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Energiepreise: Ölpreis marschiert auf Rekordhoch zu

Schlechte Nachrichten für Verbraucher: Diesel und Benzin werden wieder teurer. Passend zum baldigen Beginn der kalten Jahreszeit dürfte auch der Heizölpreis munter steigen. Der ADAC rechnet nicht mit einer schnellen Entspannung - und empfiehlt akribische Preisvergleiche.

Der Ölpreis bewegt sich auf ein Rekordhoch zu. Am Dienstagnachmittag notierte US-Leichtöl im Computerhandel an der New Yorker Rohstoffbörse zwar nur leicht verändert bei 77,42 Dollar pro Barrel (159 Liter). Im Tagesverlauf war der Ölpreis aber auch schon auf über 78 Dollar gestiegen, hatte dann jedoch wieder nachgegeben. Damit ist der Höchststand von Anfang August mit 78,77 Dollar je Fass nur noch wenig entfernt. Auch Benzin und Diesel sind in Deutschland teuer geworden. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Ölpreis um 2,66 Dollar angezogen. Fachleute erwarten hier weitere Preissteigerungen bis zu 80 Dollar je Barrel.

Opec erhöht Produktion leicht

Die Ölminister der Opec haben unter massivem internationalen Druck eine Anhebung der OPEC-Förderquoten um 500.000 Barrel pro Tag ab 1. November beschlossen. Dies gab der Sprecher der Opec, Omar Ibrahim, in Wien bekannt. Der Entscheidung waren siebenstündige, kontroverse Beratungen der Minister vorausgegangen. Noch Stunden vor dem Treffen hatte sich die Mehrheit der zwölf OPEC-Mitglieder gegen jede Erhöhung der Förderquoten ausgesprochen. OPEC-Generalsekretär Abdullah al Badri sagte vor Journalisten zu dem Beschluss: "Wir hoffen, dass dies den Markt beruhigen wird."

Beobachter erwarten von der Entscheidung keine wirkliche Steigerung der Rohölproduktion. Bereits im August hatten die zehn Mitgliedsländer, für die die Quote gilt, 26,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) gefördert. Die neue Quote für diese Länder (ohne den Irak und Angola) liegt nun bei 27,25 Millionen Fass pro Tag, sagte Generalsekretär Abdullah al Badri. Von den 500 000 Barrel entfielen 350.000 auf Saudi-Arabien und 150.000 auf die übrigen Mitgliedsländer.

Experten sehen weiter eine weltweit hohe Nachfrage nach Öl. Zudem steht die kalte Jahreszeit und damit die Heizöl-Saison bevor. Außerdem habe es einen deutlichen Abbau der Lagerbestände in den USA gegeben, sagte die MWV-Sprecherin. Dies alles treibe den Preis nach oben.

Superbenzin in Kassel am teuersten

Die hohen Ölpreise machen sich auch an den Tankstellen bemerkbar. Der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel ist einem Städtevergleich des ADAC zufolge so hoch wie nie zuvor. Demnach müssen Autofahrer in Erfurt am tiefsten in die Tasche greifen. Der dortige Preis von 1,207 Euro je Liter Diesel sei der höchste Städte-Durchschnittspreis, den der ADAC jemals an Markentankstellen ermittelt habe, hieß es im monatlichen Kraftstoff-Preisvergleich des Verkehrsclubs.

Bei Superbenzin war demnach Kassel die teuerste Stadt. Dort kostete der Liter durchschnittlich 1,407 Euro, auch der Preis für Diesel sei mit 1,204 Euro sehr hoch, erklärte der ADAC. Seinen Angaben zufolge beträgt der Preisunterschied zwischen der teuersten und der billigsten Stadt beim Superbenzin 3,8 Cent und beim Diesel 2,3 Cent. Magdeburg ermittelte der Verkehrsclub mit 1,184 Euro je Liter als günstigste Stadt beim Diesel.

Akribische Preisvergleiche sollen helfen

Den günstigsten Preis beim Superbenzin bezifferte der ADAC auf 1,369 Euro pro Liter. So viel mussten Autofahrer in Berlin, Bielefeld, Bremen, Freiburg, Magdeburg, Nürnberg und Saarbrücken zahlen. Derzeit schützt der starke Euro die Autofahrer vor noch höheren Preisen. Angesichts des derzeitigen Rohölpreises seien die Kraftstoffpreise in Deutschland nach wie vor zu hoch, erklärte der ADAC. Eine Entspannung sei vorerst nicht zu erwarten. Der Verkehrsclub appellierte an die Autofahrer, akribisch die Preise zu vergleichen und nur dort zu tanken, wo der Sprit nicht völlig überteuert angeboten werde.

AP/DPA / AP / DPA

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