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hamburg: Alles nur geklaut

Hausarbeiten per Mausklick

Hausarbeiten per Mausklick

Es kann ja so einfach sein Hausarbeiten zu schreiben - vorausgesetzt, man weiß, wo man suchen muss. Untersuchungen zu den psychischen Auswirkungen von Seifenopern, Erforschungen über das Balzverhalten von Zierfischen oder Abhandlungen über die biographischen Züge von Thomas Manns »Buddenbrooks« - alles nur einen Mausklick entfernt. Unter Webadressen wie hausarbeiten.de, referate.de oder student-online.de stellen Anbieter jegliche Art von Arbeiten jeglicher Fachbereiche kostenlos ins Internet. Die Versuchung ist groß: Schließlich würde einfaches Kopieren der bereits erschienenen Arbeit jede Menge Zeit und Mühe sparen. Und welcher Professor in Hamburg merkt schon, dass die gleiche Hausarbeit bereits vor zwei Semestern an der LMU in München eingereicht worden ist?

Aber mal ehrlich: So dreist, die Werke anderer für die eigenen auszugeben, sind doch wohl die wenigsten. So betrachten die Anbieter der Seiten die Schätze in ihren Archiven auch vielmehr als Unterstützung, Anregung und Hilfe für zu schreibende Hausarbeiten denn als wirkliche Vorlagen. Eine Online-Bibliothek also anstelle eines Paradieses für Schummler.

Wer es dennoch nicht lassen kann, sich mit fremden Federn zu schmücken, der sei zumindest gewarnt: Zwei Professoren der University of California in Berkeley bieten seit rund einem Jahr das Gegengift feil. 125.000 Hochschularbeiten umfasst ihre Datenbank, mit denen eingereichte Arbeiten auf frappierende Ähnlichkeiten hin abgeglichen werden. Der Name der Website: Plagiarism.org.

Wäre ja auch zu schön gewesen...(cp)

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