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BOCHUM: Ach Du dickes Ei...

Maschinenbauer laden zum Konstruktionswettbewerb der besonderen Art

Maschinenbauer laden zum Konstruktionswettbewerb der besonderen Art

Warum es ein Ei ist, weiß keiner mehr so ganz genau. Sicher ist nur, dass die Idee zu Flying Ei Anfang der 90er Jahre in der Fachschaft der Fakultät für Maschinenbau entstanden ist. Mittlerweile erfreut sich der Konstruktionswettbewerb der besonderen Art immer größerer Beliebtheit.

Bei »Flying Ei« ist Geschick gefragt. Und nicht nur das - immerhin soll ja auch der Maschinenbauer in den jungen Konstrukteuren gefordert werden. Als Kennenlern-Veranstaltung für Erstsemesterstudenten konzipiert, gilt es beim Wettbewerb ein rohes Ei möglichst schadenfrei über den Campus zu bewegen. »Wir wollten den neu immatrikulierten Studenten zeigen, dass in ihrem Studium vor allem Teamgeist gefragt ist«, erklärt Iris Bartozzi von der Fakultät für Maschinenbau. In Mannschaften treten die angehenden Ingenieure an, um dem »Eier-Problem« Herr zu werden.

In der Vergangenheit überlebte das Ei bereits Stürze von mehrstöckigen Gebäuden, musste zahlreiche Stufen unbeschadet überwinden, stellte seine Sprungeigenschaften unter Beweis und wurde an einem Seil befördert. Diesmal geht es darum, die rohe Fracht die Wiese zwischen dem IA- und IB-Gebäude hinaufzubefördern. Kein leichtes Unterfangen, wenn man sich weder eines Verbrennungsmotors, elektrischer Energie aus der Steckdose, Akkus oder Batterien bedienen darf. Fest- und Flüssigstoffraketen seien ebenso verpönt, gibt sich das Regelwerk gnadenlos. Zudem darf das Ei beim Start nicht durch direkte Muskelkraft angeschoben werden. Dressierte Hamster oder aber eine Henne, die auf dem Hügel angekommen, ein Ei legt, seien ebenfalls von der Teilnahme ausgeschlossen.

Nur rein mechanische Konstruktionen haben eine Chance

Die Studenten dürfen sich in diesem Jahr nur der Mechanik bedienen. Denkbar wäre eine Katapultkonstruktion, bei der allerdings beachtet werden sollte, dass das Ei sich nicht mehr als 1,50 Meter vom Erdboden entfernt. Schienengeführte Konstruktionen sind ebenfalls von der Teilnahme ausgeschlossen, eine nachträgliche Korrektur des »Eier-Weges« per Fernbedienung nicht zulässig.

Sieger ist die Gruppe, die das Ei am weitesten auf den Hügel transportiert. Iris Bartozzi gibt allerdings zu bedenken: »Das Ei darf keinerlei Schäden davon tragen.« Zudem müsse das Ei während des Transportes mindestens zu einem Drittel sichtbar sein - ein Rundumschutz ist somit nur bedingt realisierbar. Bei der Wahl des Naturproduktes sind auch klare Grenzen gesetzt. Bartozzi: »Das Ei muss roh sein. Das testen wir zum Ende des Wettbewerbs mit dem Hammer.«

Trost für all diejenigen, deren Konstruktion am 23. Januar gegen 16.30 Uhr nicht den beschwerlichen Weg nach oben schafft: Die Tutoren der Fakultät küren auch das originellste Vehikel. (sf)

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