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Fremdsprachen: Flächendeckend an Grundschulen einführen

Die Grundschüler kommen um Fremdsprachen nicht mehr herum. In den meisten Bundesländern steht die erste Fremdsprache spätestens ab der 3. Klasse auf dem Stundenplan.

Die Grundschüler in Deutschland kommen um Englisch, Französisch und Co. nicht mehr herum. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein steht die erste Fremdsprache inzwischen spätestens ab der 3. Klasse auf dem Stundenplan. Ab dem nächsten Schuljahr soll sie überall flächendeckend eingeführt sein. Seit Herbst 2003 in Baden-Württemberg, ab 2004 in Brandenburg und ab 2005 auch in Rheinland-Pfalz fängt der Fremdsprachenunterricht sogar schon in der 1. Klasse an.

In den meisten Ländern geht es dabei noch recht spielerisch zu. In Modellversuchen fangen manche sogar schon im Kindergarten an. Doch schon jetzt gibt es in sechs Bundesländern in der 3. und 4. Klasse Noten im Fremdsprachenunterricht, die allerdings nicht versetzungsrelevant sind. Vorwiegend Englisch wird in deutschen Grundschulen gelernt, aber auch Französisch und in Grenzgebieten die Sprache des Nachbarlandes wie Polnisch, Tschechisch oder Dänisch. Zudem gibt es auch Unterricht in den Sprachen von Minderheiten wie zum Beispiel Sorbisch oder von ausländischen Mitbürgern wie Italienisch, Russisch oder Türkisch. Bereits Ende 2001 hatten sich die Kultusminister der Länder darauf verständigt, den Fremdsprachenunterricht in der Grundschule deutlich auszuweiten.

Vielerorts mit Noten

Am weitesten geht seit dem laufenden Schuljahr Baden-Württemberg. Als bislang einziges Bundesland startet der Fremdsprachenunterricht hier für alle Kinder schon mit der ersten Klasse. In der Regel werden pro Woche zwei Stunden Englisch, entlang der Rheinschiene aber auch Französisch gelehrt. Ab der 3. Klasse gibt es Noten. Schon in der 5. Klasse kommt die zweite Fremdsprache.

Ebenfalls Noten gibt es in Berlin und Brandenburg, wo Englisch oder Französisch beziehungsweise vornehmlich Englisch unterrichtet werden. Die Grundschule dauert in beiden Ländern bis zur 6. Klasse.

Hessen, wo schon 1989 versuchsweise mit Fremdsprachenangeboten in der Grundschule begonnen wurde, beginnt in der 3. Klasse mit dem benoteten Unterricht von Englisch oder Französisch.

In Nordrhein-Westfalen ist seit Schuljahresbeginn im Herbst 2003 ab der 3. Klasse der Grundschule Englisch flächendeckend reguläres benotetes Schulfach.

In Mecklenburg-Vorpommern wird flächendeckend ab der 3. Klasse eine Fremdsprache - überwiegend - leistungsorientiert unterrichtet.

Spätestens ab der dritten Klasse verbindlich

Noch nicht über die Benotung entschieden ist in Bremen und Hamburg. In Bremen ist Englisch ab der 3. Klasse Pflicht. Noten gibt es voraussichtlich erst ab dem nächsten Schuljahr. In Hamburg lernen ebenfalls alle Grundschüler ab der 3. Klasse Englisch. Zudem gibt es hier zehn Grundschulen, an denen zusätzlich ab der 2. oder 4. Klasse Französisch unterrichtet wird.

Die übrigen Bundesländer wollen zunächst noch keine Noten im Fremdsprachenunterricht der Grundschulen geben. In Bayern ist die Einführung des nicht benoteten Fremdsprachenunterrichts (vorwiegend Englisch) in der 3. Klasse seit diesem Schuljahr abgeschlossen. In Niedersachsen werden an den Grundschulen in den Klassenstufen drei und vier jeweils zwei Wochenstunden Englisch unterrichtet. Die obligatorische Einführung im Schuljahr 2002/2003 war von der damaligen SPD-Kultusministerin Renate Jürgen-Pieper als bundesweit erste gepriesen worden.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will bis 2005 in allen Grundschulen bereits ab der ersten Klasse Englisch oder Französisch einführen, was aber nicht als eigenständige Unterrichtsfächer, sondern fächerübergreifend gelehrt werden soll. Das heißt, ein Teil des Sachkunde-, Mathematik- oder Musikunterrichts läuft in Englisch oder Französisch. Derartigen integrativen Fremdsprachenunterricht gibt es auch in Schleswig-Holstein, wo er ab dem Schuljahr 2004/2005 ab der 3. Klasse flächendeckend eingeführt werden soll.

Im Saarland ist traditionell Französisch die erste Fremdsprache. Ab der 3. Klasse ist sie für alle Grundschüler verpflichtend.

In Sachsen-Anhalt soll ab dem Schuljahr 2004/05 flächendeckend Englisch in den Klassenstufen 3 und 4 als Bestandteil der Stundentafel und damit als Pflichtfach eingeführt werden.

In Sachsen wird an den Grundschulen nach Angaben des Kultusministeriums in der 3. oder 4. Klassenstufe so genannter Begegnungsunterricht in einer Fremdsprache gegeben.

Laut Mitteilung des Thüringer Kultusministeriums gibt es an allen Schulen ab 3. Klasse Unterricht in einer Fremdsprache - zumeist Englisch.

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