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Zweiter Weltkrieg Brief eines US-Soldaten, der in Deutschland stationiert war, wird nach 76 Jahren zugestellt

Eine ältere Dame hält einen Brief
Der Brief landete nach 76 Jahren in den Händen seiner Witwe (Symbolfoto)
© bbbrrn / Getty Images
Ein US-Soldat, der in Deutschland stationiert war, schickt 1945 einen Brief an seine Mutter in die USA – doch dieser kam nie an. Bis jetzt.

"Liebe Mama, ich habe heute deinen Brief erhalten und mich gefreut, dass bei dir alles in Ordnung ist", schrieb John A. Gonsalves am 6. Dezember 1945, als er kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Soldat in Bad Orb in Deutschland diente. "Mir geht es gut, aber das Essen könnte besser sein", heißt es weiterhin in seinen persönlichen Zeilen. Leider sollte seine Mutter den Brief nie erhalten.

Der Brief sei unerklärlicherweise Ende letzten Jahres in einer Postfiliale in Pittsburg aufgetaucht. Die Mitarbeiter des United States Postal Servus (USPS), der US-Post, waren sich sofort sicher, dass der Brief von großer Bedeutung sein muss. Sie setzten sich dafür ein, dass dieser nach 76 Jahren doch noch an die Hinterbliebenen von John A. Gonsalves zugestellt werden kann.

Die Suche verlief nicht reibungslos

Die Empfänger-Adresse der Mutter auf dem Brief war nicht mehr aktuell. Ein Mitarbeiter der USPS rief bei Gonsalves Sohn an, der ebenfalls John heißt. Dieser hielt die Kontaktaufnahme aber für Betrug, weil sein Vater bereits im Jahr 2015 im Alter von 92 Jahren verstorben war. Daraufhin erfolgte ein Anruf bei der Kirche, die John A. Gonsalves bestattet hatte. Doch auch die Kirchen-Sekretärin hielt es für einen Betrug und schenkte dem Anrufer keine weitere Beachtung. Doch die Post-Mitarbeiter gaben nicht auf. 

Tage später klingelt es bei Angelina Gonsalves, der 89-jährigen Witwe von John A. Gonsalves, an der Haustür. Der Briefträger drückte ihr ein Einschreiben aus Pittsburg in die Hand, mit der Frage, ob ihr Mann mal gedient hatte. Sie bestätigte das. "Wir sind uns nicht sicher, wo der Brief sich in den letzten Jahren versteckt hat, aber er kam vor circa sechs Wochen in unserer Filiale an", heißt es laut Boston 25 News in einer beiliegenden Erklärung von USPS. "Aufgrund des Alters des Briefes war die Zustellung  für uns von größter Bedeutung", heißt es weiterhin.

Als Angelina Gonsalves die Zeilen ihres verstorbenen Ehemanns, die er eigentlich vor 76 Jahren an seine Mutter gerichtet hatte, las, wurde sie von ihren Gefühlen überwältigt: "Es ist wunderbar. Es ist so, als sei wieder bei mir!" Sie erinnerte sich an die 61 gemeinsamen Ehejahre und daran, dass er ein guter Ehemann war, der sich immer um seine Familie gekümmert hat. Das würde sich auch in den Zeilen des Briefes widerspiegeln.

Quelle: "Boston25News"

ky

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