Party an Heiligabend). Zwischen den Jahren arbeite ich nicht. Ich habe, ehrlich gesagt, Angst vor der vielen Zeit alleine und – wie ich mich kenne – werde ich die ganze Zeit am Handy hängen, weil ich hoffe, mich mit ein paar Männern zu verabreden.
Was kann ich machen?
Herzliche Grüße
Christiane G.

Liebe Christiane G.,
wie gut für Sie, dass Sie die Einsicht haben, dass Sie ein Problem haben! Ich sehe es so, dass Ihre Beschäftigung mit Tinder nur die Spitze des Eisbergs ist. Das eigentliche Problem besteht darin, dass Sie anscheinend mit sich selbst nicht viel anzufangen wissen. Und das ist traurig!
Zu Tinder: Ich habe aus meiner Erfahrung den Eindruck, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, um Männer kennenzulernen, weil Sie mit sich selbst gerade nicht im Reinen sind. Ich befürchte, dass eine unschöne (weil langweilige, verletzende, anstrengende ... ) Verabredung Sie noch mehr runterziehen würde. Und wenn Sie im Moment einen tollen Mann treffen, wäre es wahrscheinlich noch schlimmer – Sie würden innerlich abhängig davon werden, dass er sich meldet, und genau das birgt ein hohes Verletzungspotenzial. Also Finger weg davon!
Ich rate Ihnen: Löschen Sie Tinder, verhindern Sie mit allen möglichen Tricks, dass Sie sich wieder anmelden! Sagen Sie sich, dass Sie erst wieder Männer kennenlernen sollten, wenn es Ihnen besser geht.
Und dann kümmern Sie sich zunächst einmal um die Zeit, die vor Ihnen liegt! Planen Sie genau, wie Sie die Weihnachtstage verbringen wollen, und machen Sie sich es selbst so richtig schön. Dekorieren Sie Ihre Wohnung weihnachtlich, kochen Sie sich etwas richtig Leckeres zum Essen, besorgen Sie sich ein gutes Buch und vor allem ein sehr liebevolles Geschenk für sich selbst!
Und genau so verfahren Sie auch mit den nächsten Tagen! In Ihrer Lokalzeitung finden Sie sicher eine Menge Aktivitäten in Ihrer Umgebung. Vielleicht können Sie mal alleine essen gehen (oder sogar ein neues Restaurant ausprobieren?), täglich spazieren gehen, in Konzerte oder Ausstellungen, sich für Kurse anmelden (klettern, fotografieren, nähen, singen) oder oder oder.
Und ein kleiner, aber sehr wirkungsvoller Tipp: Sie können sich auf jeden Fall ein Tagebuch besorgen und täglich aufschreiben, was Sie beschäftigt, wie Sie sich fühlen und was Ihnen gut tun würde. In den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester wäre es dann auch noch an der Zeit, einen ausführlichen Jahresrückblick zu machen: Was war gut, was war schlecht? Was möchten Sie aktiv im Jahr 2016 angehen? Was möchten Sie sich regelmäßig Gutes tun in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Reisen, Freundschaften, Familie, Arbeit, persönliche Entwicklung? Bauen Sie doch zwei Papierschiffe: "Was ich aus 2015 loslassen möchte" und "Was ich mir für 2016 wünsche " und lassen sie am Silvesterabend auf einem Fluss treiben.
Ich hoffe, dass Sie wieder zu sich selbst finden und wünsche Ihnen ein intensives Jahresende und viel schöne Zeit mit sich selbst.
Ihre Julia Peirano

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.