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Daddylicious: Was macht einen guten Vater aus?

Ist es die gemeinsame Zeit? Oder die getroffenen Kompromisse? Mark Bourichter fragt sich, was aus einem Mann einen guten Vater macht. Und reagiert auf Kritik an seinem Text über Super-Papas.

Papa füttert sein Kind

Regelmäßig die Fütterung übernehmen – Macht das einen guten Vater aus?

Im vorletzten Beitrag dieser Kolumne haben wir uns dem durch die Medien geprägten Rollenbild des Vaters angenommen. Dem Superhelden der Neuzeit, der nach Jahrzehnten seine Rolle als Elternteil wiederentdeckt zu haben scheint. Männer, die Familie, Erziehung, Job und Karriere so spielend unter einen Hut bekommen wie noch nie. Männer, die Zeit für die Familie haben, in Elternzeit gehen und Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Und wir haben klar gemacht, dass wir dem Hype um die Super-Papas nichts abgewinnen können. Dass ein Vergleich mit unseren Vätern keinen Sinn macht, weil die Rahmenbedingungen sich grundlegend geändert haben.

Das wir durch unsere Texte mit anderen Menschen in den Dialog treten, freut uns ungemein. Der Beitrag von Jochen König, der sich mit unserem Text auseinandersetzt, bewegt mich zu der Frage: "Was bedeutet eigentlich Zeit als Heilsbringer ganzheitlicher Erziehung der Kinder?" Zunächst einmal vertritt Jochen König die Meinung, die Liebe zu einem Kind sei "inhaltsleer" und begründet seine These mit dem Beispiel eines Film-Pastors, der sein Kind trotz Vaterliebe mit häuslicher Gewalt zu erziehen versucht. Was für ein absurdes Beispiel, lieber Herr König. Die Aussage, dass Liebe kein Kriterium für die Beurteilung der Leistung eines Vaters sein kann, ist für mich ebenso schwer nachvollziehbar und niveaulos, wie die Aussage, dass ein Mensch anderer Hautfarbe nicht mein Nachbar sein kann. 

Ist die Zeit entscheidend?

Welches Kriterium soll denn eine geeignete Beurteilung erlauben? Und aus welchem Grund soll denn überhaupt die Leistung beurteilt werden? Wir sind hier doch nicht bei den Bundesjugendspielen. Nehmen wir trotzdem an, es müsse beurteilt werden – welches Kriterium ist denn das Richtige? Zeit? Bin ich also nur ein guter Vater, wenn ich so viel Zeit wie möglich mit meinem Sohn verbringe? Egal wie? Mit Smartphone bewaffnet die Zeit auf dem Spielplatz absitzend, wie ich es schon oft beobachtet habe? Oder die Kinder vorm Fernseher geparkt, um mich parallel mit anderen Dingen zu beschäftigen? Hauptsache, ich bin zu Hause und mir kann keiner vorwerfen, ich wäre genau das viel zu selten?

Zeit als Maßeinheit ist kein Garant für einen guten Vater. Männer, die sich als Väter fühlen und auch so verstehen, werden sich die Zeit nehmen, um diese neue Rolle anzunehmen. Es geht doch in erster Linie darum, wie sinnvoll Väter diese Zeit mit ihren Kindern verbringen. Ob sie ihren Kindern etwas mitgeben, ihren Kindern etwas beibringen, ihre Neugier wecken, ihnen Geduld schenken, etwas auszutüfteln und Herausforderungen selbst zu schaffen. Das geht schon beim Abknibbeln von Fußball-Klebebildchen los. Es geht meiner Meinung nach auch darum, den Kindern neue Horizonte zu bieten aber auch Grenzen aufzuzeigen. Und als Vater die damit verbundenen Konsequenzen auszuhalten. All das hat nichts mit Zeit, sondern mit Liebe zu tun.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Und vielleicht sollten Väter und Mütter, in Anbetracht einer gemeinsamen Verantwortung für den Familienalltag, nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Eine Familie hat eben auch mehrere Aufträge. Und einer davon ist neben der Erziehung auch die finanzielle Absicherung. Das Männer ihr Rollenverständnis nur auf Kosten anderer durchziehen können, mag sicherlich auch vorkommen. Ich kann von mir und vielen anderen Vätern berichten, dass dies nicht der Fall ist. Wie die Pauschalisierung des neuen Super-Papas ist auch die Generalisierung eines Rollenbildes absolut fehl am Platze.

Wir von Daddylicious haben auch kein Abgrenzungsbedürfnis gegenüber Inhalten, die sich in erster Linie an Mütter wenden. Wir haben rund 40 Prozent weibliche Leser und stehen in Kontakt und im Austausch mit Frauen, die diese Inhalte produzieren. Ab und zu stellen wir eben diese Mütter mit ihren Medien sogar auf unserer Seite vor. Verrückte Welt!

 

 

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