hamburg Kein Grund zur Aufregung


Ein kleiner Rückblick auf das Wintersemester

Ein kleiner Rückblick auf das Wintersemester

Das Wintersemester 2000/01 ist letzte Woche zu Ende gegangen. Der Hamburger Philosophenturm ist renoviert worden, neue Studiengänge werden angeboten und die Mensa bietet kein Rindfleisch mehr an. Sonst noch was? Zeit für einen Rückblick.

Die erste Woche der Semesterferien ist angebrochen. Das Wintersemester ist vorbei. Auch diesmal hatten wir keine weißen Weihnachten, nur viel Regen und Wind. Nichts Außergewöhnliches in Hamburg, denn hier regnet es ja oft. Auch nicht außergewöhnlich in diesem Semester war, dass man als Student unzählige Stunden in den uninahen Copyshops verbracht hat, statt in der Vorlesung zu sitzen, im »Abaton« einen Milchkaffee getrunken hat und die anfänglich eingetragenen vier Hauptseminare, drei Vorlesungen und eine Übung auf zwei Hauptseminare und zwei Vorlesungen gekürzt hat, »um auch mit dem Lesen der Bücher und Kopien mitzukommen«, wie mir Stefan, ein Germanistikstudent, erklärt.

The same procedure as every year. Die Universität ist zahm geworden und selbst die Wahlplakate für die wenig beachteten Hamburger Stupawahlen erinnerten teilweise mehr an ein Bewerbungsfoto für die dritte Big-Brother-Staffel als an ein politisches Werbemittel. Die Generation Golf sitzt mittags bei einem »Latte Macchiato« im Art-Deco-gestylten neuen »Abaton« und diskutiert. Wir reden über BSE, Referatsthemen und Christian Kracht und dass der gerade in Bangkok sei. Dann kommt die bestellte Pizza mit Parmaschinken und Parmesanscheiben. Parmaschinken ist doch unbedenklich?

Zu viele (schlechte) Referate, zu kleine Seminarräume und zu wenig Bücher, die meistens in der Staatsbibliothek auch noch ausgeliehen sind, stellen keine neuen Probleme dar. Es gibt sie schon lange und insgeheim haben wir uns damit abgefunden. Im Wintersemester 2000/01 war dies nicht anders. Halt, nicht ganz. Es hat eine Vorlesung stattgefunden, die allein schon durch die Art des Vortrags mitgerissen hat. Und so hat auch die Anzahl der Zuhörer nicht wie üblich im Verlauf des Semesters immer mehr abgenommen, sondern ist konstant groß geblieben. Vielleicht bestünde die Lösung der Universitätsprobleme und der Passivität der Studenten darin, wie bei großen Discountmärkten den Mitarbeiter (in dem Fall Professor) des Monats zu wählen. Bei schlechter Arbeit könnte man ihm oder ihr den Harald-Schmidt-Titel »Liebling des Monats« verleihen und die Studenten, die am häufigsten gewählt haben, bekämen einen Gastauftritt im BB-Container.

Wir blicken gespannt auf das Sommersemester 2001. (yk)


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