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Internetbörsen für Handwerker: Billig, billiger - Auftrag!

Michael Dürr ersteigert seine Jobs im Internet bei my-hammer.de oder jobdoo.de. Der gelernte Elektriker ist arbeitslos und kämpft um jeden Auftrag. Es gilt: Wer es für weniger Geld macht, der bekommt ihn. stern TV hat Dürr begleitet.

Die Suche in den Gelben Seiten nach einem Elektriker oder Maler, der den Herd anschließt oder die Wohnung streicht, ist mühsam - und der Job wird oft erst nach Wochen des Wartens und für viel Geld erledigt. Im Internet kann man den potentiellen Handwerkern einfach mitteilen, was gemacht werden soll und wie viel man dafür ausgeben will - und schaut dann zu, wie sich die Handwerker gegenseitig unterbieten.

Wer am billigsten ist, bekommt den Job

Michael Dürr hat seit einigen Monaten wieder richtig viel zu tun. Seine Jobs ersteigert der 36-Jährige bei www.my-hammer.de, www.jobdoo.de oder www.linkletsworkit.de. Dort bieten Auftraggeber die Handwerksarbeiten oder Dienstleistungen an. Ob Wohnung streichen oder Lampen anbringen, ob Babysitting oder Schönheits-OP, hier kann auf Jobs aller Art geboten werden. Und zwar nach dem umgekehrten ebay-Prinzip. Denn hier gilt: Wer am billigsten ist, der kriegt den Job.

Freundin ersteigert Aufträge

Dem gelernten Elektriker es egal, was er machen muss. Hauptsache es bringt Geld, positive Bewertungen und damit Folgeaufträge. Während er seine Jobs erledigt, bietet seine Freundin Ivonne für ihn bei den Auktionen und plant so dessen kommende Arbeitstage. Morgens muss er in Nürnberg einen Holz-Balkon für 150 Euro abschleifen und streichen, dann fährt er nach Schweinfurt (80 Kilometer), um zwei Regale und eine Lampe aufzuhängen - für 20 Euro. Weiterfahrt nach Bamberg (40 Kilometer), eine Satellitenschüssel ausrichten - für weitere 20 Euro. Damit es sich aber doch noch lohnt, verdient er kurz hinter Bamberg noch mal 150 Euro: Er muss ein paar Steckdosen und den Wasserhahn reparieren. Kilometer insgesamt: ca. 250. Arbeitszeit von 8 bis 21 Uhr. Verdienst, abzüglich Sprit: zirka 130 Euro.

"Es gibt schon Aufträge, an denen man etwas verdient. Bei den meisten aber zahlt man drauf. Im Endeffekt kann man es als Werbung sehen, als Mund-zu-Mund-Propaganda", sagt Dürr, der bei jedem seiner Kunden auf Folgeaufträge hofft: "Es ist die Chance, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen."

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