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Heizöl: Riskante Billig-Order

Zwar ist der Heizölpreis bereits deutlich gesunken, aber findige Verbraucher können noch mehr sparen: Der Preis kann mit Sammelbestellungen weiter gedrückt werden. Doch die gemeinsame Bestellung mit Nachbarn oder im Kollegenkreis ist nicht risikofrei.

Von Sebastian Wieschowski

Es ist eine regelrechte Hassliebe: Die Heizölbestellung drückt jedes Jahr mit mehreren tausend Euro aufs Portemonnaie - und trotzdem dürfte Verbrauchern bei den aktuellen Rohstoffpreisen warm ums Herz werden: Seit dem Höchststand im Juli - noch vor drei Monaten kostete ein Barrel Öl auf dem Weltmarkt um die 145 Dollar - sinken nicht nur die Temperaturen, auch die Heizöl-Preise gehen in den Keller: Zuletzt kostete ein Liter Heizöl durchschnittlich knapp unter 73 Cent, das ist der niedrigste Stand seit dem Frühjahr.

Bis zu 100 Euro Ersparnis

Wer also jetzt seinen Tank füllen will, sollte nicht länger zögern. Noch günstiger wird die Bestellung für den Verbraucher, wenn er sich im Internet mit Gleichgesinnten zusammenschließt. Da einzelne Haushalte nicht beliebige Mengen Heizöl bunkern können, erfreuen sich Onlineportale für Sammelbestellungen steigender Beliebtheit. "Sammelbestellungen helfen sparen", heißt es auf der Startseite von "Heizoelpool.de". Wer seine Postleitzahl auf der Seite von "heizoel24.de" eingibt, erhält in einer Preis-Mengen-Lieferstellen-Matrix (PML-Matrix), wie teuer hundert Liter bei variablen Abnahmemengen und mehreren Lieferstellen sind. So lässt sich der entgültige Heizölpreis bei einer Sammelbestellung in der Nachbarschaft leicht bestimmen. Auf "FastEnergy.de" gibt es keine Matrix mit variablen Werten, hier wird einfach die gewünschte Menge und die Zahl der Abladestellen eingegeben.

Das Konzept hinter Heizölportalen im Internet ist denkbar einfach: Bestellen viele Kunden gemeinsam im gleichen Postleitzahlenbereich Heizöl, kann eine Sammelbestellung bei einem lokalen Heizölhändler aufgegeben werden - und weil der Händler bei einer größeren Abnahmemenge eher mit sich handeln lässt, erzielen sie einen besseren Preis. Ein Beispiel: Wer 1000 Liter Öl abnimmt, zahlt derzeit im deutschlandweiten Durchschnitt um die 80 Euro pro 100 Liter. Werden 1500 Liter bestellt, kommt der Besteller auf einen Preis von etwa 77 Euro: "Bei einer Teilnahme an einer Poolbestellung kann der einzelne Verbraucher zwischen drei bis fünf Prozent gegenüber einer Einzelbestellung sparen", rechnet HeizoelPool-Geschäftsführer Herbert Frey vor. Bei einer Abnahme von 2000 Litern wären das mit einer Sammelbestellung bis zu 100 Euro Ersparnis.

Ausgewogene Bestellmengen

Bei einer Sammelbestellung sind allerdings einige Regeln beachten: "Die Bestellmenge der einzelnen Teilnehmer im Pool sollte ausgeglichen sein und zwischen 1000 und maximal 2000 Liter pro Abladestelle betragen", rät HeizoelPool-Geschäftsführer Herbert Frey. "Für einen Teilnehmer mit einer Bestellmenge von beispielsweise 5000 Liter lohnt sich die Teilnahme an einer Sammelbestellung nicht, weil er damit die Teilnehmer mit einer geringeren Bestellmenge subventionieren würde", erklärt Frey. Denn der Lieferant lässt es sich extra bezahlen, wenn anstelle einer Abladestelle zehn einzelne Stationen angefahren werden müssen. Für größere Bestellmengen ist deshalb in jedem Fall eine Einzelbestellung günstiger.

Die private Sammelbestellung ist jedoch nicht ganz gefahrenfrei - wenn ein Nachbar beispielsweise die Sammelbestellung für die ganze Straße organisiert und den Kaufvertrag für das Heizöl unterschreibt, bleiben die übrigen Teilnehmer auf den Kosten sitzen, wenn ein Besteller abspringt: "Der Gesetzgeber geht davon aus, dass bei einer organisierten Bestellung mit dem Ziel, einen günstigeren Preis zu erhalten, eine GbR (Anm. d. Red: Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) gegründet wird", erklärt Herbert Frey. "Das hat zur Folge, dass alle Teilnehmer dem Heizöllieferanten gegenüber haften, wenn ein oder mehrere Teilnehmer aus welchen Gründen auch immer die Rechnung nicht bezahlen, und umfasst alle Kosten und Zinsen, die daraus entstehen", sagt Frey. Diese Gesamthaftung liegt selbst dann vor, wenn vom Lieferanten Einzelrechnungen an die einzelnen Teilnehmer verschickt worden sind.

Vorteil: Einzelne Abrechnung

Wer das vermeiden will, kann sich an organisierten Online-Bestellungen beteiligen. Per Computer können Heizölkäufer auf "heizoelpool.de" abfragen, ob sich genügend Käufer in der eigenen Wohnregion angemeldet haben. Dann sucht der Poolanbieter nach einem günstigen Händler. Wer mit dem Preis einverstanden ist, kann dann kurzfristig verbindlich ordern. Bei "heizoel24.de" organisiert allerdings der Auftraggeber die Sammelbestellung selbst und muss auch nach Mitstreitern suchen. In der Bestellmaske von "FastEnergy.de" können die einzelnen Bestell-Teilnehmer auch separat eingegeben werden. Der Vorteil bei allen Portalen: Bei Sammelbestellungen wird jede Lieferstelle einzeln abgerechnet.

Einen Nachteil hat die Sammelbestellung in der Öl-Community jedoch: Wenn in der Region wenig Bedarf an Heizöllieferungen besteht, wartet der Verbraucher unter Umständen vergeblich auf günstigen Brennstoff.

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