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Hochschule: Eliteuni für Nachwuchs-Manager beginnt Lehrbetrieb

Die Berliner European School of Management and Technology hat ihren Lehrbetrieb teilweise in München aufgenommen. Der Sitz in der Hauptstadt ist erst in etwa anderthalb Jahren bezugsfertig.

Nach Anlaufproblemen hat die Elitehochschule der deutschen Wirtschaft für Nachwuchsmanager ihren Lehrbetrieb teilweise in München aufgenommen. Die Berliner European School of Management and Technology (ESMT) wich zum Start in ihre bayerische Außenstelle aus, da der Berliner Hauptsitz erst frühestens in anderthalb Jahren bezugsfertig ist.

Aufbau in drei bis fünf jahren

Die Einrichtung will mit der Aus- und Fortbildung von Führungskräften einmal in die Spitzenriege internationaler Wirtschaftsschulen aufsteigen. Henning Schulte-Noelle, Chef des Allianz-Aufsichtsrats und der ESMT-Stiftung, sagte zur Eröffnung, er rechne mit einer Aufbauphase von drei bis fünf Jahren.

Anlaufschwierigkeiten

Schon vor ihrer Gründung vor sieben Monaten in Berlin kämpfte die ESMT mit Anlaufschwierigkeiten. Nur mit Mühe brachten die 25 Gründer der Schule - darunter Konzerne wie Siemens, DaimlerChrysler und Lufthansa - das Stiftungskapital von 100 Millionen Euro zusammen. Ein weiteres Problem ist die notwendige Renovierung des als Hauptsitz vorgesehenen ehemaligen DDR-Staatsratsgebäudes. Sie soll schätzungsweise rund 30 Millionen Euro kosten.

Vollzeitstudenten wird die ESMT deshalb nach eigener Einschätzung erst Ende 2005 aufnehmen können. Zunächst werden in München Seminare für Manager angeboten. Nach Angaben von Gerhard Cromme, Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp und der ESMT, sind auch die Räume im früheren Flughafengebäude München-Riem noch nicht völlig bezugsfertig. Derzeit beschäftige die Schule mehr als 20 Mitarbeiter, sagte Cromme. Mit Bewerbern um die Professorenstellen stehe man jedoch erst in Verhandlungen.

Schulte-Noelle begründete die schwierige Finanzierung des Projekts mit der schlechten wirtschaftlichen Lage. "Es ist deshalb kein Wunder, wenn in dieser Situation viele Unternehmen eine abwartende Haltung einnehmen und erst einmal konkrete Fortschritte sehen wollen."

Deutsches Harvard

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte, die ESMT trage als "absolutes Novum", dazu bei, einen "akuten Mangel an hochkarätigen Führungskräften" zu decken. "Das Wort vom deutschen Harvard macht bereits die Runde." Bayern erwarte von der Münchner ESMT-Dependance wichtige Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft.

DPA

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