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Heizöl: Verbraucher pokern Preise hoch

Die Verbraucher müssen immer tiefer in die Tasche greifen. Und nach den Lebensmitteln wird nun wohl auch Heizöl teurer. Das liegt aber nicht nur an der hohen Weltmarktnachfrage, sondern auch an den Konsumenten selbst.

Nicht nur die Milchpreise steigen in den nächsten Wochen weiter, im Herbst müssen nach Einschätzung von Branchenkennern auch die Besitzer von Ölheizungen tiefer in die Tasche greifen. Das liegt nicht nur an der allgemeinen Entwicklung des Ölpreises, sondern auch am Verhalten vieler Verbraucher, heißt es beim Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH). Wegen des milden Winters im vergangenen Jahr seien die Öltanks in vielen Haushalten noch nicht völlig leer.

Manche Verbraucher spekulierten nun darauf, dass auch der kommende Winter mild werde und der Restvorrat reichen könnte. "Nur kann dieses Pokerspiel mit dem Wetter dann bei einer längeren Kälteperiode ziemlich teuer werden", so VEH-Vorstandschef Rudolf Bellersheim. Die derzeitige Zurückhaltung werde dazu führen, dass im Spätherbst viele Menschen Heizöl zum selben Zeitpunkt kaufen wollten, was dann den Preis unnötig in die Höhe treibe.

Unterm Strich sei das Preisniveau derzeit im Vergleich zu den Vormonaten relativ entspannt: Mit etwa 62 Cent pro Liter Super-Heizöl sei fast schon wieder das Niveau von Ende Mai erreicht. Gegenüber dem Vorjahr liege der Heizölpreis damit konstant und im Vergleich zum Vormonat rund vier Prozent günstiger.

Bei der bereits angekündigten Milchpreiserhöhung handele es sich nach Angaben des zuständigen Verbands nicht um eine neue Preiswelle. Vielmehr werden nun nur umgesetzt, was bereits vor Wochen angekündigt wurde, so Verbandschef Eckhard Heuser. "Um ein bis eineinhalb Euro werden die Molkereien dann ihre Preise pro Kilo Käse anheben", sagte Heuser weiter.

Laut "Hamburger Abendblatt" dürften die Preise für Gouda und Edamer an der Käsetheke pro 100 Gramm bis zu 15 Cent auf 1,14 Euro steigen. Noch teurer werde Quark. "Hier zahlt man für 500 Gramm Quark ab September 75 statt 49 Cent", sagte der Milchindustrievertreter. Grund dafür seien auslaufende Lieferverträge zwischen dem Einzelhandel und den Molkereien. Wegen der weltweiten Nachfrage und gestiegener Energiekosten verlangten die Molkereien höhere Preise. "Wir haben derzeit ein hohes Niveau, gehen aber von einer stabilen Marktlage aus", Weil aber jede Molkerei einzeln mit den Lebensmittelbetrieben verhandele, seien keine flächendeckenden Preissprüngen zu erwarten.

AP / AP
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