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Elite-Universität: Kritik an Unions-Blockade

Die Kritik an der Politik von CDU und CSU war deutlich. Die Blockade des Programms für Spitzenforschung durch die Union stößt in der deutschen Max-Planck-Gesellschaft auf Unverständnis.

"Es gibt einen Nachholbedarf bei Forschung und Bildung in Deutschland, das im internationalen Vergleich in beiden Bereichen nicht mehr auf einem vorderen Platz liegt", sagte der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, bei der Jahresversammlung am Donnerstag in Stuttgart. Damit spielte Gruss auf die die Blockade des Programms für Spitzenforschung und Elite-Universitäten durch die unionsgeführten Bundesländer an.

Nach dem Veto der unionsgeführten Länder kann das mit 1,9 Milliarden Euro ausgestattete Programm nicht wie ursprünglich geplant am 5. Juli von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung verabschiedet werden. Auch Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) forderte während des Forscher-Treffens die Länder auf, diese Chance nicht zu vertun.

Manko bei den Innovationen

Gruss sieht ein Manko bei den Innovationen in der Hochtechnologie: "Wir kaufen mehr High-Tech-Patente ein als wir abliefern." Bei den so genannten Verbesserungsinnovationen nähmen die Deutschen dagegen einen Spitzenplatz ein. Ein weiteres Problem sieht die MPG, die die Grundlagenforschung in den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften fördert, in der "Lücke zwischen Entdeckung und Erfindung". Die Industrie zögere angesichts der Konjunkturflaute mehr denn je zu prüfen, wie grundsätzliche Erkenntnisse der Forscher in Anwendungen umzusetzen seien.

Bulmahn bestritt eine Abwanderung von Fachkräften ins Ausland. "Nach einer jüngst veröffentlichten Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft kehren 85 Prozent ihrer Stipendiaten wieder nach Deutschland zurück." Gleichzeitig blieben viele ausländische Forscher nach einem Arbeitsaufenthalt in Deutschland.

Auszeichnung für Berliner Max-Planck-Institut

Die Ministerin überreichte den internationalen Forscherpreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und der MPG. Je 750 000 Euro erhielten der Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik Berlin, Martin Vingron (42), und der Professor für Computerwissenschaften Eugene Myers (50) von der University of California in Berkeley (USA). Der Mathematiker Vingron entwickelt nach MPG-Angaben Computerverfahren, mit denen molekularbiologische Daten systematisch ausgewertet werden können. Myers hatte entscheidenden Anteil an der Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes.

DPA / DPA

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