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Energieeffizienz: Ein Fünftel weniger Verbrauch ist machbar

Die meisten Deutschen kennen den Begriff "Energieeffizienz" - und verbinden damit durchaus Positives. An der Umsetzung hapert es jedoch: Experten schätzen, dass rund 20 Prozent des deutschen Energieverbrauchs eingespart werden könnte.

Den Begriff Energieeffizienz verbinden die Bundesbürger vor allem mit Kosteneinsparung und technischer Innovation. Dies ergab eine von der dena im Rahmen der Initiative Energieeffizienz in Auftrag gegebene repräsentative Bevölkerungsumfrage. Fast 90 Prozent der Befragten sehen in Energieeffizienz eine Möglichkeit, die Ausgaben für Energie zu senken; fast 80 Prozent verbinden den Begriff mit neuen technischen Entwicklungen.

Begriff ist positiv besetzt

"Energieeffizienz hat sich als positiver Begriff in der Bevölkerung etabliert", kommentierte Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena. "Fast alle haben ihn schon gehört; nur vergleichsweise wenige verbinden ihn mit negativen Attributen wie Verzicht oder Zeitaufwand. Auch die Notwendigkeit für den Einsatz energieeffizienter Technik wird breit akzeptiert."

Auch für die Bundesregierung hat das Thema hohe Brisanz. Deutschland importiert momentan 62 Prozent seiner Energie, es wird jedoch erwartet, dass die Quote in Zukunft auf 70 Prozent steigt. Um die Importabhängigkeit zu verringern, spielt im Bereich der Energie das Sparen eine große Rolle: "In dem Maße, wie es gelingt, die Energieeffizienz auf der Erzeugungs- und Nachfrageseite über alle Sektoren (Industrie, Gewerbe, Private Haushalte, Verkehr ) zu steigern, vermindert dies die Nachfrage nach Energie...", heißt es in einem Papier der Arbeitsgruppe "Nationale Energieversorgung". Deshalb müssten Wirkungsgrade von Kraftwerken und die Wärmeisolierung von Gebäuden verbessert sowie der Spritverbrauch von Autos gesenkt werden.

Strom sparen

Die Verantwortung für Energieeffizienz wird von den Befragten jedoch nicht in erster Linie der Politik zugeschrieben. 85 Prozent sind der Ansicht, dass jeder einzelne Verbraucher seinen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland leisten kann. Den größten Spielraum zum Stromsparen sehen die Befragten in den privaten Haushalten (88 Prozent) und in der Industrie (74 Prozent). Dies entspricht in der Tendenz den tatsächlichen Einsparmöglichkeiten. Allerdings weist auch der Dienstleistungssektor, vor allem im Bereich Beleuchtung, noch viele Optionen für Stromeffizienz auf. Insgesamt können in Deutschland 20 Prozent des Stromverbrauchs wirtschaftlich eingespart werden.

Ziel der Initiative Energieeffizienz ist, die Handlungsmöglichkeiten für effizienten Stromeinsatz in Privathaushalten wie in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aufzuzeigen und die Nutzung energieeffizienter Techniken und Geräte zu verbreiten. Mit zielgruppenspezifischen Kampagnen und Projekten werden die Endverbraucher zum energieeffizienten Handeln motiviert. Die Initiative EnergieEffizienz wird von der dena gemeinsam mit den Energiewirtschaftsunternehmen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall Europe getragen sowie durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.

Reuters / Reuters

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