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C. Tauzher: Die Pubertäterin: Warum das jugendliche Kind am Sonntag ausschlafen soll - nein, MUSS!

Etwas Unglaubliches passiert im Hause von Christiane Tauzher: Die pubertierende Tochter steht am Sonntagmorgen um 9 Uhr am Frühstückstisch und will sogar an den Familienaktivitäten teilnehmen. Ob das so eine gute Idee ist?

Müdes Mädchen mit Kaffeebecher

Schlafend ist der natürliche Zustand des Teenagers. Ein Auftritt am sonntäglichen Frühstückstisch kann interessante Folgen haben

Wie bei Wackelhunden pendelten unsere Köpfe zur Tür, zur Küchenuhr, zur Tür, zur Küchenuhr, hin, her, hin und her. Wir konnten es nicht fassen. Sonntag, 9 Uhr, und die Wombi stand leibhaftig an der Schwelle zu unserer Küche. Als wäre statt des Osterhasen Mitten im April der Weihnachtsmann aufgetaucht. Von ganz alleine - ohne Riesenspinne oder Scheinwerfer im Gesicht - hatte die Wombi die Kraft aufgebracht, ihre Füße zu einer Zeit auf den Boden zu stellen, die man als "Früh" bezeichnen kann.

"Brauchst Du etwas?", fragte ich besorgt. "Äh", machte die Wombi, "sagt man nicht eigentlich um diese Uhrzeit zuerst 'Guten Morgen, liebes Kind'?" Der Olaf sah mich mit einem vernichtenden Blick an, als hätte ich ein totgesagtes Pflänzchen, das eben unter größter Anstrengung sein Köpfchen aus der Erde gesteckt hatte, mit Chlor übergossen. "Wir freuen uns, dass du schon auf bist", flötete er und schob ihr wie ein beflissener Oberkellner den Stuhl unter den Popo. Mit einem "Rumms!" plumpste die Wombi auf den Sitzpolster. "Gibt's Toast?", fragte sie gähnend. "Natürlich", sagte der Olaf und machte sich gleich daran, einen zusammenzustellen. Aber "nicht den abgepackten Schinken" wollte die Wombi, "den frischen". "Klar" sagte der Olaf. "Gibt's Café Latte?", fragte die Wombi. "Starbucks sind wir keiner", antwortete ich. Der Olaf ging dazwischen. "Klar", sagte er wieder und begann in einem viel zu großen Topf eine kleine Pfütze Milch zu wärmen. "Kennst du dieses Gerät?", fragte ich ihn und deutete auf die Mikrowelle. Er kannte es nicht, denn er tippte sich nicht erleuchtet an den Kopf und sagte auch nicht, "ja, genau, du hast recht. Da kann ich eine Tasse Milch viel schneller aufwärmen als auf dem Herd im Nudeltopf." Stattdessen rührte er mit dem transparenten Plastik-Gabel-Teil eines Salatbestecks in der Milch herum. Klick-Klack machte die Plastikgabel, wenn sie an den Nudeltopf schlug.

"Toast ist fertig", jubelte der Olaf und vergaß vor lauter Begeisterung darüber, dass er eine echte Speise ganz alleine zubereitet hatte, die Milch im Nudeltopf. Die blubberte schon die längste Zeit und begann sich kurz darauf an den Topfboden zu legen und dort anzubrennen. "Mir wird gleich übel", sagte die Wombi und presste sich theatralisch wie Marie Antoinette eine Serviette vor die Nase. "Es tut mir leid", entschuldigte sich der Olaf, "ich könnte dir einen Tee machen." Die Wombi schüttelte mit geschlossenen Augen den Kopf. Ach, es war ein schlimmer Moment, den sie erst verarbeiten musste. Keinen Latte zum Toast. Und dafür war sie nun so früh aufgestanden.

"Was steht heute auf dem Programm?", fragte sie, als der letzte Bissen Toast in ihrem Mund verschwunden war. "Wieso fragst du das?", sagte ich. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Fast-Fünfzehnjährige beteiligen sich nicht am Sonntagsprogramm der Familie. Mit den Eltern und dem kleinen Bruder in einen Park zu fahren, um dort spazieren zu gehen, war so spannend, dass man auch gleich sterben konnte. Aber die Wombi hatte an diesem Sonntag keine Lust zu sterben und kam mit. 

Im Auto, auf dem Weg zum Erlebnis-Park, ließ sie sogar die Kinderlieder-CD des kleinen Bruders über sich ergehen, der ständig "Wir sind zwei dicke Tanzbären" hören wollte. Nach dem 13. Mal "dicke Tanzbären" kamen wir beim Park an. Überall standen Schilder, dass Hunde an der Leine zu führen seien. "Willst du den Hund nicht anleinen?", fragte ich. Die Wombi tat, als hätte sie nichts gehört. Ein Parkwächter schnauzte MICH wenige Schritte später an, warum der Hund frei herumlaufe. Die Wombi scherte aus der Reihe und ließ uns mit dem Wächter allein. Ich nahm ihren winzigen Hund auf den Arm und wartete, bis sie die Güte hatte, sich mit der Leine wieder zu uns zu gesellen. Sie hatte die kürzeste Leine mitgenommen, die wir besitzen. Mit hoch erhobenem Kopf lief das Hündchen neben ihr her, immer darauf bedacht nicht abzuheben und stranguliert zu werden.  "Doofer Parkwächter", schimpfte die Wombi.

Weil mir der Hund leidtat, schlug ich ziemlich bald vor, unsere Picknickdecke unter einer mächtigen Platane aufzulegen. Als wir da mit unseren Bananen in der Sonne saßen, rollte ich meine Hosenbeine hoch, um meine weiße Winterhaut der Sonne darzubieten. "Iiiiiiiiiiiiiiii", die Wombi stieß einen spitzen Schrei aus. Ich zuckte zusammen und suchte mich nach Käfern ab. "Bitte, wann hast du dir zum letzten Mal die Beine rasiert?", fragte mich die Wombi und rückte einen Meter von mir ab. Ich konnte mich nicht daran erinnern. "Es war Winter", sagte ich, "keiner hat meine Beine gesehen." Die Wombi fand das "total arg" und präsentierte mir stolz ihre glatten Unterarme. "Enthaarung gehört zur Körperhygiene", erklärte sie. Der Olaf nickte und verzog das Gesicht beim Anblick meiner stacheligen Beine. "Da redet ja gerade der Richtige", sagte ich, "du siehst aus wie ein Yeti - das ist mindestens ein Zehn-Tages-Bart." Der Olaf bestritt das und pochte auf "höchstens acht Tage".  "Deine Beinhaare stehen aber schon mindestens sieben Wochen", behauptete er. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, um aufzuspringen und dem Olaf die Bananenschale um die Ohren zu hauen.

Nächsten Sonntag werden wir uns ganz leise verhalten und vor neun aus dem Haus schleichen, damit die Wombi laaaaaaaang schlafen kann. Sie braucht das. Das haben wir jetzt erkannt.

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Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(