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"Sprechen Sie ins rechte Ohr!": Student gibt Günther Jauch Flirttipps

Mit 500.000 Euro ging Kandidat Leon Windscheid aus der Sendung "Wer wird Millionär?" nach Hause – und mit seiner Freundin. Wie er deren Herz gewann, erklärte der Wirtschaftspsychologie-Student mit einem Trick erklärt.

Leon Windscheit mit Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?"

Leon Windscheit erklärt Günther Jauch das Flirten

Günther Jauch wollte von seinem Kandidaten aus Münster wissen, wie er seine Freundin kennengelernt hat. Daraufhin hebt Leon Windscheid zu einer längeren Ausführung an: "Ich war auf einer Feier am Kanal in Münster und zu fortgeschrittener Stunde sah ich sie da stehen. Ich hatte sie vorher schon in der Mensa beobachtet, muss ich gestehen. Und da dachte ich: Jetzt ist meine Chance. Dachte aber auch, eigentlich ist die ein paar Ligen zu hoch für mich, also muss ich ein paar Tricks anwenden. Ich bin ja von Haus aus Psychologe." Die Kamera schwenkt ins Publikum und zeigt eine sehr hübsche Frau. "Eben!", reagiert Jauch, dem das ganze vermeintlich zu lange dauert.

"Das hat jetzt nichts mit Wirtschaftspsychologie zu tun, aber da gibt es schon so ein paar Kniffe die man anwenden kann", erklärt Windscheid weiter. "Jetzt sagen Sie's schon!", drängelt Jauch. "Ich bin hingegangen und der erste Trick, den ich angewandt habe: Ich habe sie ins rechte Ohr gefragt, ob sie mit mir mal was trinken gehen würde", fährt Windscheid fort. "Das ist jetzt kein Riesentrick, aber tatsächlich gibt es Studien, die zeigen, dass wenn man Leute ins rechte Ohr etwas fragt, sie eher bereit sind, dem nachzukommen, als wenn man sie ins linke Ohr fragt." Und der Kandidat erklärt weiter: "Der zweite Trick ist: Wenn man zwei Fragen miteinander verbindet, fällt es der Person schwerer, Nein zu sagen. Und deshalb habe ich noch nach der Handynummer gefragt. Zum Trinkengehen hat sie erstmal noch nichts gesagt, aber die Handynummer habe ich bekommen. Und jetzt sind wir hier", grinst Windscheid.

So einfach zum Flirt-Erfolg?

Was ist dran, an den Tricks des Kandidaten, der 500.000 Euro gewann und nun noch die Chance auf eine ganze Million hat? Die Theorie zur größeren Bereitschaft zuzuhören und Ja zu sagen, wenn eine Bitte ans rechte Ohr adressiert wird, stützt sich auf drei Studien von 2009. Damals haben die italienischen Wissenschaftler Dr. Luca Tommasi und Daniele Marzoli von der Universität "Gabriele d'Annunzio" in Chieti Besucher von Nachtclubs beobachtet. Menschen, die sich bei lauter Musik oder starkem Gemurmel und Gerede unterhalten haben. In beiden Fällen hielten deutlich mehr Menschen das rechte Ohr hin. In der dritten Studie versuchten die beiden, bei 176 Clubbesuchern eine Zigarette zu schnorren, mal von rechts, mal von links. Sie hatten deutlich mehr Erfolg, wenn sie ins rechte Ohr sprachen. Ihre Erklärung dafür lautet: Rein medizinisch betrachtet, hören wir auf beiden Ohren gleich gut. Das rechte Ohr würde aber von der linken Gehirnhälfte gesteuert und die verarbeite Informationen und Aufforderungen besser. Zudem reagiere die Gehirnhälfte eher auf positiv besetzte Emotionen. Sie wirkten weniger bedrohlich und deshalb sagten wir häufiger Ja.

Zwei Fragen sind schwerer zu verneinen?

Behauptet zumindest Leon Windscheid.

Seine Freundin hat eine ganz andere Erklärung dafür, dass sie sich von ihrem jetzigen Freund angezogen fühlte: "Leon hatte ein Getränk dabei, von dem ich noch nie gehört hatte: Tequila-Apfelsaft. Das wollte ich unbedingt probieren."

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