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KOLUMNE

Weiblich, ledig, na und?: Fünf (gute) Orte fürs erste Date

Über zu wenige Dates konnte sich die Singlefrau in den vergangenen Monaten nicht beklagen. So langsam wird sie Profi im Aussuchen für Erste-Date-Orte. Und von einem rät sie allerdings ganz klar ab.

Die Wahl des richtigen Ortes entscheidet über den Datingerfolg.

Die Wahl des richtigen Ortes entscheidet über den Datingerfolg.

"Ich will nicht, dass du schon gehst", waren Christians erste Worte zu mir. Direkt gefolgt von einem Mich-zu-sich-ranziehen und dem Start eines innigen Kusses. Ich war so überrumpelt, dass die einzig logische Antwort das Mitmachen war. Es war 3.30 Uhr, Sonntagmorgen und natürlich gab es Unmengen guter Gründe nach Hause zu gehen - und es hätte auch andere Antworten gegeben. In nüchternem Zustand hätte sich Christian eine gefangen. So bekam er sogar meine Telefonnummer.

Wir hatten unser erstes Date, also nach unserem ersten Kuss, zugegebenermaßen war es etwas ungewöhnlich. Entsprechend ungewöhnlich war auch der Ort fürs erste Date: das Freibad. Es war ein heißer Sommertag, und als er den Treffpunkt vorschlug, lag ich gerade zerfließend auf dem Balkon. Eine Abkühlung würde gut tun. Dass ich nach dem ersten Kuss, mich dann auch mal gleich nackig vor ihm machen würde, daran dachte ich nicht ...

Letztendlich war nicht ich das Problem, sondern er - beziehungsweise seine Badehose. Nachdem Christian die Hosen runtergelassen hatte und sich in einer schwarzen, doch sehr knapp geschnittenen Old-School-Badehose präsentierte, war mir klar, dass dieses Date maximal eine gelungene Abkühlung werden würde.

Merke: Freibäder sind nicht der ideale Ort für ein erstes Date.

Mit Springbrunnen

Nah am Wasser gebaut war auch ein anderes Date: Mit Michael traf ich mich an einer Eisdiele, auch so ein Sommerklassiker. Zwei Kugeln in der Waffel und dann ein paar Meter gehen - bis zum Brunnen. Was war ich diesem Brunnen für sein Dasein dankbar! Denn Michael und ich hatten uns einfach nichts zu sagen. Allein seine Eisauswahl sagte alles: Schoko und Vanille. Nichts gegen die Eissorten, die sind aller Ehren wert, aber er wählte sie aus, weil er nicht wusste, ob Basilikum-Mango oder Tripple-Choc mit Macadamianüssen ihm schmecken würden. Und in etwa so gestaltete sich auch unser Gespräch. Nachdem wir kein Eis mehr zu schlecken hatten, wurden die Schweigepassagen länger. Da war ich dem Brunnen im Rücken sehr dankbar. Das Schweigen wurde so nicht peinlich.

Was mit Aussicht

Deutlich besser habe ich Dates in Erinnerung, die an einem Ort stattfanden, an dem man viel zu gucken hat. Auch da geht der Gesprächsstoff nicht aus und erleichtert den Einstieg, wenn man beim Allgemeinen anfängt - über das spricht, was man sieht - fällt das Konkrete und Persönliche leichter. Mit Paul schaute ich auf unsere Stadt. Es war noch warm genug, um auch nach Sonnenuntergang draußen zu sitzen. Dann rückt man automatisch ein Stück enger zusammen. Das Glitzern der Lichter verleiht den Stunden etwas Magisches, die Romantik gibt es gratis zum Getränk dazu. So dauerte es bei Paul und mir auch nicht lange, bis wir knutschten. Bei so viel Kitsch musste ich dauergrinsen. Oder lag es an Paul? Es war das perfekte erste Date. Was er erzählte, machte mich neugierig, auf den Menschen, nicht nur für die eine Nacht, wie es eigentlich gedacht war. Auf dem Weg den Berg runter, nahm Paul meine Hand. Oh ha, das fühlte sich erstaunlich gut an!

In Bewegung

Auch das Date mit Jochen fühlte sich gut an, allerdings war die Definition "Date" etwas einseitig - und sie kam nicht von mir. Wir kennen uns flüchtig über Freunde von Freunden. Kürzlich plante eine größere Runde eine sonntägliche Radtour, durch den Spätherbst. Und plötzlich standen Jochen und ich allein am Treffpunkt. Einem Freund war der Vorabend nicht bekommen, der andere entdeckte kurz vor Abfahrt einen Platten und wollte ihn nicht reparieren, seine Freundin wollte dann auch nicht mehr mit und eine weitere Freundin befürchtete, dass sie Jochen und mich nur aufhalten würde. So machten wir das Beste draus, genossen die letzten warmen Sommerstrahlen, picknickten an einem Fluss und lobten ein Eis für eine Bergwertung aus. Ich hatte Spaß, mehr Bedeutung gab ich dem Nachmittag allerdings nicht. Jochen leider schon. Gut, dass das nasskalte Wetter eine Wiederholung verhinderte ...

Die Theke (d)einer Bar

Wenn es um das erste Date geht, überlasse ich den Männern meistens den ersten Vorschlag. Nicht, weil ich nicht genug Ideen hätte, aber anhand der Vorschläge lässt sich gut ablesen, wie der Typ tickt - und was er von dem Abend erwartet. Ist er in den Hipster-Schuppen der Stadt zu Hause? Und will er sich dort mit einem Date sehen lassen? Oder schlägt er lieber eine Kneipe vor, von der er weiß, dass keiner seiner Freunde hier jemals reingehen würde? Wenn es ganz blöd läuft, ist der erste Vorschlag, eine Systemgastronomie kurz über dem McDonalds-Niveau. Deswegen kam das Date mit Michael nie zu Stande. Das war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Klingt oberflächlich, wäre aber reine Zeitverschwendung gewesen. 

Manchmal lohnt sich das sanfte Gegensteuern mit eigenen Vorschlägen. Es sind nie meine Stammkneipen, die ich fürs erste Date Vorschläge. Sie liegen stets außerhalb meines Stadtteils, auch versuche ich, das Risiko einzudämmen, dass man Kollegen über den Weg läuft, wenn man noch nicht sicher ist, ob man sich mit dem Date sehen lassen möchte. 

Erst beim zweiten oder dritten Mal, geht es in mein Stammcafé und Julia, meine Lieblingskellnerin, wird mir schon nonverbal zu verstehen geben, ob ich mich komplett vergriffen hab oder einen Volltreffer gelandet habe. Ich war schon länger nicht mehr bei Julia. Vor drei Tagen schrieb sie mir eine Whatsapp: "Läuft gerade nicht so, hm?" 

Nun ja, wie man es nimmt. Erste Dates gab es viele ...


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Weitere Kolumnen der Singlefrau findet ihr hier: http://www.stern.de/familie/beziehung/weiblich-ledig-na-und/

Das Buch: Singlefrau, "Mein Bett ist halbvoll", 288 Seiten, Knaur Taschenbuch, 12,99 Euro, hier bestellbar

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(