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"Die Stunde Null" "Wir spüren die Nachfrage": Voith baut die Maschinen, die jetzt alle Welt braucht, um nachhaltig zu werden

Toralf Haag leitet das weltweit aktive Heidenheimer Familienunternehmen Voith
Toralf Haag leitet das weltweit aktive Heidenheimer Familienunternehmen Voith
© Ute Grabowsky/ / Picture Alliance
Weltweit investieren Länder in Klimaschutz – was nicht nur Geld kostet, sondern auch neue Geschäfte bedeutet. Der Heidenheimer Maschinenbauer Voith will am Boom der Wasserkraft verdienen. Und am Trend von Papier statt Plastik.

Der Maschinenbauer Voith erwartet durch die weltweiten Infrastrukturpakete und Investitionen in Klimaschutz in vielen Ländern gute Geschäfte, vor allem in den USA und China. "Wir spüren die Nachfrage in Ausschreibungen, die Vergabe läuft jetzt in 2022", sagte Voith-Chef Toralf Haag im Podcast "Die Stunde Null".  "Wir erhoffen uns größere Aufträge hierdurch." Vor allem im Geschäft mit der Wasserkraft, das nach Ausbruch der Pandemie gelitten hatte und in dem Voith seit Jahrzehnten aktiv ist, erwartet Haag einen Boom. 

"Das größte Potential sehe ich in den USA und in China, die Regierungen haben dort angekündigt, dass sie massiv in den nächsten Jahren in Pumpspeicherkraftwerke investieren wollen. Da wollen wir eine Rolle spielen", sagte Haag. Der Voith-Chef sieht auch "großes Potenzial in Afrika und Südamerika. Wir haben in Afrika einige Projekte, bei denen wir große Wasserkraftwerke bauen."

Aufträge über fünf Milliarden Euro

Die Auftragsbücher sind bei dem Heidenheimer Familienunternehmen gut gefüllt, der Auftragseingang stieg zuletzt um knapp ein Viertel auf rund fünf Milliarden Euro. Voith ist damit ein Beispiel, wie der Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität nicht nur mit hohen Kosten, sondern auch neuen Geschäften für deutsche Unternehmen verbunden sein kann.

Haag erwartet einen Aufschwung in Voiths Kernmärkten, denn nachhaltige Technologien werden stark nachgefragt. Neben der Wasserkraft ist dies auch die Windkraft, in die Voith wieder eingestiegen ist. Aber auch die Papiermaschinen, für die die Heidenheimer weltweit bekannt sind, profitieren davon, dass weltweit Verpackungen von Plastik auf Pappe und Papier umgestellt werden und der E-Commerce boomt, wofür mehr Pakete gebraucht werden. "Die Division, die am meisten Umsatzzuwachs hat, ist die Papiersparte", sagte Haag. 

Beim Umbau zur Klimaneutralität sieht Haag, der seit 2018 an der Spitze von Voith steht, vor allem das Thema Energiespeicher vernachlässigt. "Wenn wir sehr stark auf die erneuerbaren Energien setzen, also vor allen Dingen auf Sonne und Wind, müssen wir Lücken füllen, bis diese genügend ausgebaut sind", so der Voith-CEO. "Wenn keine Sonne scheint oder kein Wind weht, brauchen wir mehr Anlagen zur Energiespeicherung."

Voith produziert seit Beginn des Jahres nach eigenen Angaben bereits klimaneutral, durch einen besseren Strommix an Erneuerbaren (von 44 auf rund 87 Prozent), seine eigene Solar- und Wasserkraft und Kompensationsmaßnahmen. Im letzten Nachhaltigkeitsbericht standen noch 140.000 Tonnen CO2-Äquivalente bei den direkten Emissionen innerhalb des Unternehmens.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Warum für Toralf Haag Wasserstoff eine der Kerntechnologien in Deutschland sein sollte
  • Wie lange die Lieferketten für Maschinenbauer noch gestört oder belastet sind
  • Wie Voith bereits vor drei Jahren den Plan schmiedete, klimaneutral zu werden

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