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Hells Angel Nina Hagen und die Fortbildung in Sachen Sex

Nina Hagen und Anthony Kiedis
Sex-Mentorin Nina Hagen und Anthony Kiedis, Sänger der Red Hot Chili Peppers, hatten in den 1980er Jahren eine nachhaltig wirkende Begegnung
© Picture Alliance; AFP
Die meisten Menschen haben ihr Leben lang durchschnittlichen Sex. Manchen ist es vergönnt, irgendwann auf einen Mentor zu treffen, der es ihnen ermöglicht, in ungeahnte erotische Sphären vorzudringen. So wie Nina Hagen es für Anthony Kiedis war.

Nina Hagen hat Ahnung von gutem Sex. Das wurde spätestens klar, als sie 1979 in der österreichischen Talkshow "Club 2" über weibliche Masturbationstechniken dozierte und dann auch noch sehr anschaulich demonstrierte, wie Frauen, "wenn sie mit Boys schlafen", selber Hand anlegen müssten, um zum Orgasmus zu kommen. Das machte sie zur beispiellosen Vorreiterin, denn bis heute haben ja unzählige Männer immer noch nicht kapiert, dass das alte Rein-Raus-Spielchen den meisten Frauen nicht genügt, um auf ihre Kosten zu kommen. "Rein durch Penetration geben nur vier Prozent der Frauen an, fähig zu sein, zum Höhepunkt zu kommen", bestätigte die Sexualtherapeutin Elia Bragagna kürzlich in der "Welt". "52 Prozent der Frauen benötigen neben der vaginalen Stimulation auch eine klitorale." Traurig, dass das fast vierzig Jahre später immer noch gepredigt werden muss. 

Es beweist, wie weit Nina Hagen ihrer Zeit voraus war. Und so wundert es mich auch nicht, dass gerade Anthony Kiedis, 53, der sagenumwobene Chefrocker der Red Hot Chili Peppers, mit dem Bekenntnis für Aufsehen sorgte, Nina Hagen, 61, sei Anfang der Achtziger Jahre seine Mentorin gewesen – "sexuell und spirituell". Dass Kiedis heute noch so begeistert von "unserer" Nina schwärmt, kommt einem Ritterschlag gleich. Denn immerhin hat der in meinen Augen sexieste Mann des Planeten innerhalb der letzten Jahrzehnte NICHTS an sexuellen Eskapaden und Grenzgängen ausgelassen (das kann jeder in seiner legendären Autobiografie nachlesen), hatte u. a. Affären mit Madonna, Demi Moore, Cher und Heidi Klum. Also quasi jedem! "Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wollte ich mit jeder gut aussehenden Frau schlafen, die ich getroffen habe", gestand er einmal.

Multitalent Nina Hagen

Um so cooler, dass ihm ausgerechnet die deutsche "Godmother of Punk" in so vortrefflicher Erinnerung geblieben ist. Nina Hagen scheint wahrlich etwas in ihm bewegt zu haben. Das ist bemerkenswert, weil es nicht jedem Menschen vergönnt ist, einen Mentor in Sachen Sex zu finden. Jemand, der deine tiefsten seelischen und körperlichen Bedürfnisse wachkitzelt und dich mit seinen Skills in völlig neue erotische Sphären schießt. Kaboom!

Als ich noch jünger war, habe ich immer die Augen verdreht, wenn ich irgendwo gelesen habe, dass Frauen in den Vierzigern den besten Sex haben. Heute blicke ich dieser Zeit ehrlich gesagt ziemlich aufgeregt und freudig entgegen. Denn Fakt ist, dass mein Sexleben mit jedem Lebensjahr und jedem neuen talentierten Liebhaber immer besser und besser und besser wird.

Nina Hagen ist mittlerweile 61. Ihr Sexleben muss heute in der Konsequenz unvergleichlich gut sein. Immerhin vermochte sie bereits als blutjunge Frau weltberühmte Rockstars um den Verstand zu, äh, bringen.

Ich habe gehört, dass Anthony Kiedis derzeit Single ist. Wäre doch schön, wenn er Nina nach all den Jahren mal besuchen würden. Der Gute würde vermutlich nie wieder nach L.A. zurückkehren ... 


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