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ELITE-UNIVERSITÄT: Neue Talente braucht das Land

Konkurrenz für Harvard und Co: Im Herbst soll in Berlin die European School of Management and Technology starten, eine Elite-Hochschule für Management-Nachwuchs.

Die deutsche Wirtschaft will im Herbst in Berlin eine Elite-Hochschule gründen und damit Akademien wie Harvard in den USA oder der London Business School Konkurrenz machen.

Im Oktober 2002 solle die European School of Management and Technology (ESMT) formal gegründet werden, sagte ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme als Sprecher der Gründungsinitiative am Montag in Berlin. Die Akademie wende sich an Absolventen deutscher Hochschulen, die bereits mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen könnten und höchstens 40 Jahre alt seien. Eine Stiftung mit rund 100 Millionen Euro Startkapital werde die Akademie tragen. Weitere 25 Millionen Euro habe die Herthie-Stiftung zugesagt. Nach einigen Jahren werden den Plänen zufolge insgesamt 60 ständige, international renommierte Professoren an der Hochschule lehren, die von weiteren 20 Gastdozenten unterstützt werden. Nach Angaben Crommes sollen dann jährlich rund 500 Nachwuchsführungskräfte an der Akademie studieren. Sitz der Hochschule soll das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR am Schlossplatz sein, das bereits als vorläufiges Bundeskanzleramt genutzt wurde. München soll zweiter Standort werden.

Internationale Studenten und ProfessorenSchwerpunkt Ingenieurwissenschaften

Auf staatliche Unterstützung für den Betrieb der Hochschule werde verzichtet. Neben Geld aus der Wirtschaft werde sich die Schule vor allem durch Studiengebühren finanzieren. Pro Jahr lägen sie bei etwa 30.000 Euro, was internationalem Standard entspräche, sagte Gründungsdekan Wulff Plinke. Hochbegabte sollten Stipendien bekommen können. Das Angebot richte sich an Akademiker mit unterschiedlichen Abschlüssen, wobei ein Schwerpunkt auf die Ingenieurwissenschaften gelegt werde. Im Kern wird die Hochschule Plinke zufolge ein einjähriges Master-of-Business-Administration-Vollzeitprogramm sowie berufsbegleitende Studiengänge anbieten. Das Thema »Öffentliche Verwaltung« werde ein Lehrschwerpunkt sein, mit dem man sich von anderen Akademien abhebe. Gleiches gelte für den Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa.

Der Standort Schlossplatz in Berlin für die Hochschule ist allerdings noch nicht endgültig gesichert. Cromme sagte, er verlasse sich hier auf eine Zusage des Berliner Senats. Das Gebäude gehört allerdings dem Bund, der sich noch nicht geäußert hat.

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