HOME

Gesetz in Großbritannien : Sollte Eltern das Rauchen im Auto verboten werden?

In Großbritannien dürfen Eltern bald nicht mehr im Auto rauchen, wenn ihre Kinder anwesend sind. Auch in Deutschland wünschen sich viele ein solches Gesetz. Doch ist das wirklich der richtige Weg?

Für Kinder ist die Belastung beim Passivrauchen besonders groß

Für Kinder ist die Belastung beim Passivrauchen besonders groß

Da Passivrauchen für Kinder besonders gefährlich ist, wird Eltern in Großbritannien ab dem 1. Oktober verboten, im Auto zu rauchen, wenn ihre Kinder dabei sind. 50 Pfund (ungefähr 70 Euro) sollen sie bei einem Verstoß gegen das Gesetz bezahlen. Vorangetrieben wurde die Entscheidung durch eine schottische Studie, die unter anderem besagt, dass auch geöffnete Fenster die starke Belastung der Kinder während der Fahrt nicht verhindern können.

Großbritannien ist nicht das erste Land, das mit einem solchen Gesetz in das Privatleben von Eltern eingreift. Auch in Griechenland, Zypern und mehreren Bundesstaaten der USA dürfen Eltern nicht im Auto rauchen, wenn ihre Kinder auf der Rückbank sitzen. Würde es nach der Deutschen Krebshilfe gehen, gäbe es eine solche Regelung auch in Deutschland.

"Sind wir wirklich so dumm?"

Ein Facebook-Post, der auf das neue Gesetz in Großbritannien hinweist und ähnliches auch für Deutschland fordert, hat bereits mehr als 190.000 Likes und 5000 Kommentare. Gepostet hat das Bild Myriam von M, die sich im Netz stark für die Krebsvorsorge einsetzt.

Absolutes Daumen HOCH!!!

Posted by Myriam von M on Montag, 21. September 2015


Unter dem Eintrag finden sich nicht nur zustimmende Kommentare, manch einem geht ein solches Gesetz schlicht zu weit. "Warum spricht man uns eigentlich eigene Intelligenz ab und meint uns ständig bevormunden zu müssen!?", fragt eine Userin. Eine andere freut sich schon auf weitere vom Staat gesetzte Eltern-Regeln: "Wann wird es ein Gesetz für Eltern geben, denen es verbietet Kinder mit Fast-Food zu ernähren und ihren Bewegungsradius vom PC übers Handy zum Auto einzuschränken?? Hier ist doch grundsätzlich die persönliche Verantwortung gefragt!!"

Während die einen es für sinnvoll halten, Kinder vor der Dummheit ihrer Eltern zu schützen, erscheint den anderen ein solches Gesetz als starker Eingriff in die Privatsphäre. Und auch wenn die Gesundheit der Kinder vieles rechtfertigt, stellt sich schon die Frage, inwieweit Gesetze das Zusammenleben von Familien in Bereichen regeln können, die nicht direkt das körperliche oder seelische Wohlbefinden der Kinder betreffen. Wäre da die gezielte Aufklärung über die Gefahren des Rauchens - und des Passivrauchens - nicht sinnvoller?

Doch nicht jeder stellt sich solch grundsätzliche Fragen, wenn er das auf Facebook verbreitete Bild betrachtet. Ein User merkt an, dass ihn nur die Grammatikfehler im Text vom Teilen abhalten …

Wissenscommunity